Das Event Rider Masters (ERM) besteht in diesem Jahr aus sechs Strecken. Neu dabei sind Strecken in Frankreich und Irland – und Wiesbaden ist nach England die Zweite Etappe.

Ich bin stolz wie ein Spanier, strahlte Ingrid Klimke nach ihrem Dressurerlebnis. Sie sei so gerührt. Bobby habe Klimke jetzt seit zehn Jahren und er sei eigentlich kein Dressurtalent. Als Perfektionistin habe ich ihm alles beigebracht, damit wir hier und da noch ein Pünktchen rausholen. Er hat alles gelernt und er gibt alles im Dressurviereck,“ erzählt die Reiterin nach der Prüfung.

„Bobby war so konzentriert, so bei mir. Er wollte unbedingt zeigen, dass er jetzt alles kann.“ – Ingrid Klimke

Sie habe noch nie so ein Dressurgefühl gehabt wie heute im Wiesbadener Dressurviereck. Bobby war so konzentriert, so bei mir. Er wollte unbedingt zeigen, dass er jetzt alles kann. Eine Kleinigkeit sei ihnen in ihrer Prüfung unterlaufen. Ich wollte Bobby vor dem ersten Galoppwechsel noch einmal aufnehmen und er ist sofort umgesprungen, erklärt Klimke und ergänzte grinsend. Ich habe dann so getan, als ob der Wechsel schon gewollt war, aber ich denke, die Richter haben gesehen, dass er mir den etwas geklaut hat. Trotz allem war der Wechsel gut durchgesprungen und sonst floss die Prüfung in einem perfekten Guss. Personal Best für die Wiesbaden-Sieger des vergangenen Jahres.

Er hatte eine längere Pause nach einer Impfreaktion, ist deswegen ja auch nicht in Badminton am Start gewesen, aber ist wieder top in Form wie wir gesehen haben. “ – Hans Melzer, Bundestrainer 

Klimke mit SAP Hale Bob Old, Julia Krajewski mit Samourai du Thot, Michael Jung mit Star Connection – so hieß das Top-Trio nach der Teildisziplin Dressur, Bundestrainer Hans Melzer strahlte. Das Springen, als zweite Teildisziplin am Nachmittag auf dem Programm, wirbelte allerdings einiges durcheinander. Direkt an Sprung eins fiel die erste Stange bei dem Weltrekord-Paar Klimke und Bobby, zwei weitere folgten. Das war ganz ungewöhnlich für Bobby, erklärte Melzer. Er hatte eine längere Pause nach einer Impfreaktion, ist deswegen ja auch nicht in Badminton am Start gewesen, aber ist wieder top in Form wie wir gesehen haben. Vielleicht habe ihm ein Springtraining vor Wiesbaden gefehlt.

„Eigentlich wollte ich mit meiner französischen Stute Amande de B’Neville in Wiesbaden an den Start gehen, aber sie war nicht ganz fit.“ – Julia Krajewski, Championatsreiterin

Die Führung übernimmt nach den ersten beiden Disziplinen dann Julia Krajewski mit ihrem Spitzenpartner Samourai du Thot. Im Gelände morgen am Samstag wird das Paar leider nicht an den Start gehen können. Ich wollte unbedingt in Wiesbaden an den Start gehen. Die Kulisse, der große Springplatz, das ist so schön und ein perfektes Warm Up für die Deutsche Meisterschaft nächste Woche. Bei der DM am kommenden Wochenende wird die Langenhagenerin versuchen, ihren Titel zu verteidigen. Aber um ‚Sam‘ nicht zu überfordern, verzichtet sie auf das Gelände in Wiesbaden.

„Jetzt, wo ich nach Dressur und Springen in Führung liege, kribbelt es natürlich ganz schön. Ich würde super gerne morgen mitreiten, aber das wäre Sam gegenüber nicht fair.“ Julia Krajewski, Championatsreiterin

Weil Krajewski am Samstag nicht an den Start geht, startete der viermalige Wiesbaden-Sieger Michael Jung als Punktbester ins Gelände. Für ihn und seinen Partner Star Connection ist Wiesbaden ein Turniercomeback nach gut eineinhalb Jahren verletzungsbedingter Pause. Ein gewaltiges Comeback, war Melzer beeindruckt. Der elfjährige Chacco-Blue-Sohn hat schon in jungen Jahren bewiesen, dass er ein besonders Guter ist. Mit sechs Jahren war er bereits Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde.
In der zweiten Vielseitigkeitsprüfung, dem Veronika Dyckerhoff-Gedächtnis-Preis, liegt nach Dressur und Springen Dirk Schrade in Führung. Der Mannschafts-Olympiasieger von 2012 sitzt in Wiesbaden im Sattel des zehnjährigen Catoki-Sohns Catelan. Diese Prüfung ist zugleich Wertungsprüfung des U25-Förderpreises Vielseitigkeit.

„Das PfingstTurnier kombiniert Liebe und Engagement, was man überall spürt, mit einer tollen Atmosphäre und hochklassigem Sport.“ – Astrid Schulte

1.100 Grundschulkinder staunten, streichelten Pferdefell und bewunderten die internationalen Reiter und Pferde beim Internationalen Pfingstturnier Wiesbaden. Gemeinsam mit Wiesbadener Reit- und Fahr-Club lud der Pferdesportverband Hessen erneut zu einem Projekttag ein. Der Andrang war enorm! „Ich finde es unheimlich wichtig, dass Kinder mit Tieren umgehen“, erklärt Astrid Schulte, Vorstandsmitglied der Heraeus Bildungsstiftung, die mit großem Vergnügen die Kinder auf dem internationalen Pferdesport-Event beobachtete. Gerade Pferde sind so wertvolle Sportpartner. Sie vermitteln so wichtige Werte wie Respekt, Vertrauen und Naturverbundenheit. Schulte selbst ist Hobbyreiterin und Mutter einer reitenden Tochter, sie betont: Das Strahlen in den Kinderaugen, wenn sie hier vorne im Kinderland des PfingstTurniers auf die Ponys steigen dürfen – das ist so toll. Ebenso begeistert ist Schulte von den vielen Schülern, die ehrenamtlich beim Ponyreiten helfen.

Besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung war am Freitag das Wetter. Ein Krisenstab aus Veranstalter, Feuerwehr und Polizei traf sich in regelmäßigen kurzen Abständen, beobachtete intensiv die Lage und erstellte diverse Handlungspläne. Die Unwetterwarnungen schwankten zwischen ‚extremem Unwetter‘ und ‚zieht vorbei‘. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Zuschauer kurz vor 18.00 Uhr an Unwetter sicheren Plätzen untergebracht, eine gute halbe Stunde später konnte der Park wieder freigegeben werden und die Veranstaltung wurde fortgesetzt. Erneut aufkommender Regen mit Wind sorgte dafür, dass die Veranstalter den Beginn der PferdeNacht um eine halbe Stunde verschoben. Das Barrieren-Springen wurde nach Absprache mit allen Beteiligten an diesem Abend gestrichen und wird eventuell am Sonntag nachgeholt.

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