Darf man aus dem Leiden und Sterben eines todkranken Menschen Profit ziehen? Diese Frage stellt sich nicht unter Geschwistern. Es ist Liebe.

Gipfeltreffen der Hauptstädte: So nannten es der Berliner Kunstmaler Hjalmar Thelen und seine Schwester Kirsten Thelen ausWiesbaden, wenn sie miteinander telefonierten oder sich trafen. Seit gut einm Jahr ist alles anders, ist das nicht mehr möglich, denn am 8. Januar 2017 starb der Berliner  54-jährig in der Bundeshauptstadt.

Ausstellung Jenny Michel, kurzgefasst

Ausstellung „Berlin – Stadt | Landschaft | Menschen“
Wann: 16. Juni bis 14. Juli 2018
Vernissage: 16. Juni 2018, 17:00 mit Los Gerontos nuevos
Wo: Atelier kunst-modul, Luxemburgerstraße 6, 65185 Wiesbaden
Öffnungszeiten: Di-Do 16:30 – 20:00 Uhr, Fr-So 11:00 – 20:00 Uhr

Jetzt holt ihn seine Schwester nach Wiesbaden: Unter dem Motto „Berlin – Stadt | Landschaft | Menschen“ werden Arbeiten von Hjalmar Thelen vom 16. Juni – 14. Juli 2018 im kunst-modul ausgestellt. Erstmalig sind damit Bilder des Wahl-Berliners in einer Einzelausstellung zu sehen.

„Jedes Portrait, das mit Gefühl gemalt wurde, ist ein Portrait des Künstlers, nicht dessen, der ihm dafür gesessen hat.“ – Oscar Wilde

In Frankfurt am Main aufgewachsen, lebte und arbeitete Thelen seit 1983 in Berlin. Dort profilierte er sich zunächst in der Varieté-Szene rund um Scheinbar, Chamäleon und Mehringhoftheater und brachte Ende der 90-er Jahre seine Krimikomödie Tote Männer pinkeln nicht erfolgreich auf die Bühne. Schließlich wandte er sich aber ganz der Malerei zu. Obwohl er gerne über seine Arbeit sprach, zeigte er auch seinen engsten Vertrauten nur vereinzelt wenige Bilder. Als die Familie nach seinem Tod seine Wohnung auflöste, wurde offenbar, welchen Umfang und auch welche Qualität seine Arbeiten hatten: Über 2000 Gemälde, Bilder, Zeichnungen, Skizzen, Studien und Entwürfe mit einer unglaublichen Bandbreite an Motiven fanden sich in der kleinen Hinterhofwohnung im Berliner Wedding – faszinierende Stadtansichten, einfühlsame Menschendarstellungen, ausdrucksstarke Portraits und vieles mehr.

Welcher Künstler würde schon zugeben, dass er bunte Bildchen malt. Buntheit ist naiv, eher etwas für Kinder oder Fasching. – Mittlhessen

Der leidenschaftliche Maler war ein absoluter Nonkonformist, der sich mit seiner Arbeit weder dem etablierten Kunstbetrieb anpassen mochte, noch auf künstlerische Trends Rücksichten nehmen wollte. Statt mit der Malerei Geld zu verdienen, suchte er sich lieber einfache Arbeiten, beispielsweise als Verkäufer in einer Dönerbude, als Putzmann oder als Hilfsarbeiter bei Siemens und arbeitete dort gerade so viel, dass es reichte, um auf einfachsten Niveau in seiner 2-Zimmer-Wohnung mit Kohleöfen zu leben. Er ging kaum aus, trug Second-Hand-Klamotten – hatte dafür aber Geld für Farben und Zeit zum Malen.

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