Trauungen verboten, Führungen erlaubt. Dem Burgverein Frauenstein e. V. ist seit Jahren eine wichtige Einnahmequelle versiegt.

Dem Wiesbadener Kurier war es in seiner Ausgabe vom 10. September wichtig, auf die Situation des Frauensteiner Burgverein hinzuweisen. Er titelte Keine Trauungen auf der Burg und berichtete, dass der idyllische Ort für Trauzeremonien seit 2017 nicht mehr genutzt werden könne. Der Grund dafür sei, dass die Burg laut Bauamt nicht den Brandschutzbestimmungen entspräche. In einem Nebensatz hieß es weiter, dass weder Trauungen noch Führungen stattfinden dürften. Das stimmt so nicht. Wie das Stadtrat Hans-Martin Kessler am Freitag mitteilt, gelte das Verbot nur für Trauungen.

„Geführte Begehungen durch den Burgverein Frauenstein sind grundsätzlich möglich.“ – Baustadtrat Hans-Martin Kessler

Trauungen hingegen können, wie dem Artikel richtigerweise zu entnehmen war, in der Burg aktuell nicht durchgeführt werden. Die Gründe dafür ergeben sich aus der Hessischen Bauordnung, die das Vorhandensein von mindestens zwei voneinander unabhängigen Rettungswegen fordert, so Kessler weiter. Rettungswege in Gebäuden führen in der Regel über Treppenhäuser als ersten Rettungsweg und über eine weitere Treppe bzw. über Rettungsgerät der Feuerwehr als zweitem Rettungsweg.

In einem Brandfall können maximal zwei Personen mit Hilfe von Feuerwehrleuten über einen Korb der Drehleiter gleichzeitig gerettet werden.

Der Treppenaufstieg in der Burg Frauenstein schlängelt sich durch den Turm mit seinen unterschiedlichen Durchgangshöhen beziehungsweise –breiten. Ein zweiter Rettungsweg ist nicht vorhanden, sodass die Feuerwehr im Brandfall über entsprechendes Rettungsgerät ein vorhandenes Fenster anleitern muss. Aber auch die Anleiterung durch die Feuerwehr kommt durch den Aufstellungsort auf der Burglindenstraße zum Erreichen des Fensters in einer Höhe von 35 Metern an die Grenze des Machbaren. Im Brandfall können max. zwei Personen mit Hilfe von Feuerwehrleuten in den Korb der Drehleiter steigen. Dies müsste zudem durch das vorhandene enge Fenster, das die gesetzlichen Vorgaben der Hessischen Bauordnung ohnehin nicht einhält, geschehen.

„Gegen Führungen ist nichts einzuwenden, da hier von einem kurzzeitigen Aufenthalt einer sich in Bewegung befindlichen – Gruppe auszugehen ist .“  Baustadtrat Hans-Martin Kessler klar.

Rechnete man die Zeit für die Aufstellung und die geschilderte Rettung über den Korb der Drehleiter, würde eine Evakuierung von zwölf oder mehr Hochzeitsgästen, die sich im Turm aufhalten, schnell bis zu einer Stunde dauern. Aus diesem Grund ist eine großzügige Auslegung der zu berücksichtigenden gesetzlichen Vorgaben, die ja dem Schutz der Menschen dienen, in diesem Fall aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.

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Die offizielle Internetseite des Burgverein Frauenstein finden Sie unter burgverein-frauenstein.de.

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