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Dacho Prunksitzung 2026, Aufzug der Vereine

Dacho zeigt Fastnacht zwischen Humor und Gegenwart

Mit Büttenreden, Gardetanz und viel Kokolores feierte die Dachorganisation Wiesbadener Karneval am Sonntagnachmittag und -abend ihre Prunksitzung im Kurhaus Wiesbaden. Der Friedrich-von-Thiersch-Saal wurde zur Bühne für Fastnacht im Jetzt – pointiert, verbindend und überraschend aktuell.

Volker Watschounek 2 Monaten vor 0

Die Dacho Prunksitzung verwandelte das Kurhaus in eine Bühne für Bütt, Tanz und Fastnacht mit Haltung.

Punkt 16 Uhr übernahm im Kurhaus Wiesbaden die Fastnacht die Regie. Gespräche verebbten, Gläser blieben stehen, als der Narrhallamarsch den Friedrich-von-Thiersch-Saal erfüllte. Mit ihm zogen Vereine und Aktive ein, formierten sich auf der Bühne und schufen jenes prachtvolle Bild, das die Dacho Prunksitzung seit Jahren traditionell eröffnet. Sitzungspräsident Andreas Taschler führte konzentriert durch diesen Auftakt – verbindlich, präsent, ohne Pathos.

Bütt und Pointen im Takt

Der weitere Verlauf folgte keiner losen Abfolge, sondern einer Dramaturgie mit Rhythmus. Büttenreden und Tanznummern griffen ineinander, Applaus ersetzte Pausen. Bernhard Knab trat wieder als Deutscher Michel auf, spielte mit vertrauten Motiven und verschob sie so lange, bis sie im Heute ankamen. Das Publikum hörte aufmerksam zu, lachte an den richtigen Stellen und ließ die Pointen wirken.

Diese Aufmerksamkeit nahm Peter Kuhn auf. Der Märchenonkel erzählte nicht von gestern, sondern nutzte das Märchen als Spiegel der Gegenwart. Seine Geschichte verzichtete auf einfache Happy Ends und setzte stattdessen auf Humor mit doppeltem Boden. Worte flossen, Bilder entstanden – und der Saal folgte ihm bereitwillig weiter.

Tanz als erzählte Bewegung

Nahtlos übernahmen die Garden und Tanzgruppen. Die Dacho-Stadtgarde überzeugte mit präzisem Gardetanz, das Tanzcorps Fidele Sandhasen e. V. setzte dynamische Akzente. Die Formation Impressive erzählte „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ neu – nicht belehrend, sondern tänzerisch. Die Übergänge wirkten selbstverständlich, weil sie fortsetzten, was zuvor gesprochen worden war.

In dieses Gefüge fügte sich Julia Döring ein. Mit neun Jahren hatte sie erstmals auf der Bühne gestanden, inzwischen absolvierte sie ihre 33. Kampagne. Ihre Präsenz zeigte, wie sehr Kontinuität die Fastnacht trägt, ohne nostalgisch zu wirken.

Stimmen, Stimmung, Saal

Musikalisch hielt der Nachmittag das Tempo. Mr. Tomm parodierte bekannte Stimmen, ohne sie bloßzustellen, die Elsheimer Schnorressänger e. V. verwandelten Stimmungslieder in gemeinsames Mitsingen. Spätestens jetzt war der Saal Teil des Geschehens. Das Gießener Prinzenpaar und das Wiesbadener Kinderprinzenpaar traten auf, zeigten Präsenz und fügten sich mühelos ins Gesamtbild ein.

Mit zunehmender Dauer zeigte sich, wie variabel an diesem Nachmittag mit Zeit umgegangen wurde. Das Programm verschob sich nach hinten, einzelne Beiträge dehnten sich, Applaus ließ sich nicht abkürzen. Die Sitzung dauerte am Ende rund eine Stunde länger als ursprünglich geplant – nicht aus Unordnung, sondern aus Lust am Moment.

Fastnacht im Jetzt

Als sich schließlich Konfetti unter das Licht mischte, blieb der Saal wach. Präsidium, Garden und Gäste feierten gemeinsam. Die Dacho Prunksitzung im Kurhaus Wiesbaden hatte gezeigt, wie Fastnacht funktionierte, wenn sie Zeit nicht verwaltete, sondern dehnte: verbindend, humorvoll, gegenwärtig – mit genau so viel Kokolores, wie ein Sonntagnachmittag vertrug.

Bilder der Veranstaltung sehen sie hier in der Bildergalerie.

Archivfoto ©2025 Volker Watschounek

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Die Internetseite der DACHO Wiesbaden finden Sie unter dacho.de.

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