Ein Trommel-Workshop brachte junge Menschen mit Aphasie zusammen und zeigte eindrucksvoll, wie Rhythmus Sprache ersetzen kann.
Im Kulturforum Wiesbaden wurde es laut – und zugleich still im Kopf. Trommeln erklangen, Hände klatschten, Stimmen fanden neue Wege. Beim Trommel-Workshop für junge Menschen mit Aphasie entstand etwas, das Worte oft nicht leisten: echte Verbindung.
Am 18. April hatte die Wiesbadener Musik- und Kunstschule gemeinsam mit dem Netzwerk Junge Aphasie eingeladen. Zwölf Teilnehmende kamen zusammen, hörten, probierten, reagierten. Sie spielten sich ein, ohne sich erklären zu müssen.
Musik schafft neue Ausdrucksformen
Leiter Malte Schmidt führte ruhig und klar durch den Tag. Er zeigte, wie die Djembe klingt, wie Hände Rhythmus formen. Neben ihm begleitete Logopädin Beate Gollan den Prozess, beobachtete genau und stärkte die Gruppe mit therapeutischer Erfahrung.
Schnell entwickelte sich ein gemeinsamer Puls. Das Circle-Prinzip trug die Gruppe: Alle saßen im Kreis, hörten zu, antworteten. Der Workshop wuchs weiter – Stimmen kamen dazu, Bodypercussion ergänzte den Rhythmus, kleine Improvisationen entstanden. Musik übernahm die Rolle der Sprache und machte Gedanken hörbar.
Begegnung, die bleibt
Die Teilnehmenden lachten, konzentrierten sich, ließen Unsicherheiten los. Der Trommel-Workshop öffnete Räume, in denen Kommunikation gelang, ohne perfekt zu sein. Genau darin lag seine Kraft. Die Resonanz fiel durchweg positiv aus. Die Veranstalter zogen ein klares Fazit und denken bereits über eine Fortsetzung nach.
Förderung mit nachhaltiger Wirkung
Gefördert vom Kulturamt Wiesbaden und der AOK Hessen ermöglichte das Projekt eine kostenfreie Teilnahme. Der Workshop zeigte deutlich: Kultur kann Brücken bauen, wenn Worte fehlen – und wirkt weit über den Moment hinaus.
Foto – Trommelworkshop ©2026 LH Wiesbaden
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