Ein Enkel habe einen Unfall verursacht und müsse jetzt für Arztkosten aufkommen. Er sitze im Gefängnis und benötige Geld für eine Kaution.

Am Dienstag haben dreiste Telefonbetrüger mindestens drei Wiesbadener angerufen und versucht, sie durch Schockanrufe  mit einer geschickten und skrupellosen Gesprächsführung in eine emotionale Extremsituation zu bringen. Auf diese Art und Weise versuchen sie das rationale Denken und Handeln ihrer Gesprächparter negativ zu beeinflusst, damit diese letztlich Wertgegenstände oder Bargeld an unbekannte Abholer herausgeben.

Anrufer scheitern

Erfreulicherweise haben die Angerufenen diesmal die Lage richtig eingeschätzt, und sich direkt bei der Polizei gemeldet. Auf die Schauermärchen der Anrufenden Personen haben sie besonnen reagiert – und ließen so die Betrüger abblitzen. Die „Spielarten“ dieser Schockanrufe sind hierbei vielfältig.

Betrugsmaschen

Regelmäßig ruft regelmäßig das angebliche Enkelkind mit weinerlicher Stimme an und schildert einen tödlichen Verkehrsunfall, den es verursacht hätte. Nur die Zahlung einer höheren Kaution könne nun verhindern, dass es von der Polizei eingesperrt wird. Im weiteren Gesprächsverlauf meldet sich dann ein angeblicher Polizeibeamter, ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft oder des Amtsgerichtes, welche den Sachverhalt bestätigen und den genauen Zahlungsablauf vorgeben. In anderen Fällen ist direkt ein angeblicher Polizeibeamter am anderen Ende der Leitung, der von einem schweren – oftmals tödlichen – Verkehrsunfall spricht, in den ein Familienangehöriger des Angerufenen verwickelt worden sei. Die Behandlungskosten im oftmals fünfstelligen Bereich müssten nun umgehend beglichen werden, wofür „die Polizei“ jemanden zur Abholung vorbeischicken würde. Dass in diesen Zusammenhängen noch die Vermögenswerte der Seniorinnen und Senioren erfragt werden, ist nicht unüblich.

Im Zweifel immer die Polizei anrufen

Gerade die Angst, Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen wird hier auf äußerst niederträchtige Art und Weise ausgenutzt. Die Polizei appelliert daher an die Bevölkerung, bei solchen Anrufen äußerst sensibel zu reagieren und sich nicht zu übereilten Geldübergaben überreden zu lassen. Im Zweifelsfall sollte die Polizei unter der 110 verständigt werden. Darüber hinaus wird in den meisten Fällen eine Rückversicherung bei den tatsächlichen Verwandten, Freunden oder Arbeitskollegen Klarheit bringen. Jüngeren Menschen empfehlen wir, sich mit ihren Eltern und Großeltern über diese perfiden Taten auszutauschen und damit für die notwendige Sensibilität zu sorgen. In jedem Fall können Sie sich sicher sein, dass die Polizei am Telefon niemals Ihre Vermögenswerte erfragen oder Geld bei Ihnen Zuhause abholen wird.

Foto: ©2018 Polizei Beratung / Bankenverband

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Eine offizielle Internetseite der Polizei Hessen mit Betrugsmaschen finden Sie unter www.polizei-beratung.de.

 

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