Von 50 getesteten Rastplätze(n) gehen die letzten drei Plätze der Rangliste nach Hessen. Die vierte hessische Anlage fiel ebenfalls durch und belegt Platz 42.   

Die Tester vom ADAC haben ihre Augen weit geöffnet und dabei einiges zu Tage gebracht. Während der Testphase offenbarte sich den geschulten Blicken nicht nur einmal ein erschreckendes Bild. Viele deutsche Rastplätze lassen alles vermissen was Reisende bei einem Zwischenstopp an der Autobahn vorfinden möchten – saubere Sanitär- sowie gepflegte und beleuchtete Außenanlagen. Die Toiletten waren wie auf dem Rastplatz Stadtwald an der A3 entweder ganz verschlossen und durch Dixi-Häuschen ersetzt oder völlig verschmutzt. Außenanlagen wie Tische, Gehwege und Hinweisschilder waren teilweise defekt oder zerstört. Die Anlagen werden zudem als Müllhalde missbraucht, bieten keinen Lärmschutz, sind ungepflegt und dunkel und bis auf die Anlage Nadelöhr an der A4 nicht einmal mit einem Behinderten-Parkplatz oder -WC ausgestattet.

„Wer ein sauberes und sprichwörtlich stilles Örtchen auf seiner Reise sucht, wird bei den untersuchten hessischen Rastplätzen nicht fündig. Nutzer finden auf den getesteten Anlagen in Hessen weder saubere Sanitäranlagen noch sichere und zugängliche Pausenplätze vor. Hier müssen die Verantwortlichen dringend nachbessern.“ – Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen

Dass es anders geht, beweist unter anderem die Rastanlage Engelmannsbäke in Niedersachsen an der A1: Saubere Außen- und Sanitäranlagen, getrennte Parkflächen, ausreichende Beleuchtung und einen zentralen Notruf zeichnen einen der beiden Testsieger aus.

„Die Autobahn GmbH als verantwortliche Betreiberin sollte dringend die Reinigungs- und Wartungsintervalle anpassen. Saubere und funktionierende Rastanlagen sind nicht nur für Familien auf Reisen wichtig, sondern auch für Lkw-Fahrer, die ihre Ruhezeiten einhalten müssen.“ – Wolfgang Herda

Der ADAC fordert zudem, den baulichen Zustand der Anlagen regelmäßig zu überprüfen und Mängel zeitnah zu beseitigen. Lose Pflastersteine oder zerstörte Schilder wie am Rastplatz Stadtwald sind nicht nur ärgerlich, sondern auch ein Sicherheitsrisiko.

Da Reisende sich nicht immer auf einen ordentlichen Zustand der Rastanlagen verlassen können, sollten auf längeren Fahrten Hygieneartikel wie Desinfektionsmittel, Feuchttücher oder schlicht Toilettenpapier mitgeführt werden. Wichtig zudem: Eigenen Müll ordnungsgemäß entsorgen und sich so verhalten, wie man es auch von anderen erwartet.

Vier von vier – Durchgefallen

Die im Test untersuchten Rastplätze waren (mit Urteil und exemplarischen Mängeln):

Nadelöhr, A4: Platz 42 von 50, Urteil – mangelhaft (nicht ausreichend beleuchtete Parkbereiche, verschmutzte Sanitäranlage, nicht gegen Lärm geschützt)

Am Pommer, A7: Platz 48 von 50, Urteil – sehr mangelhaft (Notruf nicht in zentraler Lage, Sanitäranlagen verschmutzt; bereits im letzten Test 2018 mit sehr mangelhaft durchgefallen)

Stadtwald, A3: Platz 49 von 50, Urteil – sehr mangelhaft (keine Behindertenparkplätze, WC-Häuschen ungepflegt und verschlossen, stattdessen verschmutzte Dixi-Toiletten, beschädigte Gehwege)

Brühlgraben, A5: Platz 50 von 50, Urteil – sehr mangelhaft (keine Beschilderung des Parkbereichs für Pkw, keine Behindertenparkplätze, dreckige Toiletten, nicht gegen Lärm geschützt)

Top und Flop: Deutschlands trastplätze

Top und Flop: Deutschlands trastplätze ©2022 ADAC

 

 

 

Foto oben ©2022 Julia Schmidt Pexels

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Das Testergebnis auf der Internetseite des ADAC finden Sie unter www.adac.de.

 

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