Schüler gestalten den Bauzaun am Schlossplatz. Das Museum Reinhard Ernst begleitet die Kunstaktion.
Die Aktion an sich ist nicht neu. Ob zum Ball des Sports oder während des Baus vom Museum Reinhard Ernst: Mit selbstgemalten Bildern hatten Wiesbadener Schüler mit ihren Bunten Werken Leben in den tristen Alltag von Bauzäunen gebracht. So auch zuletzt im Herzen der Stadt: rund um den Schlossplatz. Seit November 2025 ist der Bauzaun vor der Marktkirche mehr als Grenze. Wo sonst Liebende turteln oder der Sternschnuppenmarkt glitzert fand während des Umbaus eine Kunstaktion statt. Sie verwandelte das eingehauste Denkmal Wilhelms von Oranien in ein temporäres Ausstellungsstück unter freiem Himmel.
Vom Museum auf die Baustelle
Zum Auftakt der Kunstaktion erklärte Museumsdirektor Dr. Oliver Kornhoff den Schülern vom Kunst-Leistungskurs des Gymnasiums Michelstadt sowie Schülern der IGS Alexej von Jawlenski Schule wie abstrakte Malerei Räume öffnet, Linien verdichtet und Farbe sprechen lässt. Blanka Slavik, zeigte im November Beispiele, diskutierte mit den Jugendlichen. Sie fragten, skizzierten, dachten laut.
Anschließend ging es mit Projektleiter Harald Hamm über die Baustelle. Schüler erfuhren Abläufe und entdeckten das Denkmal, das seit 1908 auf dem Platz vor der Marktkirche steht. Während der gesamten Bauzeit wurde das Denkmal von einem drei Meter hoher Holzzaun nicht nur geschützt, sondern gleichwohl für einige in dem Mittelpunkt gerückt: indem er zur Leinwand und zu einern Projektionsfläche avanzierte.
Acht Tafeln, viele Ideen
Bis Anfang des Monats – Februar 2026 – entwickeln die Schüler ihre Entwürfe. Acht Seekieferplatten mit jeweils 2,50 Metern Breite und 1,25 Metern Höhe warteten darauf, gestltet zu werden. Das Material stellten Gramenz und das Museum bereit. Die Arbeit ist vollbracht!
Am 19. Februar 2026 um 11 Uhr montieren die Beteiligten die Werke an der Einhausung. Dann entsteht eine Freiluftgalerie, die Passanten innehalten lässt. Wer über den Schlossplatz geht, sieht nicht nur Baufortschritt, sondern jugendliche Perspektiven. Nicht als Momentaufnahme, sondern die Bauphase begleitend.
Ein Platz im Wandel
Der Schlossplatz verändert sich grundlegend. Rund 2000 Quadratmeter Natursteinpflaster verlegen Arbeiter, sie pflanzen 24 Großbäume, bauen zwei unterirdische Zisternen ein und speichern künftig 40.000 Liter Regenwasser. Sie schaffen neue Strom- und Wasseranschlüsse, damit Feste weiterleben können.
Die Kunstaktion setzt genau hier an: Sie überbrückt Bauzeit mit Kreativität. Sie zeigt, dass Stadtentwicklung nicht nur Beton bewegt, sondern auch Köpfe.
Wenn im Sommer 2026 die Bauzäune fallen, erinnern vielleicht noch Fotos an diese Wochen. Doch bis dahin erzählt der Schlossplatz eine doppelte Geschichte: von Erneuerung – und von Kunst.
Archivfoto – Schüler begehen den Schlossplatz ©2026 Museum Reinhard Ernst
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Mehr vom Museum Reinhard Ernst finden Sie unter www.museum-reinhard-ernst.de.



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