Dreht Wiesbaden am Rad? Geht es nach den Plänen des Taunus-Wunderland-Gründers Otto Barth, soll ein dauerhaftes Riesenrad am Biebricher Rheinufer geben: das RheinRad. Die CDU redet von einer Jahrhundertchance für Biebrich und Wiesbaden. 

Man zieht schon Vergleiche zu Metropolen wie Wien, London, Singapur, Kapstadt und Las Vegas. Nach den Plänen des Schaustellers und Unternehmers Otto Barth soll unweit des Biebricher Schlosses ein Riesenrad als Attraktion für den einwohnerstärksten Wiesbadener Stadtteil und darüber hinaus errichtet werden. Das RheinRad soll zum neuen Aushängeschild Wiesbadens werden und nebenbei eine Lösung für den schon seit längerer Zeit brachliegenden Biebricher Zollspeicher darstellen.

Meilenstein für Stadtentwicklung

Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz (CDU) nannte das vorgestellte Konzept eine große Chance für die Landeshauptstadt: Die geplante Attraktion könnte einen Meilenstein für die Stadtentwicklung darstellen, von dem der Tourismus, die Wirtschaft und viele weitere Bereiche profitieren könnten. Auch Daniela Georgi, Spitzenkandidatin der Wiesbadener CDU für die Kommunalwahl, redet von einer Jahrhundertchance. Positiv äußerte sich ferner der Kreisvorsitzende der CDU Wiesbaden Ingmar Jung.

„Wiesbadens Rolle als ‚Tor zum Rheingau‘ würde mit dem RheinRadf gestärkt werden und Biebrich könnte so zu einem neuen Ausgangspunkt des Rheintourismus werden – und das an eben jener Stelle, die mit der Zollspeicher-Ruine seit Jahren einen Schandfleck darstellt.“ – Ingmar Jung, Kreisvorsitzender CDU Wiesbaden

Der Initiator Barth habe mit ähnlichen Projekten bereits bewiesen, dass er die nötige Expertise für ein solches Großprojekt mitbringt, heißt es vonseiten der CDU. Darunter fallen Projekte wie die Winterstubb und das Riesenrad am Mauritiusplatz, das sich in den letzten Jahren als Publikumsmagnet erwiesen hat. Auch in Eltville hat Schausteller Barth jüngst ein Riesenrad errichten lassen. Dort bietet man neben Brunch-Angeboten auch Weinproben an.

Kritk und Bedenken

Trotz des vollen Lobes für das Projekt müsse es jede Menge Maßnahmen und Gutachten geben, zu prüfen, ob das RheinRad realisiert werden könne, so Jung. Darunter fallen beispielsweise touristische Auswirkungen, Folgen für den Einzelhandel und die Gastronomie ebenso wie eine Änderung des derzeitigen Verkehrskonzept. Vorstellbar sei ein Kombiticket von ESWE Verkehr oder die Nutzung von Unternehmensparkplätzen am Wochenende, merkt Wirtschaftdezernent Franz an. Eine ausführliche Vorlage zu dem Projekt wird im dritten Quartal des Jahres erwartet.

Kritik geht jedoch nicht spurlos an dem Projekt  vorbei. Laut einem Artikel im Wiesbadener Kurier am Dienstag, 10. Februar, ergebe für die SPD die Idee nur Sinn, wenn sie in ein ganzes Bündel von Maßnahmen eingebunden wird. Das Riesenrad müsse sich in die Umgebung Einfügen, zugleich müssten ökologische Folgen und der Denkmalschutz bedacht werden. Die Grünen äußerten ebenso Bedenken, vor allem bezüglich der Tatsache, dass Barth die nötigen Gutachten selbst in Auftrag und aus eigener Tasche bezahlen wolle.

Update 10. Februar, 15:00 Uhr

Otto Barth und Stefan Bießenecker haben die Idee des RheinRad am 9. Februar in der Ortsbeiratssitzung Biebrich vorgestellt und viele Fragen beantwortet. Die Ideenskizze fand positiv Anklang. In der Diskussion zeigte sich, dass die Biebricher dem RheinRad positiv gegenüber stehen, vorausgesetzt, dass nach der Machbarkeitsstudie, die jetzt in Auftrag gegeben wird, nichts dagegen spreche. Eins müsse aber klar gestellt werden. Das RheinRad müsse ein hochwertiges Riesenrad mit geschlossenen Kabinen werden, eben wie in Wien, London oder Singapur, und sich so deutlich von einem Kirmes-Riesenrad abheben. Nachgefragt, bis wann man sich das RheinRad vorstellen könne, sagte Bießenecker, dass man damit frühestens im Sommer 2022 rechnen könne. (vwa)

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Die offizielle Internetseite des Taunus-Wunderlands finden Sie unter www.taunuswunderland.de.

 

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