Neujahrsempfang: Diesel Gate, Diesel Fahrverbote, City Bahn – das war 2018. Kommunalwahlen, Europawahlen und IHK Wahlen sind dieses Jahr Programm.

In seiner Ansprache begrüßte IHK-Präsident Dr. Christian Gastl nach dem traditionellen Sektempfang beim Neujahrsempfang zunächst Hessens Ministerpräsident Bouffier, die Minister Al-Wazir, Beuth und Prof. LorzOberbürgermeister Gerich,
Landrat Kilian – sowie die vielen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien. Hat sich die neue Landesregierung eben erst konstituiert, wiesen der IHK-Präsident und die folgenden Redner immer wieder auf die Fragen des neuen Jahres hin. Auf die Frage: Welche IHK die Unternehmer in und um Wiesbaden wollen? Welches Europa? Und welche Region?

Startschuss für die IHK-Wahl.

In ganz Hessen sind aktuell 450.000 Unternehmer aufgerufen, die IHK-Vollversammlung zu wählen. Jede Stimme zählt gleich viel. Egal ob Kioskbesitzer oder Weltmarktführer. Gemeinsam entscheiden die Unternehmer, wer Sie im Parlament der Wirtschaft vertreten wird. Die gewählten Mitglieder spiegeln die regionale Wirtschaftsstruktur wider. So repräsentiert die Vollversammlung der IHK Wiesbaden 37.000 Unternehmen aus Wiesbaden, dem Rheingau-Taunus-Kreis und Hochheim.

Rückblick und Visionen

Das andauernde Wirtschaftswachstum führt nicht nur zu mehr Wohlstand, sondern auch dazu, dass mehr Waren produziert und damit auch mehr transportiert werden muss. Mehr Beschäftigte verstärken die Pendlerströme. Ballungsgebiete mit guten Arbeitsplatzangeboten ziehen viele Menschen an. Und wirtschaftliches Wachstum produziert Verkehrswachstum. Die Verkehrsinfrastruktur kann damit nicht mithalten. Hier braucht es durchdachte Konzepte – und in Hinblick auf die City-Bahn gehen diese der IHK Wiesbaden nicht weit genug, so der IHK-Präsident. Die City-Bahn war und wird aber nur ein Thema der Vollversammlung sein. Sie wird sich auch zu vielen anderen Themen positionieren. Beispielhaft führte Gastl aus der Vergangenheit die Zukunftsausrichtung der Berufsschule an – hier die digitalisierten Prüfungen. Gastl erwähnte außerdem das Angebot der Willkommenslotsen als Ansprechpartner für Betriebe bei der Flüchtlingsintegration.

Welches Europa wollen wir?

Europa bietet heute einen einheitlichen Absatzmarkt mit rund 500 Millionen Einwohnern und einen Arbeitsmarkt mit 250 Millionen Beschäftigten. Wer Europa darauf beschränkt, der irrt. Die in der Europäischen Union steht für Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Werte, die wirtschaftliche Stabilität, Prosperität und Frieden garantieren. Es gab in den vergangenen 500 Jahren keine Periode, die in Europa länger Frieden brachte als die aktuelle – seit über 70 Jahren hält der Frieden bereits an, führte Gastl mit Blick auf die Europawahl 2019 aus.
Deshalb sei es wichtig, was aus Europa wird. Manche politischen Akteure rüttelten an den Werten, inzwischen auch hier. Ein Europa mit Schlagbäumen an den Grenzen wäre im Gegensatz zum Fortschritt der Digitalisierung ein Rückschritt ins letzte Jahrtausend! Es wäre ein Desaster für unsere Unternehmen. Es könne deshalb niemanden egal sein, wer über diese Bedingungen entscheidet und wer die Interessen der Einzelnen im Europaparlament vertritt. Dieses Mal geht es bei der Europawahl um mehr als je zuvor.

Welche Politik wollen wir vor Ort?

Das Land Hessen sitzt auf der Anklagebank vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden. Dort geht es am 13. Februar um die Frage, ob es Fahrverbote für bestimmte Diesel-Fahrzeuge in Teilen der Innenstadt geben wird. Es liegt auf der Hand, dass Fahrverbote Unternehmen ungemein schaden! Der Wirtschaftsverkehr ist weiter auf die Straße angewiesen – vom Logistikdienstleister bis zum Veranstaltungstechniker. Wenn es zu Fahrverboten kommt, sind Übergangsfristen notwendig. Geschäfte und Restaurants müssen auf allen Wegen erreichbar bleiben. Auch muss jeder zu seinem Arbeitsplatz kommen. Bei der Suche nach weiteren Lösungen für die Mobilität von morgen kommen alle nur zu einem guten Ergebnis, wenn die Akteure ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Vision entwickeln.

Verkehrliche Mobilität.

Immer mehr Kunden sind mobil. Das merken Wiesbadens Einzelhändler tagtäglich. Die Konkurrenz im Internet macht vielen zu schaffen. Wenn wir lebendige Zentren haben wollen, dann muss jeder mehr dafür tun. Und damit meinte Gastl  Händler, Werbegemeinschaften, Kommunen und Verbände. Auch ein City-Manager könne hier Impulse setzen. Jedenfalls wenn er etwas zu sagen habe. Wann kommen Kunden in eine Stadt? Wenn es dort sauber und sicher ist. Wenn ihnen dort etwas geboten wird. Wenn man dort bei einem Rheingauer Riesling zusammenkommt. Perspektivisch müssen sich die Innenstädte neu erfinden. In Wiesbaden sehen wir gerade einige gute Ansätze dazu.
Um Innenstädte zu beleben, braucht es auch mobiles Internet. Städte wie Rüdesheim und Eltville haben schon kostenfreies, öffentliches WLAN. Jetzt gibt es auch in der Landeshauptstadt die ersten Hotspots. Endlich! Doch das reicht längst nicht. Zusätzlich brauchen wir insbesondere in der Region verstärkte Anstrengungen, um dort allen schnelle Datenleitungen zugänglich zu machen.

Impressionen vom Neujahrsempfang

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