IDAHOBIT. Wie bitte? IDAHOBIT steht für den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Für manchen ist es der kleine Bruder des Christopher Street Day. Die Regenbogenfahne gilt als Symbol der Bewegung.

Weltweit finden am 17. Mai Veranstaltungen für Respekt und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt statt und auch Wiesbaden bekennt Farbe. Die Stadt stellt sich auf die Seiten sexueller Minderheiten, und weist mit darauf hin, dass queeren Menschen immer noch zu häufig eine steife Brise entgegenweht, wenn sie sich in der Öffentlichkeit outen. Als Zeichen für mehr Respekt und Akzeptanz wird am Sonntag am Wiesbadener Rathaus die Regenbogenfahne gehisst. Da auch der Christopher Street Day (CSD) in diesem Jahr nicht in gewohnter Weise stattfinden kann, werden in diesem Jahr zum ersten Mal für die Zeit bis zum 25. Mai entlang der Wilhelmstraße zwölf Regenbogenfahnen wehen und die Lücke zwischen de IDAHOBIT und CSD Schließen.

„LSBT*IQ sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Ihre Kämpfe um Emanzipation und Selbstbestimmung betreffen uns alle.“ – Stadt Wiesbaden 

Am 17. Mai 2020 jährt sich zum 30. Mal der Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten gestrichen hat. Seither feiern vielen Städten weltweit als dieses Datum als  Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Wegen er Corona-Krise haben die Organisatoren viele Veranstaltungen ins Internet verlegt. Online sprechen sie sich mit Kundgebungen und Aktionen für die Akzeptanz von Vielfalt und gegen die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten aussprechen.

„Homosexualität, Bisexualität, Transidentität und Intersexualität sind keine Krankheiten und bedürfen deshalb auch keiner schädlichen Therapieversuche.“ – Bundesregierung  

Als eines der wichtigen Symbole der Emanzipationsbewegung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBT*IQ) zeigt die Beflaggung des Wiesbadener Rathauses, dass LSBT*IQ ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sei. Ihre Kämpfe um Emanzipation und Selbstbestimmung betreffe uns alle. Denn trotz vieler positiver gesellschaftlicher Entwicklungen erlebten LSBT*IQ weiterhin Diskriminierung und oftmals auch Gewalt. In einer aufgeklärten und modernen Gesellschaft ist es die Aufgabe aller, sich gegen Diskriminierung zu stellen und jene, die davon betroffen sind, zu schützen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist das erst vergangene Woche im Bundestag verabschiedete Verbot von sogenannten Konversionsbehandlungen.

Solidarität zeigen

Dass es neben positiven Entwicklungen bezüglich der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt auch negative Entwicklungen gibt, zeigt der Blick nach Polen: Seit einem Jahr haben immer mehr Woiwodschaften, Städte und Kommunen sogenannte LGBT-ideologiefreie Zonen ausgerufen. Dies verhindert nicht nur die wichtige Arbeit der LSBT*IQ-Community, sondern facht eine feindselige Stimmung gegenüber Minderheiten in Teilen der polnischen Gesellschaft neu an.  Die Wiesbadener Partnerstadt Breslau gilt seit jeher als weltoffen und tolerant; bei ihrem Einsatz für Vielfalt und gegen Diskriminierung können die Breslauer Politik und Stadtgesellschaft auf die volle Unterstützung aus Wiesbaden zählen.

Kleines Glossar

IDAHOBIT – Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit
LSBT*IQ – Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen
Trans* – Selbstbezeichnung von Personen, deren bei der Geburt zugeordnetes Geschlecht mit dem eigenen Erleben ihrer Geschlechtszugehörigkeit nicht vereinbar ist
Queer – Positiver Sammelbegriff für LSBT*IQ; einige Menschen bezeichnen ihre Lebensweise oder Identität als queer.

Hintergrund

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie bzw. -feindlichkeit (englisch International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia, kurz IDAHOBIT)wird seit 2005 jährlich am 17. Mai von Homosexuellen, später auch Trans-, Bi- und Intersexuellen, als Aktionstag begangen, um durch Aktionen, mediale Aufmerksamkeit und Lobbying auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Transsexualität wurde erst 2018 mit dem Erscheinen der ICD-11 von der WHO als „Krankheit“ gestrichen. (Bild: CSD 2019)

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