Die Brücke an der Flachstraße wird gesichert. Perspektivisch soll die Strecke wieder Züge tragen.
Die Reaktivierung der Aartalbahn nimmt Fahrt auf. In Wiesbaden beginnen Bauarbeiten an einer Eisenbahnbrücke, die künftig sowohl Museumseisenbahnverkehr als auch möglichen Nahverkehr ermöglichen soll. Die Arbeiten erfolgen unter Federführung der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Stadtrat Andreas Kowol erklärt, die Stadt setze bewusst auf eine Doppelstrategie. Einerseits soll die historische Strecke möglichst schnell durch Museumseisenbahnen wieder sichtbar genutzt werden. Andererseits richtet die Stadt die Infrastruktur bereits jetzt auf einen späteren Regelbetrieb im öffentlichen Nahverkehr aus.
Schutz für die Brücke
Der erste Bauabschnitt konzentriert sich auf die Sicherung des Bauwerks. Vor und hinter der Eisenbahnbrücke entsteht ein sogenannter Anprallschutz. Dabei handelt es sich um eine massive Stahlkonstruktion aus Doppel-T-Trägern.
Bauleiter Jens Seibel von der ausführenden Stahlbaufirma Huhle erklärt, dass dieser Schutz verhindern soll, dass Lastwagen bei Unfällen das eigentliche Brückenbauwerk beschädigen. Schäden an der tragenden Struktur könnten sonst den Bahnverkehr langfristig gefährden. Mit der Konstruktion will man solche Risiken künftig ausschließen.
Sanierung in den Osterferien
In einem zweiten Bauabschnitt soll während der Osterferien die Brücke selbst instandgesetzt werden. Arbeiter reparieren dabei Unfallschäden aus den vergangenen Jahren und erneuern den Farbanstrich.
Gleichzeitig bereiten Fachleute das Bauwerk technisch auf eine mögliche künftige Nutzung im öffentlichen Nahverkehr vor. Geplant sind etwa 19.000 Zugüberfahrten pro Jahr mit modernen Triebwagen. Diese sollen die Strecke später mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometern pro Stunde befahren können.
Weitere Bauarbeiten entlang der Strecke
Auch an anderen Stellen der Aartalbahn laufen bereits Maßnahmen. In Wiesbaden-Dotzheim finden aktuell Gleisbauarbeiten statt. Im Mai folgen Sanierungen an den Eisenbahnbrücken Grundmühlweg und Wiesenstraße. In den Sommerferien steht zusätzlich die Brücke über die Schiersteiner Straße auf dem Bauplan.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen sollen die Arbeiten im südlichen Abschnitt der Strecke – zwischen dem Gleisanschluss der Sektkellerei Henkell und dem Bahnhof Wiesbaden-Dotzheim – noch in diesem Sommer abgeschlossen werden.
Museumseisenbahn ab 2026 möglich
Wenn die zuständige Landeseisenbahnaufsicht zustimmt, könnte der südliche Abschnitt bereits 2026 wieder für Museumseisenbahnverkehr geöffnet werden. Die Wiederinbetriebnahme des nördlichen Streckenabschnitts über die Eiserne Hand bis zum Bahnhof Hahn-Wehen ist derzeit für 2028 oder 2029 vorgesehen.
Damit rückt ein Ziel näher, das viele Eisenbahnfreunde seit Jahren verfolgen: Die Aartalbahn soll aus ihrem langen Dornröschenschlaf erwachen – zunächst mit historischen Zügen, später möglicherweise auch wieder im regulären Nahverkehr.
Symbolbild – Baustelle ©2024 Openstreetmap
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