70 Prozent der Grundstücke gehören der SEG. Zum Baustart werden es 75 Prozent sein. Mit anderen Bauträger am Dankwardweg ist man sich einig.

Der Magistrat hat die Sitzungsvorlagen für die Nutzungsplanänderung und die erweiterte Aufstellung des Bebauungsplans für die 8,6 ha große Fläche Südlich des Dankwardweg zugestimmt und an den Ortsbeirat weiter gereicht. Damit steht der Einleitung der Bauleitplanung – und der Realisierung eines neuen Wohnquartiers für bis zu 750 Wohneinheiten am Ortsrand des Ortsbezirks Südost nichts mehr im Wege.

Autoarm bis autofrei

Die Grundlage für eine nachhaltige, klimagerechte Stadtentwicklung bildet die Rahmenplanung als Ergebnis eines intensiven Abstimmungsprozesses zwischen dem Projektentwickler SEG und den zuständigen Fachämtern der Landeshauptstadt Wiesbaden. Im Sinne einer doppelten Innenentwicklung wird dabei sparsam mit Grund und Boden umgegangen. Städtebaulich wird das durch eine verdichtete Bauweise bei gleichzeitig hohem Anteil öffentlicher und privater Freiflächen erreicht. Zudem folgt die Wohnbauflächenentwicklung nachhaltigen Mobilitätsprinzipien und trägt damit zur Etablierung eines autoarmen bis weitgehend autofreien Quartiers bei.

Rückzugspunkte und Erholungsangebt

Zur Schaffung eines breiten Angebots für unterschiedliche Wohnbedarfe werden im Plangebiet vielfältige Gebäudetypologien angeboten. Rund 230 der geplanten 750 Wohneinheiten sind als öffentlich geförderter Wohnraum vorgesehen. 60. Zur Deckung der Bedarfe an Kinderbetreuungsplätzen werden im Plangebiet wie schon im Hainweg zwei Kindertagesstätten errichtet.

In der Quartiersmitte befindet sich ein öffentlicher Park, der neben seinen klimaökologischen und landschaftsplanerischen Funktionen insbesondere auch als Spiel-, Aufenthalts- und Erholungsfläche für alle Alters- und Nutzergruppen ausgebildet wird.

Karte: Neubaugebiet Dankersweg

Neubaugebiet Dankwardweg ©2021 LH Wiesbaden

Vier- bis sechsgeschössige Mehrfamilienhäuser

Der daran angrenzende Städtebau ist im Sinne einer urbanen Quartiersentwicklung mit vier- bis sechsgeschossigem Geschosswohnungsbau belegt. Die gewählten Hofstrukturen der Bebauung ermöglichen eine Verflechtung von privaten und öffentlichen Freiräumen und tragen damit zu einer hohen Nutzungsqualität für die künftige Bewohnerschaft bei.

Die Möglichkeit zur Realisierung von Eigenheimen in Form von Reihenhäusern ist im nördlichen Plangebiet gegeben. Nach aktuellem Stand sind hier sieben Reihenhäuser vorgesehen. Die gewählte Baustruktur reagiert städtebaulich auf die kleinteilige Bestandsbebauung des Umfelds welche in dieser Form erhalten bleibt und geht über zur verdichteten Bebauung in der Quartiersmitte.

Entlang des Siegfriedrings markiert eine strukturgebende geschlossene Bebauung den künftigen Ortseingang. Aufgrund der besonderen Lage eignet sich jener Teilbereich für die funktionale Unterbringung von Sondernutzungen, wie beispielsweise eines Nahversorgers zur Deckung des täglichen Bedarfs der künftigen Bewohnerschaft.

Autofrei mit Mobilitätshaus

Die geplante Quartiersentwicklung basiert auf der Implementierung nachhaltiger Mobilitätsprinzipien. Dabei werden auf Grundlage eines Mobilitätskonzept unterschiedliche Maßnahmen als Voraussetzung zur Einleitung eines nachhaltigen Mobilitätsverhaltens geschaffen. Neben gestalterischen Maßnahmen wie der Anpassung des Straßenquerschnitts der inneren Erschließung und dem Wegfall allgemeiner Besucherstellplätze, werden funktionale Maßnahmen wie Car-Sharing und die Unterbringung eines Mobilitätshauses in die Planung integriert. Im Rahmen des Modellprojekts ist es außerdem vorgesehen, den Stellplatzschlüssel in dem Quartier von derzeit 1 Stellplatz pro Wohneinheit zu senken. Ergänzend kommen infrastrukturelle Maßnahmen hinzu, insbesondere die Verbreiterung des Siegfriedrings entlang der südlichen Gebietsrandes zugunsten der Bereithaltung von Flächen zur Verbreiterung und Neuaufteilung des 2. Verkehrsrings.

2024 rollen die ersten Bagger

Durch die Entwicklung des Plangebiets mit der Schaffung von 750 neuen Wohneinheiten mit rund 55000 Quadratmetern Wohnfläche wird nicht nur quantitativ ein wichtiger Baustein zur Deckung der Wohnbedarfe in der Landeshauptstadt Wiesbaden beigetragen. Mit dem strategischen Ziel einer doppelten Innenentwicklung hinsichtlich Dichte, Urbanität und nachhaltiger Mobilität wird in Südost ein zukunftsfähiges neues Stadtquartier mit einer hohen Lebensqualität entstehen und damit den Siedlungsrand arrondieren. Wann die ersten Wohnungen bezugsfertig sein können, darauf will man sich auf Seiten der SEG zum jetzigen Planungsstadium noch nicht festlegen. Davon ausgehend, dass es vom Satzungsbeschuss bis zu 9 Monaten dauert, bis Baurechte vergeben sind, ist davon auszugehen, dass die ersten Bagger für Erschließungsarbeiten 2024 auf dem Baufeld rollen könnten. Verglichen mit dem Baufeld am Hainweg könnte das heißen, das die ersten Wohnungen 2026/2027 bezogen werden.

Karte: Rahmenplan Neubaugebiet südlich des Dankersweg. ©2021 LH Wiesbaden

Rahmenplan Neubaugebiet südlich des Dankwardweg. ©2021 LH Wiesbaden

Bild oben @2021 Volker Watschounek

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Die Internetseite der SEG Stadtenwicklungsgesellschaft finden Sie unter www.seg-wiesbaden.de

 

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