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Digitaler Zwilling der Landeshauptstadt.

Wiesbaden hebt ab: Digitale Tour durch die World Design Capital

Wiesbaden verbindet Kultur und Technologie und macht die Projekte der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 digital erlebbar. Ein neuer virtueller Stadtrundgang führt interaktiv durch mehr als 30 Orte und zeigt, wie Design die Stadt verändert und neue Perspektiven eröffnet.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 4 Tagen vor 0

Mit einem digitalen Zwilling macht Wiesbaden seine Designprojekte sichtbar und lädt zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch die Stadt ein.

Wiesbaden hebt nicht ab – zumindest nicht physisch. Doch wer sich durch den neuen digitalen Zwilling bewegt, gleitet plötzlich durch Straßen, Plätze und Ideenräume. Die Stadt zeigt ihre Projekte zur World Design Capital Frankfurt RheinMain nicht mehr nur vor Ort, sondern auch im virtuellen Raum. Und das wirkt überraschend lebendig.

Das Kulturamt und das Entwicklerteam hinter dem digitalen Stadtmodell verknüpfen erstmals Kultur mit Technologie so eng, dass man sich fragt: Warum nicht schon früher?

Mehr als nur eine Karte

Das neue Visualisierungs-Modul macht aus einer nüchternen Stadtkarte eine interaktive Bühne. Über 30 Projekte erscheinen als markierte Orte, angereichert mit Bildern, Videos und weiterführenden Informationen. Wer klickt, erfährt mehr. Wer fliegt, entdeckt Zusammenhänge.

Die Nutzer bewegen sich per Kameraflug durch Wiesbaden, springen von einem Projekt zum nächsten und erleben die Stadt wie ein offenes Netzwerk. Das fühlt sich weniger nach Stadtplan an – eher nach digitaler Expedition.

Design trifft Daten

Jörg-Uwe Funk, Leiter des Kulturamts, spricht von einer „neuen Möglichkeit, Vielfalt sichtbar zu machen“. Tatsächlich entsteht hier mehr als eine Präsentation. Die Plattform verbindet Inhalte, Orte und Perspektiven. Sie zeigt, wie Design in Wiesbaden wirkt – im Stadtraum und im Denken.

Auch technisch setzt das Projekt Maßstäbe. Das Modul integriert externe Inhalte, verlinkt auf Plattformen und bündelt Informationen, ohne sie zu überfrachten. Wer möchte, kann tief eintauchen. Wer nur stöbern will, bleibt an der Oberfläche und lässt sich treiben.

Vom Bildschirm in den Raum

Ab Mai geht das Digitale sogar einen Schritt weiter: Im WerkRaum im ehemaligen Sportscheck-Gebäude lädt ein interaktiver Tisch dazu ein, die Projekte gemeinsam zu erkunden. Entwickelt von Point.Architektur in Kooperation mit Prof. Jörg Waldschütz, bringt er die virtuelle Stadt zurück in den physischen Raum.

So schließt sich der Kreis: Die digitale Welt verweist auf die echte – und umgekehrt.

Eine Stadt erzählt sich neu

Die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 liefert den Anlass, und Wiesbaden nutzt die Gelegenheit konsequent. Die Stadt zeigt nicht nur, was sie gestaltet. Sie zeigt auch, wie sie denkt.

Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Innovation: Nicht das Tool, nicht die Technik – sondern die Art, wie eine Stadt beginnt, sich selbst zu erzählen.

Symbolfoto ©2025 Volker Watschounek

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