Wer an Wiesbaden denkt, hat zunächst die Bilder der „grünen Stadt“, der Stadt des Historismus und die Beamten-Stadt der Dienstleistungen vor Augen. Aber auch die Industrie gibt der Stadt ein bedeutendes Stück Wiesbadener Identität.

Die Wahrnehmung, dass der Industriestandort Wiesbaden in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz kommt, hat das Amt für Wirtschaft und Liegenschaften dazu veranlasst eine Studie in Auftrag zu geben. Ziel der Studie war es, die Stärken und Schwächen des Industriestandorts Wiesbaden zu analysieren und aus den Ergebnissen Strategieempfehlungen abzuleiten.

 „Aber Wiesbaden ist mehr als das. Auch die Industrie ist ein bedeutendes Stück Wiesbadener Identität, das in der öffentlichen Wahrnehmung nur oftmals zu kurz kommt.“ – Detlev Bendel, Wirtschaftsdezernent

Bestandsaufnahme. Trotz seiner starken Ausprägung im Dienstleistungsbereich hat Wiesbaden in der industriellen Produktion eine lange Tradition. Zeugnis davon geben verschiedene Unternehmen mit einer über 100-jähriger Firmengeschichte – und der Industriepark, dessen Ursprung sogar bis in das Jahr 1858 zurückreicht. Von großer Bedeutung für den Industriestandort Wiesbaden sind auch das größte zentrumsnahe Gewerbegebiet Petersweg in Mainz-Kastel, der Max-Planck-Park in Delkenheim sowie einzelne Traditionsstandorte, etwa in Schierstein.

Betriebe und Beschäftigte

Betrachtet man die Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in Wiesbaden, so ist in den letzten Jahren ein Rückgang von rund 17 Prozent zu beobachten. Gleichzeitig stieg der Anteil der Dienstleistungsbetriebe mit dem Schwerpunkt wirtschaftliche Dienstleistungen um 8 Prozent an. Bei fortschreitender Digitalisierung ist davon auszugehen, dass zumindest ein Teil dieses Wachstums auf Auslagerungen von Dienstleistungen aus Produktionsbetrieben zunehmende Bedarfe aus dem Dienstleistungsbereich zurückzuführen sind.

„Mit der Industriestrategie positioniert sich die Landeshauptstadt Wiesbaden zu diesem wichtigen Wirtschaftsfeld und schafft klare Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung der Unternehmen am Standort.“ Detlev Bendel, Wirtschaftsdezernent

Als logische Konsequenz ist bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe im Zeitraum 2008 bis 2014 ebenfalls ein Rückgang festzustellen. Dieser fällt mit nur 8 Prozent jedoch vergleichs- weise geringer aus. Für das Jahr 2015 ist hingegen wieder ein deutlicher Anstieg auf 13.192 Beschäftigte zu verzeichnen.

84 Seiten zum Wirtschaftsstandort Wiesbaden

Wenn Wiesbaden als Industriestandort auch nicht die Stärke von Frankfurt, Kiel oder Düsseldorf erreicht, so korrigiert die aktuell vorgelegte Studie das Empfinden vieler. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der Studie auf 84-Seiten zusammengefasst und zu verschiedenen Handlungsempfehlungen zusammengefasst. Bereits Ende März wurde das „Papier“ durch die Stadtverordnetenversammlung als „Wiesbadener Industriestrategie“ verabschiedet. Wiesbadener, die die Studie einsehen möchten, können sich diese hier herunterladen.

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