Der Kulturbeirat. Es geht um Räume, Geld, Geschichte und die Zukunft der Kultur in der Stadt.
Der Kulturbeirat Wiesbaden kommt zusammen – und bringt gleich ein ganzes Bündel an Fragen mit. Am Mittwoch, 29. April, ab 18 Uhr öffnet das Rathaus Wiesbaden seine Türen für eine Sitzung, die mehr verspricht als reine Tagesordnungspunkte. Hier verhandelt die Stadt ihre kulturelle Gegenwart – und tastet sich an ihre Zukunft heran.
Wenn Kultur plötzlich Platz braucht
Es beginnt ganz praktisch: Der Kulturkaufhaus Biebrich e.V. sucht neue Räume. Klingt nach Umzugskartons, ist aber mehr. Denn wo Kultur unterkommt, entscheidet auch, wie sie wirkt. Der Kulturbeirat diskutiert, wägt ab, fragt nach Perspektiven. Und zeigt: Kulturpolitik beginnt oft mit der Frage, wer wo spielen, lesen, ausstellen darf.
Zahlen, die Geschichten erzählen
Auch trockene Zahlen bekommen an diesem Abend eine Bühne. Die Erhebung „Freizeit und Kultur“ fürs statistische Jahrbuch will wissen, wie Wiesbaden lebt, feiert, liest. Hinter jeder Zahl steckt ein Verhalten – und hinter jedem Verhalten eine Geschichte. Der Kulturbeirat schaut genauer hin und versucht, Muster zu erkennen.
Geld, Geist und ein bisschen Gegenwind
Dann geht es ums Geld. Der Haushalt 2026 wirft seine Schatten voraus. Braucht die Kultur einen Nachtrag? Oder eher Geduld? Parallel entzündet sich eine Debatte über Literaturveranstaltungen: Wenn subventionierte Häuser mit freien Anbietern konkurrieren, knirscht es. Der Kulturbeirat hört zu, diskutiert, sucht Balance.
Geschichte bleibt nicht stehen
Besonders heikel wird es bei Namen. Die mögliche Aberkennung der Ehrenbürgerwürde für Adam Herbert und Wilhelm von Opel folgt Empfehlungen einer historischen Fachkommission. Auch Straßennamen geraten ins Blickfeld. Die Stadt fragt sich: Welche Geschichten wollen wir erzählen – und welche lieber neu einordnen?
Bühne frei für Technik und Erinnerung
Selbst die Technik bekommt ihren Auftritt. Das Hessisches Staatstheater Wiesbaden braucht eine Modernisierung der Bühnen- und Beleuchtungstechnik. Kein Glamour-Thema auf den ersten Blick – aber eines, das entscheidet, wie die Bühne künftig leuchtet.
Kulturbeirat als Seismograf der Stadt
Der Kulturbeirat tagt öffentlich. Das heißt: Wer zuhört, erlebt, wie Kulturpolitik entsteht – nicht als fertige Idee, sondern als lebendiger Prozess. Zwischen Zahlen, Namen und Visionen zeigt sich, wie Wiesbaden sich selbst verhandelt.
Die aktuelle Tagesordnung ist hier einzusehen.
Foto – Hessisches Staatstheater. ©2026 Wiesbadne lebt!
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