Die drei Plattformen „BoyVids 6.0“, „Forbidden Love“ und „Child Porn Market” sind seit Anfang Dezember 2022 nicht mehr im Netz aufrufbar.

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – ist es gelungen, die Darknet-Plattformen BoyVids 6.0, Forbidden Love und Child Porn Market abzuschalten, auf denen Fotografien und Videos von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern zum Tausch bzw. zum Kauf angeboten wurden. Bei den abgeschalteten Plattformen handelte es sich um die aktuell größten Anbieter von Abbildungen sexualisierter Gewalt an Kindern im Darknet.

Schlag gegen Porno-Ring

Zudem wurden in diesem Zusammenhang in den vergangenen Wochen drei Beschuldigte in Deutschland festgenommen, darunter der mutmaßliche Haupt-Administrator aller drei Plattfor- men. Gegen die Beschuldigten besteht der dringende Verdacht der bandenmäßigen Verbreitung von Kinderpornografie.

BoyVids 6.0

Nachdem BKA und ZIT bereits 2017 die Plattform Elysium mit 111000 registrierten Usern und 2021 die Seite Boystown mit 400000 registrierten Usern erfolgreich vom Netz nehmen und die Verantwort lichen festnehmen konnten, hatte sich die Plattform BoyVids 6.0 seit dem vergangenen Jahr als Tausch-Seite für Abbildungen sexualisierter Gewalt an Kindern, in diesem Fall an Jungen, etabliert. 410000 registrierte Nutzer konnten dort auf Fotografien und Videos von Darstellungen sexueller Gewalt gegenüber männlichen Kindern zugreifen.

Forbidden Love

Die Seite Forbidden Love fungierte im Darknet als Tausch-Plattform für Abbildungen sexualisier- ter Gewalt an Mädchen. Sie bestand seit Februar 2022 und hatte zum Zeitpunkt ihrer Abschaltung 846000 registrierte Nutzer, die hier Zugriff auf Fotografien und Videos von Darstellungen sexueller Gewalt gegenüber weiblichen Kindern hatten.

Child Porn Market

Auf den Verkauf von Abbildungen sexualisierter Gewalt an Kindern ausgerichtet war die Seite Child Porn Market, die im Tor-Netzwerk unter der Abkürzung „CP Market“ seit etwa Oktober 2022 online war. Hier wurden zuletzt etwa 120 Videodateien sexueller Gewalt gegen männliche und weibliche Kinder angeboten.

Die hohen Zahlen registrierter Nutzer sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass die drei Plattformen international ausgerichtet waren und Zugriffe aus aller Welt erfolgten.

Fahndungserfolg für BKA und ZIT

Maßgeblich gesteuert wurden die Plattformen jedoch aus Deutschland. Der mutmaßliche Haupt- Administrator, ein 21-Jähriger aus Sachsen, soll u. a. bereits auf der 2021 vom Netz genommenen Plattform Boystown aktiv gewesen sein. Dort soll er sich am Austausch kinderpornografischen Materials beteiligt haben. Nach der Schließung von Boystown soll der Beschuldigte die Nach- folge-Plattform BoyVids 6.0 gegründet haben. Seine Festnahme erfolgte am 29.11.2022 nach intensiven Ermittlungen von BKA und ZIT, durch die der Tatvorwurf gegen ihn erhärtet und die Identität des Mannes, der anonym im Tor-Netzwerk agierte, letztlich erfolgreich aufgedeckt werden konnte.

Mittäter

Zwei weitere, ebenfalls beschuldigte Männer, welchen die Verbreitung kinderpornografischen Ma- terials vorgeworfen wird, wurden ebenfalls festgenommen Hierbei handelt es sich um einen 44- Jährigen aus Niedersachsen, welcher am 6. November 2022 festgenommen werden konnte, sowie um einen 45-Jährigen aus Schleswig-Holstein, der schließlich am 13. Dezember 2022 festgenommen wurde.

Zeitgleich zu den polizeilichen Maßnahmen in Deutschland kam es Ende November 2022 in enger Abstimmung mit ZIT und BKA auch zu einer Verhaftung im Ausland. So wurde in Brasilien ein Administrator der Darknet-Plattform „Forbidden Love“ festgenommen. Ermittlungen gegen weitere bislang unbekannte Betreiber und Nutzer der Plattformen dauern an.

Internationale Zusammenarbeit

Der Erfolg der Operation basiert auch auf der guten internationalen Zusammenarbeit mit den Part- nerdienststellen des BKA in Brasilien (Policia Federal), den USA (FBI) und Australien (AFP).

Foto: ©2022 Pixabay

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Eine Internetseite vom Bundeskriminalamt finden Sie unter www.bka.de.

 

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