Seit zwei Jahren rangeln sie im Ortsbeirat um die Namensänderung. Jetzt hat die liebe Seele Ihre Ruhe – und manch einer denkt sich beim Blick auf das Straßenschild „Johannes Brahms Straße“: „Bin ich denn umgezogen?“.

Die Pfitznerstraße ist jetzt die Johannes-Brahms-Straße, denn viele, aber nicht alle hatten ein großes Problem mit der unter alten Namen Straße. So hat sich die Pfitznerstraße im Ortsbezirk Nordost bis heute gehalten. Doch jetzt hat sich gezeigt, dass sich unermüdlicher Einsatz lohnen kann. Zwei Jahre lang haben Nira Scherer und Renate Grigoleit von der Bürgerinitiative Umbenennung Pfitznerstraße nicht locker gelassen. Immer mehr haben sich den beiden angeschlossen und Listen unterschrieben. 2021 hat die Kernfrage von Gabriela Schuchalter-Eicke –„Wollen wir einen Mann wie Pfitzner weiterhin mit einer Straßenbenennung ehren?“ – eine Antwort erhalten: Nein. Die Straße heißt jetzt Johannes-Brahms Straße. Wir stellen vor…

Über Johannes Brahms

Johannes Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte. Er war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent, dessen Kompositionen größtenteils der Hochromantik zugeordnet; werden. Durch die ständige Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber deutlich darüber hinaus. Der in Hamburg geborene und in Wien verstorbene Musiker war in Wiesbaden zu Lebzeiten kein Unbekannter. Während eines mehrmonatigen Aufenthalts verbrachte er Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Monate in der Stadt und wohnte in der früheren Geisbergstraße 19, heute Schöne Aussicht 7. Im Sommer 1883 komponierte er die dritte Sinfonie in F-Dur op. 90. Dieser Aufenthalt wurde ihm durch seine Freundschaft zu dem Ehepaar Rudolf und Laura von Beckerath ermöglicht, den Eltern des Malers Willy von Beckerath, von dem es viele Bildnisse von Brahms gibt. Die 3. Sinfonie wurde im Dezember in Wien uraufgeführt

Über Hans Pfitzner

Der alte Namensgeber Hans Pfitzner sollte den Wiesbadenern hinlänglich bekannt sein. Er signalisierte dem NS-Regime mehrfach seine Sympathie und unterschrieb 1933 einen Protest gegen die Wagner-Rede von Thomas Mann. Er lud Hitler, den hochverehrten Herrn Reichskanzler zu seinen Aufführungen ein. Als Stütze der nationalsozialistischen Kulturpolitik erhielt er eine Ehrengabe des Reichspropagandaministeriums 1944 in Höhe von 50.000, — Reichsmark. Hans Frank, der Schlächter von Krakau, lud ihn nach Polen zum Dirigieren ein und Hans Pfitzner schrieb 1946 – also nach Kriegsende – ihm, dem inzwischen zum Tode Verurteilten, noch mitfühlende Zeilen ins Gefängnis.

Foto ©2021 Guntram Eisenmann / Eisenmann Werbetec GmbH,

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Hintergrundwissen: Zeitgeschichte in Hessen unter www.lagis-hessen.de

Hintergrundwissen: Hans Pfitzner Biografie auf der Seite Wikipedia

 

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