Wir müssen den feigen Versuchen der Einschüchterung und der Ausbreitung von Antisemitismus mit entschiedenem Einsatz für das jüdische Leben entgegentreten.

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus, Uwe Becker, hat sich am Donnerstag, 10. Oktober, zum Anschlag von Halle: Wenn nach dem kaltblütigen und feigen antisemitischen Anschlag von Halle an vielen Stellen in Deutschland Solidarität mit Jüdischem Leben in unserem Land gezeigt werde, sei dies ein gutes und wichtiges Zeichen.

Gelebte Solidarität muss aber auch über diesen schrecklichen Tag hinausreichen und sie ist von allen Teilen der Gesellschaft gefordert.“

Uwe Becker, Hessischer Antisemitismusbeauftragter

Vorderste Aufgabe des Staates ist es, seine Bürger, egal welcher Religion sie angehörten, zu schützen. Das sei in Halle nicht ausreichend passiert. Am höchsten jüdischen Feiertag, dem Jom Kippur, war offensichtlich keine polizeiliche Präsenz an der Synagoge in Halle gegeben. Die Brutalität des Vorgehens in Halle zeige, in welchem Zustand sich unser Land und unsere Gesellschaft befinde, so Becker weiter. Selbst wenn es sich in Halle tatsächlich „nur“ um einen feigen Einzeltäter gehandelt habe, so benutzten zu viele Menschen hierzulande auch verbale Formen der Judenfeindlichkeit, mahnte der Antisemitismusbeauftragte an.

„Die Gesellschaft muss aufwachen und aufstehen gegen jegliche Form der Judenfeindlichkeit in unserem Land.“

Uwe Becker, Hessischer Antisemitismusbeauftragter

Becker erklärt weiter: Wenn rechtsradikale Parteien Plakate aufhängten, die Israel als Unglück bezeichnen, so wie einst im Nationalsozialismus, dann müsse die Justiz tätig werden. Wenn auf Schulhöfen der Begriff Jude als Schimpfwort gebraucht werde, müssen Lehrer, ja die gesamte Schulgemeinde tätig werden und diesem Einhalt gebieten. Wenn Gruppierungen im Land den Umweg über den Antizionismus wählten, pauschal gegen Israel zu Felde ziehen, dann muss diesen Gruppen wie BDS Einhalt geboten und diese antisemitischen Bewegungen verboten werden. 

„Nur wenn wir für unsere jüdischen Nachbarn, Freunde und Bekannte offen eintreten, sie gegen verbale Anfeindungen verteidigen und für sie das Wort erheben, dann kann der wachsenden Judenfeindlichkeit tatsächlich entschieden begegnet werden.“

Uwe Becker, Hessischer Antisemitismusbeauftragter

Nur so könnten Jüdinnen und Juden auch Mut gemacht werden, den eigenen Glauben auch öffentlich zu leben, egal ob mit Kippa oder dem Davidstern. Abschließend sagt Becker, dass „praktische Solidarität für jüdisches Leben nicht in Solidaritätsbekundungen enden darf, sondern sie dort erst beginnt.

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