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Körper im Fluss der Klänge: „Become Ocean“ verbindet Tanz, Musik und Raum zu einem eindringlichen Erlebnis über Natur und Wandel.

Wellen aus Klang und Körper: „Become Ocean“ erobert Wiesbaden

Das Hessische Staatsballett bringt mit „Become Ocean“ ein intensives Bühnenerlebnis nach Wiesbaden. Tanz, Musik und Installation verschmelzen bei der Premiere am 2. April zu einer eindringlichen Reflexion über Natur, Klima und die Zukunft des Wassers – begleitet von einer Ausstellung, die Fragen stellt, die bleiben.

Volker Watschounek 2 Stunden vor 0

„Become Ocean“ verbindet Tanz, Klang und Raum zu einer bewegenden Meditation über Natur und Klimakrise – mit Ausstellung zum Thema Wasser.

Wenn sich am 2. April im Großen Haus der Vorhang hebt, setzt das Hessisches Staatsballett nicht auf eine Geschichte im klassischen Sinn. Es lässt eine Erfahrung entstehen. Become Ocean flutet den Raum mit Klang, Bewegung und Licht – und zieht das Publikum in eine Welt, die fern wirkt und doch erschreckend nah ist.

Staatstheater Wiesbaden

Premiere – Become Ocean
Eintritt: ab 11,00 Euro
Wann: Donnerstag, 02. April 2026, ab 19:30 Uhr
Weitere Termine: 01. April
Wo: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Großes Haus, Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden

Die Musik von John Luther Adams trägt diesen Abend. Sie wächst langsam, sie schichtet sich, sie pulsiert. Sie kennt keine Eile. Stattdessen entfaltet sie eine Weite, die an Landschaft erinnert – an Alaska, an Licht, an Kälte, an offene Horizonte. Adams, der lange im Umweltschutz arbeitete, hat diese Erfahrung in Töne übersetzt. Seine Komposition fragt nicht laut, aber sie lässt keine Ruhe: Was geschieht, wenn das Meer zurückkehrt?

Körper folgen den Strömungen

Das Choreografenduo Lee/Vakulya greift diese Bewegung auf und übersetzt sie in Tanz. Die Körper auf der Bühne reagieren nicht nur auf Musik – sie scheinen Teil von ihr zu werden. Sie fließen, sie brechen, sie setzen neu an. Mal treiben sie wie Wellen, mal verdichten sie sich zu Formationen, die Spannung aufbauen und wieder lösen.

Dabei arbeitet das Duo mit Präzision und Offenheit zugleich. Chen-Wei Lee und Zoltán Vakulya verbinden unterschiedliche choreografische Ansätze, lassen Einflüsse aus der internationalen Tanzszene sichtbar werden und formen daraus eine eigene Sprache. Diese Sprache fordert die Tänzerinnen und Tänzer heraus – körperlich wie emotional.

Raum, der sich verwandelt

Die Bühne bleibt nicht statisch. Seyama entwirft eine Installation, die sich verändert, die Licht einfängt, die Reflexionen erzeugt. Sie schafft keine feste Landschaft, sondern einen Zustand. Der Raum wirkt lebendig, reagiert auf Bewegung und Klang, öffnet und schließt sich.

Sounddesignerin Fanny Thollot und Designer Damur Huang erweitern diese Wirkung. Sie verbinden visuelle und akustische Ebenen, lassen Übergänge entstehen, die kaum zu greifen sind. So entsteht ein Gesamtkunstwerk, das nicht erklärt, sondern spüren lässt.

Klimafrage als leiser Unterton

„Become Ocean“ erzählt keine konkrete Geschichte – und trifft doch mitten ins Jetzt. Adams selbst beschreibt seine Komposition als Rückkehr zum Ursprung. Das Leben kam aus dem Meer. Und vielleicht führt es wieder dorthin zurück. Diese Idee zieht sich durch den Abend wie ein leiser Strom. Sie drängt sich nicht auf. Aber sie bleibt. Gerade darin liegt ihre Kraft.

Ausstellung öffnet den Diskurs

Parallel zur Premiere erweitert das Hessisches Staatstheater Wiesbaden den Blick. Die Ausstellung „Alles im Fluss!? – Wasser in der Krise“ zeigt, wie eng Klima und Wasser zusammenhängen. Sie erklärt Zusammenhänge, die oft abstrakt wirken, und macht sie greifbar. Sie zeigt, wie Wirtschaft und Konsum Wasser beeinflussen. Sie stellt Fragen nach Verteilung, nach Verantwortung, nach Zukunft. Und sie rückt Städte und Gemeinden in den Fokus, die sich an neue Bedingungen anpassen müssen.

Auch weitere Produktionen im Haus greifen diese Themen auf – vom Jugendstück „Wenn Wolken wachsen“ bis zur Oper „Schneeflöckchen“ und dem Schauspiel über einen verschwindenden See.

Ein Abend, der weiterwirkt

„Become Ocean“ endet nicht mit dem letzten Ton. Der Abend trägt sich hinaus – in Gedanken, in Gespräche, in Fragen. Er verlangt keine schnellen Antworten. Aber er zwingt dazu, hinzusehen. Das Meer rauscht weiter. Und plötzlich wirkt es näher als zuvor.

Foto – Foto – Körper im Fluss der Klänge: „Become Ocean“ verbindet Tanz, Musik und Raum zu einem eindringlichen Erlebnis über Natur und Wandel. ©2026 Andreas Etter

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