Die Skulptur offenbart AfD-Zitate und Widersprüche: Ein Blick ins Innere zeigt, wie demokratische Werte und Verfassungsgrundsätze infrage gestellt werden.
Zwischen den Wahlkampfständen auf dem Mauritiusplatz hat das Wiesbadener Bündnis für Demokratie am Samstag die Kunstinstallation Das blaue trojanische Pferd präsentiert. Zahlreiche Passanten, darunter auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, blieben stehen und schauten sich das hölzerne Pferd an. Es diente dazu, hinter die vermeintlich harmlose und bürgerliche Fassade der AfD zu blicken.
Bündnis für Demokratie
Das Wiesbadener Bündnis für Demokratie besteht aus zahlreichen Vertretern und Vertrerinnen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Verbänden und Parteien und ruft mit dieser Aktion zusammen mit der Plakatkampagne „Demokratie lebt von Dir!“ dazu auf, bei der Kommunalwahl am 15. März demokratische Parteien zu wählen.
Die Skulptur ist optisch angelehnt an das hölzerne Pferd, mit dem die Sicherheit Trojas untergraben wurde. Duch Klappen am Rumpf kann man ins Innere des Pferdes schauen: Hier haben die Menschen AfD-Zitate gesehen, die mit Quellenangaben eingeordnet wurden: So etwa die Aussage, dass die AfD fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehe.
AfD-Zitate gaben Klarheit
„Tatsächlich seien aber mehrere Landesverbände bereits als ,gesichert rechtsextremistisch‘ durch den Verfassungsschutz eingestuft“, so Inge Groebel von den Naturfreunden, die Mitglied im Bündnis sind. „Zahlreiche AfD-Abgeordnete und Mitarbeiter wurden zudem strafrechtlich belangt und es ist belegt, dass die Partei mit verfassungsfeindlichen Organisationen und Personen in Verbindung gebracht werden kann“, ergänzt Groebel. Auch die Relativierungen und Verharmlosungen der nationalsozialistischen Verbrechen durch die Partei werden mit dem Pferd aufgezeigt.
AfD-Vertreter kokettieren
„Nach außen gibt die AfD vor, sich für die ,kleinen benachteiligten Leute‘ einzusetzen“, so Uta Brehm, die Initiatorin der Aktion für das Bündnis für Demokratie. „Das Programm und die Äußerungen führender Vertreter zeigen jedoch: Zentrale sozialstaatliche Prinzipien werden infrage gestellt“, so Brehm weiter: „Die Partei will Deutschsein nach ethnischer Zugehörigkeit definieren. Einige AfD-Vertreter kokettieren bereits damit, auf zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland verzichten zu wollen – der Anteil der Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Ein großer Teil davon hat einen deutschen Pass, es sind unsere Nachbarn, liebgewonnenen Kolleginnen und außerdem unverzichtbare Arbeitskräfte in einer Vielzahl systemrelevanter Berufe.“
Foto – Trojanisches Pferd auf dem Mauritiusplaztz. ©2026 Evangelisches Dekanat
Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier.
Mehr vom Bündnis für Demkokratie.



„Es darf keinen Digitalisierungszwang geben“
Industriebeirat im Austausch mit Kandidierenden
„Wohnungen ja, Bürokratie und Mobilität nein“
ESWE-Betriebshof aus der Innenstadt verlagern
Wiesbaden erlebt den Wahlabend live, im Rathaus?
Endspurt: Wahlbriefe bis Sonntag, 18 Uhr abgeben 
