Der Roman erzählt detailliert und leidenschaftlich vom  Verschwinden eines Familienvaters und das Fortwirken von Traumata über mehrere Generationen in einer Familie.

Vor dem Hintergrund der Erlebnisse ihrer jüdischen Eltern während des Nationalsozialismus erzählt der Roman die Geschichte eines Geschwisterpaares in der heutigen Zeit. In seinem Mittelpunkt steht der Wiener Psychotherapeut Robert Lenobel, der lieber seinen Patienten zuhört als seiner Frau Hanna.

LesungBruder und Schwester Lenobel
Wann: Dienstag, 19. Februar 2019, um 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr.
An der Abendkasse 13 Euro, ermäßigt 9 Euro.

Gespräch Journalisten Björn Hayer,

Vielleicht liegt es auch daran, dass der Wiener Psychotherapeut eine Affäre mit der Malerin Bess pflegt. Als diese aber ihr Ende findet, zieht Robert einen Schlussstrich. Er macht Schluss mit seinem bisheriges Leben und verschwindet nach Jerusalem. Dort sucht er nach den Wurzeln seiner jüdischen Herkunft. Für Hanna Lenobel bedeutet das Verschwinden ihres Mannes einen Schock. Sie bittet Roberts Schwester Jetti, die in Irland lebt, ihr bei der Suche nach dem Vermissten beizustehen. Doch die beiden Frauen kommen nicht miteinander aus. Als Vermittler zwischen den unversöhnlichen Figuren bleibt letztlich nur der Schriftsteller Lukasser, ein Freund Roberts, der bereits in frühren Romanen Köhlmeiers auftaucht und hier erstmals zu einem aktiven Teil der Handlung wird.

Märchen, Mythen und Sagen

Bruder und Schwester Lenobel spinnt einen Kosmos aus Abhängigkeiten und Verletzungen und versucht eine Annäherung an den Kern unserer Existenz, letztlich an die Frage nach Gott. Der Tonfall, in dem Köhlmeier seine Geschichte vor dem Leser ausbreitet, ist an Märchen, Mythen und Sagen geschult – mit spürbarer Lust am Ausspinnen von Details und hoher Fabulierkunst.

Zur Person Michael Köhlmeier

Der Politologe Köhlmeier wurde 1949 in Hard am Bodensee geboren. Nach dem Abitur studiert er Germanistik und Politologie in Marburg/Lahn sowie Mathematik und Philosophie in Gießen und Frankfurt/Main. Für sein seit Anfang der 1980er Jahre entstandenes Romanwerk wurde er vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk. Köhlmeier lebt heute in Hohenems/Vorarlberg und Wien. (Bild: Von Amrei-Marie – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0)

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