Sie hat sich dafür eingesetzt, dass Ultraschall einen festen Platz in der Diagnostik bei Sehnenentzündungen hat, und er hat das Behandlungsparadigma Bein rheumatoider Arthritis umgekehrt.

Der Carol Nachman Preis wir 50 Jahre. Die Liste der Preisträger ist lang. 1972 wurde der mit 37500 Euro dotierte Preis für Rheumatologie zum ersten Mal in Wiesbaden verliehen, und zählt damit zu einem der höchstdotierten Medizinpreisen von Deutschland. In diesem Jahr geht er an die italienische Wissenschaftlerin und Ärztin Prof. Dr. Maria-Antonietta D´Agostino aus Italien und ihren niederländischen Kollegen Professor Dr. Maarten Boers. Das Kuratorium entschied sich außerdem für Dieter Wiek aus Hünxe sowie Professor Dr. Reinhold E. Schmidt als Träger der mit 2500 Euro dotierten Carol-Nachman-Medaille.  Im Jubiläumsjahr verleihen Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende den Carol-Nachman-Preis für Rheumatologie der Landeshauptstadt Wiesbaden am Freitag, 24. Juni, gemeinsam im Wintergarten des Wiesbadener Kurhauses.

Behandlungsparadigma bei Arthritis

Professor Dr. Maria-Antonietta D´Agostino arbeitet und forscht an der Universita Cattolica del Sacro Coure in Rom. Sie hat als erste die Bedeutung des Ultraschall-Nachweises von entzündeten Sehnenansätzen (Enthesitis) in der Vorhersage und frühen Diagnose von Spondyloarthritiden erkannt. Ihren Forschungsinitiativen und der Umsetzung in edukative Programme mit Kursen und Lehrbüchern ist es zu verdanken, dass in Europa die Ultraschalldiagnostik ihren festen Platz in der Versorgung rheumatologischer Patienten gefunden hat. Professor Dr. Maarten Boers aus Amersfoort in den Niederlanden wird geehrt für die Einführung der Induktionsbehandlung mit Glukokortikoiden als Überbrückungstherapie bei rheumatoider Arthritis, die das bis dato bestehende Behandlungsparadigma umkehrt und zu geringeren Gelenkschäden bei gleichzeitig verbesserter körperlicher Funktion führt.

Erster Preisträger posthum

Dieter Wiek erhält die Carol-Nachman-Medaille für seinen langjährigen Einsatz in der Patientenfortbildung in der Rheumatologie. Er ist selbst Rheumapatient und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten und Ärzten gleichermaßen zu helfen, rheumatische Erkrankungen besser zu verstehen und damit zum Wohlergehen der Patienten beizutragen. Mit dem im Januar dieses Jahres verstorbenen Immunologen Prof. Dr. Reinhold E. Schmidt wird erstmals ein Preisträger posthum für sein Lebenswerk geehrt. Ihm sind wesentliche pathogenetische und klinische Erkenntnisse zu NK-Zellen, sowie zu primären und sekundären Immundefizienzen zu verdanken. Durch ihn hat sich die klinische Immunologie als Bindeglied zwischen Rheumatologie und Infektiologie etabliert.

Über den Color Nachmann Preis

Carol-Nachman-Preis und –Medaille tragen den Namen ihres Stifters, des langjährigen Spielbank-Konzessionärs und Wiesbadener Ehrenbürgers, Carol Nachman. Vor 50 Jahren haben er und der Wiesbadener Rheumatologe Prof. Klaus Miehlke den Preis gemeinsam mit dem Wiesbadener Bürgermeister Alfred Herbel aus der Taufe gehoben. Seit 1972 wurde der Preis an mehr als 80 international anerkannte Wissenschaftler vergeben. Auch nach dem Tod des Preisgebers hat die Spielbank Wiesbaden weiterhin die finanzielle Ausstattung übernommen. Damit soll die für alle so wertvolle Arbeit der Mediziner und Wissenschaftler gegen die Volkskrankheit mit der jährlichen Stiftung des Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für Rheumatologie gewürdigt werden. Im Laufe der Jahre hat das Casino mehr als 1,6 Millionen Euro dafür bereitgestellt.

Am Nachmittag vor der Verleihung wird im Rahmen des Carol-Nachman-Symposiums im Festsaal des Wiesbadener Rathauses an 50 Jahre Carol-Nachman-Preis der Landes-hauptstadt Wiesbaden – 50 Jahre Meilensteine der Rheumatologie erinnert.

Bild: Dr. Manuel González Reyes auf Pixabay bearbeitet Wiesbaden lebt!

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