„Troja“ erzählt im JUST frech, nah und unerwartet leicht von Krieg, Feindschaft und Mut – und von zwei Jugendlichen, die alles hinterfragen.
Wenn das Junge Staatstheater JUST zu einer Premiere lädt, dann knistert die Wartburg meist schon vor dem ersten Lichtwechsel. Am Freitag, 27. Februar, stellt das Haus „Troja“ vor – ein Stück, das stolz mit einem Mythos spielt, ihn dreht, schüttelt und plötzlich überraschend gegenwärtig macht.
Junges Staatsmusicals, kurz gefasst
Premiere – Troja
Eintritt: ab 9,00 Euro,
Wann: Freitag, 27. Februar 2026, 10:00 Uhr
Wo: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Wartburg, Wartburg, Schwalbacher Str. 51, 65183 Wiesbaden
ÖPNV: Mit Bus und Bahn zum Platz der Deutschen Einheit
Regisseur Milan Gather, mehrfach preisgekrönt und im Jugendtheater zu Hause, setzt auf Tempo, Mut und ein Setting, das alles erlaubt: zwei Jugendliche im trojanischen Pferd, eingesperrt zwischen Erwartung und Neugier.
Briseis und Spourgitis kennen einander nicht, wissen aber sofort, was die Welt von ihnen will: Feindschaft. Ihr Volk kämpft gegen das andere, seit Ewigkeiten, angeblich aus Gründen, die längst niemand mehr prüft. Doch während draußen Kriegslärm tost, entsteht drinnen eine Stille, die Fragen stellt. Und Antworten sucht.
Wenn Hermes zuhört und kommentiert
Über allem schwebt Hermes – halb Götterbote, halb ironischer Erzähler, der mit elegantem Timing eingreift. Er deutet, neckt, führt das Publikum in Gedankengänge, die erstaunlich modern wirken: Wer erzählt Geschichten über Krieg? Wer profitiert? Wer verliert? Und warum glauben wir so gerne, was wir „schon immer“ wussten?
Gather nutzt diese Figur, um das Spiel leicht zu halten, ohne die Wucht des Themas zu verlieren. Die jungen Zuschauer spüren sofort: Hier geht es nicht nur um Vergangenheit, sondern auch um ihre Welt, ihre Konflikte, ihre Fragen.
Wie Nähe wächst, wenn Mythen bröckeln
Während die beiden Jugendlichen im hölzernen Bauch ihres Pferdes über Mut, Angst und mögliche Freundschaft sprechen, zeigt das Stück, wie sich Feindbilder auflösen, wenn Menschen einander wirklich sehen. Die Inszenierung greift Musik, Bewegung und ein symbolisches Museumssetting auf, das betreten werden will. So rückt das Publikum selbst mitten in die Frage: Wie erzählen wir Krieg – und wie könnten wir Frieden erzählen?
Warum sich der Besuch lohnt
„Troja“ macht neugierig, weckt Diskussionen und spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Es zeigt, wie Theater Grenzen reißt, ohne laut zu werden. Und wie zwei Figuren, die einander bekämpfen sollen, uns plötzlich lehren, genauer hinzusehen.
Spielzeit und Buchung
Das Stück läuft bis Mitte April in Familien- und Schulvorstellungen. Gruppen können über gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de buchen; Begleitmaterialien und Workshops bietet das Theater unter vermittlung@staatstheater-wiesbaden.de an.
Foto – Gerhard Oppitz und Anna-Maria Helsing verwandeln das Kurhaus in einen Klangraum voller Feuer, Licht und nordischer Weite. ©2026 Has-Dieter Göhre / Timo Heikkala
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