Robin Wood will den Bau der A49 in verhindern. Mit einem Bannerprotest am hessischen Landtag in Wiesbaden wollen die Aktivisten die Zwangsräumung und Zwangsrodung im Dannenröder Wald stoppen.

Seit heute morgen, 6. Oktober,  protestieren Kletteraktivisten von Robin Wood am hessischen Landtag in Wiesbaden gegen den Ausbau der A49 und für den Erhalt des Dannenröder Waldes – kurz „Danni“. Gegen 7:00 Uhr kletterten sie über das Gerüst auf das Dach des Landtags, seilten sich ab und entrollten mittig auf der Fassade – gegenüber des Neuen Rathauses ein Banner mit der Aufschrift Ausbau der A49 sofort stoppen! Wald statt Asphalt! – Robin Wood. Aufgrund der Aktion wurden stellenweise die Arbeiten am Landtag eingestellt. Die Polizei beobachtete das Treiben den Vormittag. Bis zum Mittag hatte der Landtag sie jedoch nicht zum Eingreifen aufgefordert. Mit der Aktion fordert Robin Wood die hessische Landesregierung auf, zur Deeskalation beizutragen und den Polizeieinsatz gegen die Waldbesetzung sowie die Rodungsarbeiten zu stoppen. Wie lange die Aktion geht, war vor Ort niemanden zu entlocken. Es sei schließlich gutes Wetter und man böte doch so den Touristen ein wenig Abwechslung. UNd heißen Tee oder Kaffee gebe es auch aus dem Landtag. Den Gesprächen zwischen Aktivisten und der Polizei war zu entnehmen, dass Robin Woood die Aktion abbrechen könnte, wenn keine Personalien erhoben würden.

„Das Vorgehen der hessischen Landesregierung ist eine maßlose Respektlosigkeit gegenüber den Waldnaturschützer*innen, die sich mit ihren Körpern gegen die skandalöse Zerstörung unserer Lebensgrundlage wehren.“ – Dominique Just, Mobilitätsreferentin von Robin Wood

Seit dem 1. Oktober lässt der Landkreis Vogelsberg Baumhäuser räumen und Rodungsarbeiten im Herrenwald vornehmen. Durch den Herren- sowie den benachbarten Dannenröder Wald soll die neue Trasse für die A49 gebaut werden. Zuvor hatte der Kreis eine Allgemeinverfügung erlassen und den Waldbesetzer angedroht, sie zwangsweise zu räumen und ihnen obendrein die Kosten für Abriss und Beseitigung der Baumhäuser in Rechnung zu stellen.

„Eine Räumung mitten in der Corona-Pandemie durchzusetzen, ist riskant und verantwortungslos. Herr Bouffier, nehmen Sie den breiten und vielfältigen Protest für den Erhalt des Dannenröder Waldes und der angrenzenden Waldgebiete endlich ernst!“ – Dominique Just, Mobilitätsreferentin von Robin Wood

Hessens Grüne tragen diese klimaschädliche und rückwärtsgewandte Verkehrspolitik in der Koalition mit der CDU mit. Dass sich die Grünen mit Landesverkehrsminister Tarek Al-Wazir vor den Karren dieser autofixierten Asphaltpolitik spannen ließen, ist eine klimapolitische Bankrotterklärung, so Robin Wood Aktivist Aaron Schinker.

„Wenn selbst die Spitze der Grünen auf Bundesebene ein Moratorium für neue Autobahnen und Bundesstraßen fordert, dürfen Hessens Grüne nicht daran mitwirken, das Gegenteil umzusetzen.“ – Aron Schinker – Robin Wood Aktivist

Seit September 2019 ist die geplante Autobahntrasse im Dannenröder Wald in Nordhessen von Waldnaturschützer besetzt. Auch der benachbarte Herrenwald, ein durch EU-Recht geschütztes Flora-Fauna-Habitat, ist durch den geplanten Autobahnbau bedroht. Beide Wälder befinden sich in einem für die Trinkwasserversorgung Nordhessens sehr wichtigen Trinkwasserschutzgebiet. Am vergangenen Sonntag hatten nach einem gemeinsamen Aufruf mehrerer Umweltverbände über 5000 Menschen am Dannenröder Wald für eine grundlegende Verkehrswende und gegen die Zerstörung des „Danni“ demonstriert.

Bildergalerie Hessischer Landtag

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ROBIN WOOD engagiert sich im Bündnis „Wald statt Asphalt“ gegen den A49-Ausbau und hat sich gemeinsam mit knapp 30 regionalen und bundesweiten Akteur*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung solidarisch mit der Waldbesetzung im Dannenröder Wald erklärt.

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Die offizielle Internetseite von Robin Wood finden Sie unter www.robinwood.de.

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