Die psychotherapeutische Versorgung in Hessen droht sich weiter zu verschlechtern. Protest formiert sich in Wiesbaden.
Wer in Hessen einen Therapieplatz sucht, braucht vor allem eines: Zeit. Viel Zeit. Eltern telefonieren Praxen ab, Erwachsene warten Monate. Die psychotherapeutische Versorgung gerät ins Stocken – und die jüngste Entscheidung verschärft die Lage zusätzlich. Seit dem 1. April sinken die Honorare für ambulante Psychotherapie um 4,5 Prozent.
Bundesweiter Protesttag, auch in Wiesbaden
Am 15. April 2026 findet der bundesweite Protesttag gegen die Honorarkürzungen statt. Neben Kundgebungen in Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf wird auch in Wiesbaden demonstriert:
Wann: 15.04.2026, 13:00 Uhr
Wo: Mauritiusplatz, Wiesbaden
Protest wächst – Druck steigt
Die Linke Hessen stellt sich offen gegen diese Entwicklung und mobilisiert zusammen mit der LAG Gesundheit einen Protest. Am 15. April versammeln sich Fachkräfte und Unterstützende in Wiesbaden zu. Sie fordern ein Umdenken – und zwar schnell. Denn während die Nachfrage steigt, sinkt die wirtschaftliche Grundlage vieler Praxen. Therapeut:innen kalkulieren neu, verschieben Termine oder begrenzen ihr Angebot.
System mit Schieflage
Die Kritik trifft einen wunden Punkt. Sinkende Vergütung erhöht den Druck, wirtschaftlich zu arbeiten. Das führt zwangsläufig zu einer Verschiebung: Privatversicherte erhalten schneller Termine, gesetzlich Versicherte warten länger. Die viel zitierte Zwei-Klassen-Medizin zeigt sich hier besonders deutlich.
Forderungen mit Nachdruck
Die Forderungen sind konkret: mehr Kassensitze, bessere Planung, gezielte Förderung der Kinder- und Jugendtherapie sowie eine solide Finanzierung der Weiterbildung. Vor allem aber geht es um eines – den Zugang zur Behandlung. Denn Fachkräfte gibt es. Doch ohne faire Bezahlung droht das System weiter auszudünnen.
Ein Protest mit Signalwirkung
Die Demonstration in Wiesbaden steht stellvertretend für bundesweiten Widerstand. Während in Berlin Unterschriften übergeben werden, gehen auch in anderen Städten Menschen auf die Straße. Die Botschaft ist klar: Die psychotherapeutische Versorgung darf nicht weiter geschwächt werden.
Hintergrund
Psychotherapeut helfen – Kassen kürzen! Der Bewertungsausschuss hat auf Betreiben der gesetzlichen Krankenkassen die Vergütung der ambulanten Psychotherapie um 4,5 Prozent abgewertet. Ein fatales Signal für die Versorgung psychisch erkrankter Patient, die trotz steigender Krankenkassen-Beiträge schon jetzt auf eine angespannte Versorgungssituation ambulanter Psychotherapie treffen. Der Protest wird jetzt auf die Straße getragen! Hier finden Sie Infos, Material, Termine und Presse-Links. #WirHelfenIhrKürzt
Symbolfoto ©2026 KI-generiert
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Mehr Informationen zum bundesweiten Protesttag.



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