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Harve-Spielerin, Vilionen-Duo, Klavoierspieler: Symbolbild.

Drosihn-Preisträgerkonzert im Kulturforum

Junge Pianisten, eine Harfe und zwei Violinen verwandeln das Wiesbadener Kulturforum in einen Konzertsaal voller Spannung. Beim Drosihn-Preisträgerkonzert zeigen ausgezeichnete Nachwuchsmusiker aus der Region ihr Können – virtuos, konzentriert und mit erstaunlicher musikalischer Reife vor einem begeisterten Publikum.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 1 Tag vor 0

Beim Drosihn-Preisträgerkonzert begeistert Wiesbadens musikalischer Nachwuchs mit virtuosen Auftritten.

Im Saal des Kulturforums wird es still, bevor die ersten Töne erklingen. Dann jagt ein Lauf über die Tasten, schnell, präzise, fast atemlos. Jugendliche sitzen konzentriert im Publikum, Eltern halten die Programme fest umklammert, irgendwo nickt ein Musiklehrer zufrieden. Wiesbaden erlebt an diesem Abend nicht nur ein Konzert – sondern einen Blick auf die nächste Generation großer Musikerinnen und Musiker.

Zum 25. Mal hat der Lions Club Wiesbaden Mattiacum den Drosihn-Preis verliehen und damit junge Talente ausgezeichnet, die sich beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ für den Bundeswettbewerb qualifiziert haben. Im Kulturforum präsentierten die Preisträger ihr Können vor einem begeisterten Publikum – virtuos, konzentriert und erstaunlich reif.

Virtuosität zwischen Chopin und Jazz

Den Auftakt machte der Pianist Gino Cusin. Mit Werken von Frédéric Chopin, Ludwig van Beethoven, Jenő Takács und Franz Liszt zeigte der junge Musiker früh, warum er zu den Ausgezeichneten des Abends zählt. Besonders Liszts „La campanella“ verlangte höchste technische Präzision – und genau diese lieferte Cusin mit bemerkenswerter Ruhe und Souveränität.

Michael Zacharias, Vorsitzender des Fördervereins des Lions Club Wiesbaden Mattiacum, eröffnete den Abend offiziell. Anschließend richtete Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl ein Grußwort an Gäste und Teilnehmende. Der Abend, so wurde schnell deutlich, sollte nicht nur eine Preisverleihung bleiben. Er entwickelte sich zu einer musikalischen Leistungsschau des Nachwuchses der Region.

Harfenklänge und musikalische Reife

Mit feinem Gespür für Klangfarben führte anschließend die Harfenistin Yvonne Böhme durch ihr Programm. Besonders Marcel Grandjanys Fantasie über ein Thema von Haydn ließ das Publikum aufhorchen. Die junge Musikerin arbeitete die klangliche Bandbreite ihres Instruments mit großer Musikalität heraus und erhielt dafür langen Applaus.

Nach der Pause wechselte die Atmosphäre erneut. Pianist Lukas Hirsch verband Bach, Beethoven und Liszt mit den jazzinspirierten Klangwelten von Nikolai Kapustin. Gerade diese Kontraste verliehen seinem Auftritt Spannung. Hirsch spielte technisch sicher, zugleich aber mit spürbarer Freude an den stilistischen Brüchen.

Zwei Violinen, ein gemeinsamer Klang

Den Abschluss gestalteten die Geschwister Joseph und Elisabeth Maiwald. Die beiden Violinisten interpretierten Werke von Grażyna Bacewicz, Antonio Vivaldi, Louis Spohr und Sergej Prokofjew mit bemerkenswerter Präzision. Vor allem Prokofjews Sonate für zwei Violinen gewann durch ihr fein abgestimmtes Zusammenspiel eine besondere Lebendigkeit.

Am Ende stand minutenlanger Beifall. Das Jubiläumskonzert zeigte eindrucksvoll, wie stark der musikalische Nachwuchs in Wiesbaden und der Region aufgestellt ist. Und vielleicht war genau das die eigentliche Botschaft dieses Abends: Große Konzertmomente beginnen manchmal sehr früh – im Kulturforum, vor einem aufmerksamen Publikum und mit jungen Menschen, die ihre Instrumente längst nicht mehr nur spielen, sondern erzählen lassen.

Foto – Junge Musiker ©2026 WMK

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