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Karin Fellner und Lara Rüter erhalten 2026 in Wiesbaden den Lyrikpreis Orphil und den Orphil-Debütpreis.

Poesie mit Witz und Tiefe: Orphil-Preis geht an Karin Fellner

Wiesbaden ehrt zwei Stimmen der Gegenwartslyrik: Der Lyrikpreis Orphil geht an Karin Fellner, der Debütpreis an Lara Rüter. Im Literaturhaus Villa Clementine feiern Jury und Publikum eine Poesie, die Witz, Sprachlust und gesellschaftliche Fragen verbindet.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Monaten vor 0

Die Stadt verleiht den diesjährigen Lyrikpreis Orphil an Karin Fellner. Der Debütpreis geht an Lara Rüter für ihr poetisches Erstlingswerk.

Mit dem Lyrikpreis Orphil würdigt die Landeshauptstadt Wiesbaden 2026 die Dichterin Karin Fellner. Den Orphil-Debütpreis erhält Lara Rüter. Beide Autorinnen stehen für eine Lyrik, die Sprache spielerisch befragt und zugleich aufmerksam auf die Gegenwart blickt.

Gesprächspoesie mit Witz und Tiefgang

Karin Fellner überzeugt die Jury mit ihrem bisheriges Werk und besonders für den Gedichtband „Polle und Fu“. Die Autorin entfaltet darin eine lebendige Gesprächspoesie. Ihre Figuren begegnen einander mit Humor, Wortlust und überraschenden Pointen.

Die Jury beschreibt diese Lyrik als sprachlich überschäumend und zugleich wach für gesellschaftliche Fragen. Fellner beobachtet ihre Zeit genau. Sie fragt, wie Menschen in einer Welt handeln, die oft aus dem Gleichgewicht gerät.
Die 1970 in München geborene Autorin studierte Psychologie in Konstanz und Literaturwissenschaft in München. Heute arbeitet sie als Schriftstellerin, Schreibcoach und Lyrikvermittlerin. Sie leitet Workshops, etwa am Lyrik Kabinett München. Mehrere Preise würdigen bereits ihr Werk – darunter der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis und der Lyrikpreis der Südpfalz.

Debüt zwischen Mythos und Digitalwelt

Mit dem Orphil-Debütpreis ehrt die Jury die Lyrikerin Lara Rüter für ihren Band „amoretten in netzen“.

Rüter verbindet in ihren Texten verschiedene Formen, Sprachen und Tonlagen. Antike Mythen flirren neben Bildern aus dem digitalen Alltag. Wortwitz und existenzielle Fragen greifen ineinander.Die 1990 in Hannover geborene Autorin studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihr Debüt überzeugte bereits beim Wettbewerb Open Mike. 2026 erschien zudem ihr Buch „Affenliebe“.

Lyrikpreis Orphil und Orphil-Debütpreis

Preisträger Orphil-Preis

Ursula Krechel (2012)
Karin Kiwus (2014)
Ulrike Draesner (2016)
Christoph Meckel (2018)
Marion Poschmann (2020)
Daniela Danz (2022)

Preisträger Orphil-Debütpreis

Simone Kornappel (2012)
Levin Westermann (2014)
Rike Scheffler (2016)
Sibylla Vričić Hausmann (2018)
Eva Maria Leuenberger (2020)
Ronya Othmann (2022)

Lyrikabend im Literaturhaus

Die Preisverleihung findet am 9. Juni um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine statt. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl überreicht die Preise. Beide Autorinnen lesen aus ihren Gedichten. Gitarrist Volker Reichl begleitet den Abend musikalisch.

Der Lyrikpreis Orphil geht auf die Stiftung von Ilse Konell zurück, der Witwe des Dichters George Konell. Er lebte viele Jahre in Wiesbaden und prägte die literarische Szene der Stadt. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro, der Debütpreis mit 2.500 Euro dotiert.

Foto – Karin Fellner und Lara Rüter erhalten 2026 in Wiesbaden den Lyrikpreis Orphil und den Orphil-Debütpreis. ©2026 Webseite Lara Rüter / Von Amrei-Marie – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

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Die Internetseite zum Orphil Literaturpreis finden Sie unter www.wiesbaden.de.

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