Sie selbst kennen das Gefühl belächelt zu werden. Gemeinsam machen sie sich stark für Menschen mit Beeinträchtigungen. Zusammen Musik erleben und gemeinsam feiern – deuschandweit.

Am 26. Juni sind sie in Berlin gestartet. Ihr Ziel ist es in diesem Sommer per Rad alle deutschen Landeshauptstädte zu mit dem Fahrrad zu erreichen und auf Menschen mir Beeinträchtigungen aufmerksam machen, und von Samstag bis Montag waren Sebastian Fietz und Sven Marx in Wiesbaden. Unter dem Titel Inklusion Rockt und Rollt haben sie vier Tage genutzt mit Menschen in Kontakt zu kommen, über Sport, Kultur und Inklusion zu reden und versucht Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Auch ein Konzert der Band Ruhestörung gehörte mit zum Tour-Programm. Am Ende ihres Besuchs in der Landeshauptstadt sind die zwei Sportler in einer kleinen Gruppe vor dem Rathaus vorgefahren, wo sie ihre Petition mit Forderungen – etwa für mehr Barrierefreiheit im Straßenverkehr – dem Leiter des Bürgerreferates, Carl-Michael Baum übergeben haben.

Fahrraddemonstration

Die Fahrraddemonstration wurde auch von Sarah Florian, der Vertreterin des Host Town Programms der Special Olympics 2023 (für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Beeinträchtigung) beim Landessportbund Hessen e.V. begleitet. Da sich Wiesbaden als Host Town für die Special Olympics auch zu einer nachhaltigen Verbesserung von Menschen mit Beeinträchtigung innerhalb der Stadt verpflichtet hat, wurden die Wünsche und Anregungen von den Betroffenen gerne entgegengenommen.

Tour durch Deutschland

Sebastian und Sven sind bei der Inklusion Rockt und Rollt-Tour mit einem Spezialfahrrad unterwegs. Sebastian sitzt dabei vorne, Sven hinten und leicht erhöht. Mit dabei haben sie die Inklusionsfackel des Netzwerkes Inklusion. Sie wurde erstmals 2014 bei einer Inklusions-Aktionsveranstaltung mitgenommen, ähnlich wie die Fackel der Olympischen Spiele. Sie soll noch einmal symbolisch das Anliegen der Inklusion unterstützen. Im Moment sind die beiden Sportler auf dem Weg nach Düsseldorf. Dann geht es nach Hannover und weiter in den Norden, von wo aus sie sich dann auf den Weg zurück nach Berlin machen. Am 20. August möchten werden sie in der Bundeshauptstadt auf Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, treffen und ihm ihre Erfahrungen mitteilen.

Über Sven Marx

Sven Marx hat mit dem Motorrad die Welt erkundet, war Tauchlehrer und in der ganzen Welt unterwegs. 2009 wurde bei ihm ein Tumor am Hirnstamm diagnostiziert. Dadurch beeinträchtigen ihn Doppelbilder im gesamten Sichtfeld. Nach komplizierten Operationen war Sven erst einmal ein Pflegefall. Doch er kämpfte sich wieder ins Leben und aufs Fahrrad zurück: Mittlerweile war er in 43 Ländern und hat 31 Hauptstädte mit dem Rad besucht. Er hat niemals aufgegeben. Im Gegenteil, er ist Weltenbummler und Inklusions-Botschafter geworden. Als Aktivist und Vorbild hat er vielen Menschen Mut gemacht.

Über Sebastian Fietz

Sebastian Fietz ist Jahrgang 1984. Seit dem Kindesalter ist er blind. Er hat Volkswirtschaft studiert. Er setzt sich für den Verein Lebendige Bibliothek ein. Und für andere gemeinnützige Vorhaben. Damit möchte Sebastian helfen, Berührungsängste abzubauen. Die Lebendige Bibliothek verleiht Menschen als lebendige Bücher – Menschen, die von Vorurteilen betroffen und daher oft sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt sind.

Foto oben ©2021 LH Wiesbaden

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Mehr Informationen zur Inklusion Rockt und Rollt-Tour findet Ihr unter handiclapped-berlin.de.

 

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