Rund 290000Impfdosen von AstraZeneca hat Hessen erhalte. 208000 Dosen wurden bis Dienstagabend verimpft. Komplikationen in Hessen sind nicht bekannt.

Schon wieder AstraZeneca. Seit Montag überschlagen sich die Ereignisse um den Impfstoff. Waren es anfangs die Jüngeren, die vereinzelt über bedenkliche Beschwerden geklagt hatten, sind es aktuell ältere Menschen. Bis zum 29. März sind dem Paul-Ehrlich-Institut 31 Fälle einer Hirnvenen-Thrombose gemeldet worden, neun davon mit tödlichem Ausgang: Das ist eindeutig zu viel.

Die Ständige Impfkommission hat darauf am Dienstagabend ihre Empfehlung zu dem Impfstoff geändert. Die Gesundheitsämter der Länder und der Bund hatten sich in den späten Abendstunden gleich auch noch dazu beraten, sodass die Meldung niemanden wundert: Hessen stoppt die Impfung mit dem Wirkstoff Astrazeneca für unter 60-Jährige.

„Das Virus zwingt uns seit mehr als einem Jahr zu Genügsamkeit in unserem Alltag und einem Höchstmaß an Flexibilität angesichts der sich ändernden Rahmenbedingungen und insbesondere neuer medizinischer Beurteilungen. Die Entscheidung der STIKO basiert gleichwohl auf Daten und Fakten, die fortlaufend wissenschaftlich überprüft werden. So gering das Risiko für Einzelne bei einer Impfung auch sein mag, ist der Staat in der Pflicht, die Empfehlungen der Wissenschaft zu beachten und seine Bürgerinnen und Bürger transparent und offen aufzuklären.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier:

Von dem Impfstopp sind in 28 hessischen Impfzentren rund 12500 Bürger betroffenen. Das Land informiert, dass es durch die Einschränkungen keine Terminverschiebungen geben wird. Die Impfzentren halten an allen Impfterminen fest. Die unter Personen mit Alterseinschränkungen erhalten die zugelassenen Vakzine der Firmen Biontech oder Moderna. Der Wechsel erfolgt unkompliziert und unbürokratisch vor Ort in den Impfzentren. Von den 208000 Hessen, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, sind mehr als die Hälfte jünger als 60 Jahre. Ihre Termine für die Zweitimpfungen werden in den Monat Mai verschoben. Laut STIKO soll bis Ende April 2021 geprüft werden, ob unter 60-Jährige grundsätzlich ihre Zweitimpfung mit dem Vakzin erhalten können. Die Frist zwischen Erst- und Zweitimpfung bei dem Vektorimpfstoff beträgt maximal 12 Wochen.

„Es ist klar: Die Impfungen mit Astrazeneca für über 60-Jährige gehen in Hessen weiter. Der Nutzen überwiegt die Risiken bei Weitem, denn der Wirkstoff schützt zuverlässig vor einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf. Ich möchte alle Hessen ab 60 Jahren ermutigen, das Impfangebot mit Astrazeneca anzunehmen. Wenn ich an der Reihe bin und mir Astrazeneca angeboten wird, werde ich das Angebot annehmen.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Der Hessische Gesundheitsminister Kai Klose betonte, dass das Land mit den Schutzimpfungen in Hessen trotz sich erneut ändernder Vorgaben des Bundes gut vorankomme. Wie bei jeder anderen Impfung auch sei die sorgfältige Aufklärung der Bürger durch die Ärzte unverzichtbar. Mit dem Pilotprojekt für Hausärzte bereiten sich das Land auf den vom Bund angekündigten Übergang in die Regelversorgung durch die Hausarztpraxen vor, der nach Ostern schrittweise beginnen soll.

„Fragen oder Unsicherheiten im Umgang mit Impfstoffen können von den Ärzten des Vertrauens gut begegnet werden. Das spricht dafür, AstraZeneca-Lieferungen des Bundes in die ärztliche Regelversorgung zu geben.“ – Gesundheitsminister Kai Klose

Innenminister Peter Beuth unterstreicht, dass Hessens Impflogistik und Impflogik den erneuten Umschwung verkraftet. Das Land müsse für unter 60-Jährige keine Termine absagen. Unter 60-Jährige, die einen Impftermin mit Astrazeneca haben, werden in den Impfzentren schon heute mit Biontech oder Moderna geimpft. Sollten die zugesagten Lieferungen der nächsten Tage so ankommen, wie vom Bund angekündigt, bleiben alle vom Land zugesagten Termine bestehen. In Hessen sind seit dem Impfstart mehr als eine Million Impfungen erfolgreich durchgeführt worden – und auch diese Woche mehr als 100000 Menschen in Hessen ihre Erst- und Zweitimpfungen erhalten.

Historie

Die ersten Schutzimpfungen mit Astrazeneca hat in Hessen Anfang Februar 2021 begonnen. Aufgrund der sehr langen Frist von maximal 12 Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung können Bürger unter 60 Jahren, die bereits ihre Erstimpfung mit dem Vakzin erhalten haben, Anfang Mai zweitgeimpft werden. Ob die Zweitimpfung im Einzelfall mit Astrazeneca oder gegebenenfalls mit einem anderen Wirkstoff erfolgt, ist Gegenstand der Prüfung durch die zuständige Impfkommission. Betroffene Bürger werden vom Land diesbezüglich fortlaufend informiert. Grundsätzlich können auch unter 60-Jährige im Einzelfall ihre Zweitimpfung mit Astrazeneca erhalten. Ob diese erfolgt, liegt im Ermessen des impfenden Arztes und ist letztlich eine Entscheidung jedes Einzelnen. In jedem Fall wird jede jeder Hesse ein Impfangebot für einen vollumfänglichen Impfschutz erhalten. Das Land Hessen hat bisher gut 290000 Dosen des Herstellers AstraZeneca erhalten, rund 208000 Dosen wurden bis einschließlich des gestrigen Tages verimpft.

Foto oben: HR Fernsehen

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