Viele Einsätze, Herausforderungen die Wunden offen gelegt haben. Wiesbadens Stadtbrandinspektoren blickten beim Neujahrsempfang zurück.

Die Stadtbrandinspektoren Uwe Waldaestel und Lorenz Grebner hatten am Samstagvormittag zum Neujahrsempfang der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden geladen. In seiner Rede erläuterte der sei rund sechs Monaten amtierende Standbrandispektor, dass sich die Feuerwehr Wiesbaden aus der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr zusammen setze. Etwa 700 ehrenamtlich Personen würden der Wiesbadener Feuerwehrfamilie angehören. Sie verrichten ihren Einsatz- und Ausbildungsdienst in ihrer Freizeit und erhalten nur bei kommunalen Einsätzen eine Aufwandsentschädigung. Waldaestel lobte die immer besser werdende Zusammenarbeit zwischen den hauptamtlichen und den ehrenamtlichen Kammeraden und möchte diese in Zukunft ausbauen.

Es ist unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass die Freiwilligen Feuerwehren und auch die anderen ehrenamtlich helfenden Verbände ein attraktives Angebot bleiben.“ – Uwe Waldaestel

Das vergangene Jahr hat die Feuerwehr vor viele Herausforderungen gestellt und zukünftig wird es nicht einfach werden. Der Klimawandel und hierdurch bedingte Wald- und Vegetationsbrände, sowie der Krieg in der Ukraine haben gezeigt, wie wichtig der Schutz der Bevölkerung ist. Es gibt Nachholbedarf beim Katastrophenschutz. Waldaestel spricht über den Aufbau vom Kat-Leuchttürmen, welche in Notsituationen als Anlaufstelle für Hilfesuchende dienen sollen. Hierfür eignen sich hervorragend die örtlichen Feuerwehrgerätehäuser, die bei Bedarf durch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren besetzt werden. Im gleichen Zuge kritisiert er den Zustand der Gebäude: notwendige Modernisierungsmaßnahmen stehen aus. Er weiß, nicht in jedem Stadtteil ist ein Neubau sofort möglich und umsetzbar, aber er adressiert dennoch den Appell an die anwesenden Politiker und Funktionäre zeitnah eine Lösung zu finden, so dass die Freiwillige Feuerwehr ihren Aufgaben und Ansprüchen gerecht werden kann.

„Es muss allen Protagonisten eindeutig klar sein, dass die Feuerwehren nur zukunftsfähig sind, wenn in die Ausbildung und Ausstattung im Katastrophenschutz weiter investiert wird.“Uwe Waldaestel

Um weiterhin für die Sicherheit der Bürger einsatzbereit sein zu können, fehlt es neben modernen  Feuerwehrgerätehäusern auch an Ausbilder-Stellen bei der Berufsfeuerwehr für die Freiwilligen. Die wenigen verfügbaren Ausbilder bilden unermüdlich aus und können dem Bedarf dennoch kaum gerecht werden – eine gute Ausbildung ist unabdingbar.

Auch der Wandel der Gesellschaft bereitet Waldaestel Kopfzerbrechen. Der Wandel geht immer schneller von statten, die Leute werden unpersönlicher. Das Ehrenamt, was früher eine Ehrensache war, scheitert heute nicht selten an Problemen bei der Freistellung durch den Arbeitgeber – das Ehrenamt tritt in den Hintergrund. Es ist unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass die Freiwilligen Feuerwehren und auch die anderen ehrenamtlich helfenden Verbände ein attraktives Angebot bleiben, das dazu einlädt, sich für andere einzusetzen und einen Dienst an der Gesellschaft zu leisten., so Waldaestel. Auch den mangelnden Respekt gegenüber Einsatzkräften, spricht er an und verurteilt diesen.

Aus der Gästeliste

Zu den anwesenden Gäste gehörten:  Oberbürgermeister Gerd-Uwe Mende (SPD), Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr (CDU), Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD), Präsident des Landesfeuerwehrverband Hessen und des Nassauischen Feuerwehrverbands Norbert Fischer, Leiter der Feuerwehr Wiesbaden Andreas Kleber, Stadtjugendfeuerwehrwart Sebastian Russ, Kinderfeuerwehrwartin Dagmar Müller-Ruf, Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthoff, Klaus Splittdorf (Fachgebietsleiter Internationales Hessische Jugendfeuerwehr) sowie viele Vertreter aus der Politik, Feuerwehr, THW, Polizei, Bundeswehr, DLRG, Rettungsdienst und der Notfallseelsorge.

Bild oben ©2023 LH Wiesbaden

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Die Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden finden Sie www.wiesbaden.de

 

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