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Kultueramt fördert lokale Musiker.

„live & local“, neues Förderprogramm für Wiesbadener Musiker

Wiesbaden startet mit „live & local“ ein neues Förderprogramm für Musikerinnen und Musiker. Die Stadt sichert Honorare, Künstler suchen selbst ihre Bühnen. Das senkt Risiken, stärkt die lokale Szene und bringt mehr Live-Musik in Clubs, Kneipen und Kulturorte.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 1 Monat vor 0

„live & local“ fördert Auftritte von Musiker: Honorar gesichert, Bühne frei, Risiko gering, Wirkung groß.

Die Stadt Wiesbaden greift zur Gitarre – zumindest sinnbildlich. Mit dem neuen Förderprogramm live & local stärkt das Kulturamt gezielt die lokale Musikszene. Bands, Ensembles und Solisten aus Wiesbaden erhalten ein garantiertes Honorar für einen einzelnen Auftritt. Das Geld kommt direkt aus dem Kulturamt, der Auftrittsort entsteht im nächsten Schritt: selbst gesucht, selbst verhandelt, mitten in der Stadt.

Kulturpolitik mit Haltung

Während andernorts über Sparzwänge diskutiert wird, setzt die Landeshauptstadt auf Ermöglichung. Mit Live & local sendet der Magistrat sendet ein Signal: Kultur entsteht nicht nur in großen Häusern, sondern auch im kleinen Rahmen, im direkten Kontakt, im lokalen Netzwerk.Das Förderprogramm versteht Musik als Teil urbaner Lebensqualität – ähnlich wie der Ausbau des Radverkehrs: sichtbar, alltagsnah, zukunftsorientiert.

Was schlicht klingt, greift weit. Wiesbaden verschiebt Verantwortung dorthin, wo Musik entsteht: zu den Künstlern und zu den Spielorten. Die Stadt zahlt, die Szene bewegt sich. Clubs, Kulturkneipen und kleine Bühnen können Neues zulassen, ohne das volle finanzielle Risiko zu tragen. Musiker treten auf, ohne sich im Vorfeld zu verschulden. Eine Win-win-Idee, die auf Vertrauen setzt.

Weniger Risiko, mehr Musik

Das Programm denkt Kultur als Kreislauf. Wer spielt, bringt das Honorar mit. Wer veranstaltet, öffnet die Tür. Eintrittsgelder bleiben beim Veranstalter, Absprachen zu GEMA, Soundcheck, Technik oder Catering regeln beide Seiten direkt. Bürokratie tritt zurück, Begegnung rückt nach vorn. So entstehen Abende, die nicht auf Nummer sicher gehen müssen.

Klare Regeln, große Freiheit

Niedrigschwellig heißt nicht beliebig. Bewerben können sich Bands oder Solokünstlerinnen und -künstler, die in Wiesbaden wohnen – mindestens ein Bandmitglied muss hier ansässig sein. Der lokale Bezug gehört in die Bewerbung. Inhaltlich zählt Eigenständigkeit: Mindestens die Hälfte des Repertoires besteht aus eigenen Kompositionen, gern auch vollständig. Genres kennt das Programm keine.

Zur Bewerbung gehören zwei bis drei Hörproben (mp3 oder wav), frei zugänglich, ohne Account-Zwang. Gehört wird direkt – entschieden im März.

Honorare, Technik, Verantwortung

Gezahlt werden 300 Euro pro Musiker, gedeckelt bei 1.500 Euro pro Auftritt. Bei Bedarf kommt eine Technikpauschale von bis zu 250 Euro hinzu, wahlweise für Band oder Veranstalter – je nachdem, wer die tontechnische Betreuung übernimmt. Das Honorar fließt vorab. Kommt der Auftritt nicht zustande, fordert das Kulturamt die Summe vollständig zurück. Fahrtkosten oder Vorgespräche bleiben Sache der Beteiligten.

Bühne statt Hintergrund

Pro Band ist eine Förderung pro Jahr möglich. Insgesamt plant die Stadt sechs bis acht Konzerte – abhängig vom Budget. Wichtig: Der Auftritt steht im Mittelpunkt. Straßenfeste, Kerben, Festivals, bestehende Reihen oder Hintergrundmusik sind ausgeschlossen. Öffentlich soll es sein, konzentriert und sichtbar.

Sichtbarkeit gehört dazu

Idealerweise fügt sich das Konzert ins Programm einer Spielstätte ein und erscheint in deren Medien. Wenn nicht, entstehen eigene Flyer oder Plakate. Pflicht ist das Logo „live & local – gefördert durch das Kulturamt Wiesbaden“. Druck, Auslage an städtischen Stellen und Versand unterstützt das Kulturamt kostenfrei. Spätestens vier Wochen nach dem Konzert folgt der vereinfachte Verwendungsnachweis: kurzer Bericht, bis zu vier Fotos, Belege der Werbung.

Kulturpolitik, die nicht verwaltet, sondern ermöglicht – so klingt Stadt, wenn sie ihre Szene ernst nimmt.

Symbolfoto – ©2026 Volker Watschounek

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