Bei Jugendlichen hoch im Kurs: Eine Ausbildung zu medizinischen Fachangestellten, Tischler oder  Kfz-Mechatroniker – aber auch Bürojobs.

Es war einmal und das ist noch gar nicht so lange her. Die meisten Eltern können sich daran erinnern. Wer mach der Schule gleich einen Ausbildungsvertrag haben wollte, musste sich frühzeitig darum bemühen. Das Halbjahreszeugnis war die Eintrittskarte in das Berufsleben. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur die Ausbildungslage insgesamt deutlich günstiger ist. Wer jetzt noch eine Ausbildung sucht, hat bei entsprechender Qualifikation gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Das gilt auch für die rund 300 Schüler, die laut einer aktuellen Abfrage an 18 Schulen noch keinen Ausbildungsplatz haben. Ob sie am Ende dort landen wo sie hin möchten ist fraglich. Davon ungeachtet ruft Sozialdezernent Christoph Manjura Unternehmen dazu auf, wenn sie dieses Jahr noch ausbilden möchten, mit der Schulsozialarbeit Kontakt aufzunehmen.

„Nahezu in jedem Jahr kann festgestellt werden, dass viele Ausbildungsstellen frei sind oder bleiben. Gleichzeitig suchen weiterhin Jugendliche, die von der Schulsozialarbeit betreut werden, nach Ausbildungsstellen. In diesem Jahr deutlich mehr als in vergangenen Jahren.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura.

Das Ausbildungsangebot ist in diesem Jahr sehr hoch. Laut Halbjahresbilanz der Agentur für Arbeit stieg ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Agenturbezirk Wiesbaden im Vergleich zum Vorjahr  um 18,6 Prozent gestiegen. Das entspricht eine Stellenzunahme von 290 auf 1848 Stellen Ausbildungsplätze. Davon waren zum Stichtag 31. März 2022 noch 1217 Stellen unbesetzt. Trotzdem hat nach einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung fast jeder zweite Jugendliche mit niedriger Schulbildung den Eindruck, dass die Zahl der Ausbildungsplätze nicht ausreicht.

„Zum Glück können die Jugendlichen Berufswünsche formulieren. In den letzten Jahren mit Corona waren auch Angebote in der Berufsorientierung kaum möglich. In diesem Jahr haben wir da viel aufholen können.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura.

Manch eine oder einer kann nicht ganz so gute Noten vorweisen oder hat auch mal den ein oder anderen unentschuldigten Fehltag im Zeugnis. Trotzdem, so Manjura, seien da auch Jugendliche dabei, die das begründen können würden. Gerade in Zeiten von Corona muss man da ein Auge zudrücken. Aber grundsätzlich sind es noch junge Menschen, die sich noch entwickeln und dazu lernen, die jetzt in Ausbildung gehen. Mitunter sind es ja auch die Unternehmen und Betriebe, die hier neben den Eltern eine enorme erzieherische Aufgabe haben, betont der Sozialdezernent.

„Mit der Bestenauslese per Zeugnisauswertung für die Besetzung von Ausbildungsstellen kommt man nicht weiter, weder die Unternehmen, noch die Jugendliche.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura

Ausbildungsplätze werden von den Jugendlichen der Schulsozialarbeit vor allem in den Bereichen medizinische Fachangestellte/Fachangestellter, Tischlerin bzw. Tischler, Kfz-Mechatronikerin bzw. -mechatroniker, Kauffrau bzw. -mann im Einzelhandel, Friseur/in gesucht. Aber es gibt auch Jugendliche, die außerhalb der Trendberufe ausgebildet werden wollen und keine Angebote finden.

 „Ich bitte Wiesbadener Ausbildungsbetriebe, jungen Menschen eine Chance zu geben, ihren Wunschberuf zu erlernen und sich im Rahmen der Ausbildung weiter entwickeln zu können. Geben Sie den jungen Menschen eine Chance, nach bzw. mit Corona eine echte Zukunftsperspektive zu ermöglichen.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura

Wer geeignete Jugendliche sucht, kann sich gerne bei der Schulsozialarbeit melden und Petra Druckrey, Telefon (0611) 312996 / schulsozialarbeit@wiesbaden.de kontaktieren. Sie kann von den oben genannten Jugendlichen genau die auswählen, die sich für einen bestimmten Ausbildungsberuf interessieren und die nötige Ausbildungsreife dafür mitbringen.

Foto oben ©2020 Pixabay

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Die Kontaktdaten für das Amt für Sozial Arbeit finden Sie unter unter www.wiesbaden.de.

 

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