Seit Jahrzehnten steht die Aartalbahn still. Der letzte Personenzug rollte im September 1983 über die Strecke. Noch nie waren die Chancen für Reaktivierung günstiger. Hessen prüft.
Die Wiederbelebung von in der Vergangenheit stillgelegten Bahnstrecken nimmt in Hessen Fahrt auf: Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir erläuterte am Mittwoch im Landtag, dass sich die Rahmenbedingungen für etwaige im Raum stehender Projekte erheblich verbessert haben. Das gilt auch für die Aarthalbahn.
„Die Schiene ist ein komfortabler und klimafreundlicher Verkehrsträger. Deshalb setzt sich die Landesregierung mit großem Nachdruck für einen attraktiven und leistungsfähigen Bahnverkehr überall im Land ein.“ – Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir
In Hessen gibt es rund 80 stillgelegte Schienenstrecken, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr befahren werden. Ein Arbeitskreis mit Mitgliedern aus den Landkreisen, kreisfreien Städten sowie der Verkehrsverbünde überprüft in regelmäßigen Abständen, welche Potenziale durch Streckenreaktivierungen zur Angebotsverbesserung auf der Schiene bestehen. Für drei Strecken haben sich in den vergangenen Jahren aussichtsreiche Perspektiven entwickelt.
„Die Bundesregierung überarbeitet gegenwärtig ihre Förderkriterien, um künftig bei der Berechnung des volkswirtschaftlichen Nutzens nicht nur Fahrgastzahlen, sondern auch Aspekte wie den Klimaschutz und die Anbindung des ländlichen Raums angemessen zu berücksichtigen.“ – Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir
Am weitesten vorangeschritten sind die Pläne rund um die Horlofftalbahn in Wölfersheim-Hungen. Diese Strecke befindet sich im Stadium der Genehmigungsplanung und damit auf dem Weg zum Baurecht: Dort sollen Ende 2025 wieder regelmäßig Züge verkehren, sagte Al-Wazir am Mittwoch. Für die 14 Kilometer lange Lumdatalbahn (Lollar-Londorf) ist die Vorplanung abgeschlossen. Horloff- und Lumdatalbahn sind für das Finanzierungsprogramm des Bundes angemeldet, das inzwischen eine Bundesförderung der Vorhaben mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten ermöglicht.
„Bei weiteren Strecken haben Vorprüfungen der Aufgabenträger begonnen, und die Voraussetzungen für Reaktivierungen sind so gut wie nie: Bund und Land stellen erhebliche Finanzmittel bereit.“ – Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir
In der Genehmigungsplanung sind außerdem eine drei Kilometer lange innerstädtische Gleisverbindung zwischen dem Bahnhof Neu-Isenburg und dem Stadtzentrum, die Teil der künftigen Regionaltangente West werden soll. Machbarkeitsstudien laufen unter anderem für die Straßenbahn zum Kasseler Herkules, die mittelhessische Ohmtalbahn (Kirchhain nach Nieder-Gemünden) und die Strecke von Darmstadt nach Groß-Zimmern. Für die Aartalbahn von Wiesbaden ins rheinland-pfälzische Diez wird eine Machbarkeitsstudie vorbereitet
Stimmungsbild: Aartalbahn
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Eine Bestandsaufnahme zu den stillgelegten Schienenstrecken in Hessen finden Sie unter mobil.hessen.de.
Schienenstrecken sofort für Strecken mit 1435 mm Spurweite bauen, z.B. DB, Aartalbahn, Frankfurter Straßenbahn: Unterbau, Schotter, Schwellen mit Befestigungsmöglichkeiten für Schienen von Strecken aller Spurweiten: sofort für alle Schienenfahrzeuge nutzbar. Vergleichsweise sehr preiswert.
Neubau und Nachrüstung für andere Spurweiten bleibt möglich, dann sofort nutzbar. Fast keine Mehrkosten.