Der CSR Praxistag in Wiesbaden verbindet Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und zeigt, wie nachhaltiges Handeln Unternehmen stärkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert.
Die Wirtschaft steuert durch bewegte Zeiten, doch in der IHK Wiesbaden richtete sich der Blick auf etwas, das weniger schwankt als Märkte: Verantwortung. Beim CSR Regio.Net Praxistag diskutierten Vertreter aus Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft, wie verantwortliches Handeln heute wirkt – und welche Kraft entsteht, wenn Wirtschaft und Gemeinwohl enger zusammenrücken.
Netzwerk, das nicht redet, sondern anpackt
33 Unternehmen zählt das CSR Regio.Net Wiesbaden inzwischen. Sie setzen sich für Nachhaltigkeit, regionale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement ein. Workshops zu Biodiversität, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Resilienz füllten das Jahr. Besonders eindrucksvoll: ein gemeinsamer Einsatz am Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Klarenthal, bei dem die Teilnehmer Beete erneuerten, Boden auflockerten und Lebensräume für Insekten schufen. CSR zum Anfassen.
Wirtschaft mit Haltung – nicht mit Hochglanzfolien
IHK-Präsident Jörg Brömer eröffnete den Tag mit einem Statement, das sich wie eine Leitlinie las: „CSR ist eine Haltung.“ Unternehmen handeln, weil sie Verantwortung tragen – nicht, weil eine Excel-Spalte danach verlangt. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende knüpfte daran an: Nachhaltigkeit sei längst Wettbewerbsfaktor, aber vor allem ein Ausdruck gelebter Verantwortung. Menschen, so Mende, prägten diese Kultur – nicht Strategiepapiere.
Wie Verantwortung die Konjunktur überlebt
Reinhard Schneider, geschäftsführender Inhaber von Werner & Mertz („Frosch“), legte in seiner Keynote den Finger auf die entscheidende Frage: „Darf Verantwortung Konjunkturen folgen?“ Seine Antwort blieb klar: Wer konsequent Kreislaufwirtschaft lebt, stärkt Vertrauen – und damit Zukunftsfähigkeit. Unternehmen, sagte er, gewinnen gerade dann an Glaubwürdigkeit, wenn der Zeitgeist wankt. „Verlässlichkeit entsteht im Handeln – nicht im Abwarten.“
Praxis statt Pathos
Nach den Impulsen arbeiteten die Teilnehmenden in Panels zu Mobilität, Corporate Volunteering und den neuen EU-Berichtspflichten. Beispiele aus Wiesbadener Betrieben zeigten, wie Nachhaltigkeit in den Arbeitsalltag wandert: Fuhrparks werden umgestellt, Mitarbeitende engagieren sich in sozialen Projekten, Teams entwickeln neue Routinen für Berichterstattung und Ressourcenmanagement.
Zum Schluss ein Blick in die Stadtgesellschaft
Dr. Patricia Becher würdigte die Unternehmen, die Verantwortung in Nachbarschaft und Stadtteil tragen. CSR reiche weit über die Werkstore hinaus – in Bildung, Umwelt, Gemeinwohl. Das Netzwerk öffnet sich für neue Mitglieder; eine digitale Infoveranstaltung folgt im Januar.
Archivfoto – IHK Wiesbaden ©Wiesbden lebt!
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