„Nachmittags war der Gottesdienst. Danach wurde gegessen. Dann war immer die Großmutter zu Gast, die Mutter meines Vaters. Nach dem Essen ging es zur anderen Großmutter… und noch mehr Geschenke.“

Holger Saal ist am 8. März 1963 in Bad Ems geboren, wo er als katholischer Zögling die Schule besucht. Nach dem Abitur konvertiert er 1982 zum evangelischen Glauben und beginnt Mainz Theologie zu studieren. Von Mainz zieht es den jungen Theologen weiter nach Heidelberg und dann nach München. Schon immer an der praktischen Theologie und der Religionspsychologie interessiert, promoviert Saal in München. Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersucht er Freud und Jung, inwieweit sie mit den theologischen Glaubensansätzen kompatibel sind. 1993 kommt Dr. Holger Saal nach Wiesbaden, wo er in der Marktkirche sein Vikariat antritt. Nach dem Vikariat wechselt er die Seiten und bildet am Theologischen Seminar im Schloss  Herborn selbst Vikare aus. Eine Zwischenstation auf dem Weg nach München, wo er Mitte der 90er Jahre, an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der LMU München die Hochschullaufbahn einschlägt: 2000 erhält er einen Anruf aus Wiesbaden. Sein Lehrpfarrer und Mentor in der Marktkirche Thomas-Erik Junge fragt ihn, ob er sich Vorstellen könne, seine Nachfolge anzutreten. Nicht scharf auf Professur muss Saal nicht lange darüber nachdenken. So tauscht er kurze Zeit später die Marktkirchenkanzel gegen die Hoschulaufbahn ein – und Junge geht nach Kassel, wo er Kulturdezernent wird.

Pfarrer Dr. Holger Saal

Weihnachten im Walde (Fortsetzung)

… Hüte dein letztes Licht. Und dnun begann die letzte Woche vor Weihnachten.

So dunkel und so kurz waren die Tage im ganzen Jahr nicht gewesen. Die Tiere saßen jetzt oft nur noch in ihren geschützten Wohnungen und gingen allenfalls hinaus um Futter zu suchen. Oft aber suchten sie vergeblich – erinnerten sich – und machten sich auf den Weg zum Zwergenhaus. Dort lockte gutes, reichliches Futter. Dort wärmte ein warmes Herdfeuer. Und immer schimmerte ihnen kleine Tanne, mit ihrem letzten Licht von weitem entgegen. Während alle anderen Bäume in ihrem Winterkleide wie gestorben aussahen trug die Tanne unter ihrem weißen Mäntelchen das grüne Kleid, das sie im Sommer getragen hatte. Wenn Tiere vorbeikamen, dann war es ihnen immer, als sei die grüne Tanne mit ihrem Licht ein Zeichen, dass der fröhliche Sommer und der liebe Sonnenschein wiederkommen würde.

Alles geschieht für das großer Fest

Dergleichen tat unser Zwerg geheimnisvolle Arbeit. Er hatte sich hinter seinem Haus einen Sägebock und eine Hobelbank aufgestellt. Mittags, sägte und hobelte er, dass es durch den Wald schallte. Wenn Tiere kamen und ihn fragten, woran er denn so fleißig arbeite, schickte er sie weg: „Das ist mein Geheimnis.“ – „Alles was in dieser Zeit getan wird, heimlich und voller Freude, geschieht für das große Fest. Wenn der Tag gekommen ist, werde ihr es sehen.“

Holzteile in verschiedenen Formen

Der kleine Hoppelmann, der schon längst wieder fitt und gesund war, konnte es vor Neugierde kaum erwarten. Einmal, als der Zwerg auf einen Augenblick von seiner Arbeit fort gegangen war, hüpfte er zu Sägebock und Hobelbank. Er betrachtete und beschnupperte alles, was da lag und stand. Er fand aber weiter nichts als Holzteile in verschiedenen Formen, schön sauber und geglättet. Auf der Hobelbank lag auch ein Brett, das sonderbar roch. Er schnupperte näher und dann – pfui! – hatte er das Näschen voll Leim! Im nur sprang er weg, in den nächsten Winkel und putzte und rieb sich die Nase, bis das hässliche Zeug fort war. (Fortsetzung morgen)

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Einsendeschluss ist Samstag, der 20. Dezember 2020, um 24:00 Uhr. Die Gewinner erhalten den Gutschein per Post. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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