Hassliebe gab es immer schon. Die Künstler Marianne von Werefkin und Alexander von Jawlensky waren ihr verfallen. Sie haben sich geliebt und gehasst und in diesem Hin und Her ein aufregendes geschaffen.

Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin zählen zu den führenden Künstlerpositionen des Expressionismus. Sie waren entscheidend für die Entwicklung der Modernen Kunst. Fast 30 Jahre verband das Künstlerpaar eine enge, aber komplizierte Beziehung. Die Partnerschaft der beiden   „Lebensmenschen“ wurde bislang jedoch kaum erforscht. Das Museum Wiesbaden hat sie zusammengesetzt – Werke beider Künstler.

Landesmuseum (Museum Wiesbaden), kurz gefasst

Ausstellung –„Lebensmenschen“
Wann: 13. März bis zum 12. Juli 2020
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur (Museum Wiesbaden), Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags 10:00 bis 20:00 Uhr, mittwochs und freitags 10:00 bis 17:00 Uhr,  samstags, sonntags, feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: 10,00 (Sonderausstellung) // Kinder- und Jugendliche freier Eintritt

Freier Eintritt ins Museum Wiesbaden an jedem ersten Samstag im Monat

Das Museum Wiesbaden präsentiert mit der großangelegten Ausstellung Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin erstmals das Œuvre des Künstlerpaars Jawlensky und Werefkin Seite an Seite in einer gemeinsamen Schau. Vom 13. März bis zum 12. Juli 2020 zeichnet die Doppelretrospektive mit 187 Gemälden, Grafiken und Zeichnungen auf rund 900 qm Ausstellungsfläche die gemeinsamen und individuellen Lebensstationen und die künstlerische Entwicklung des Paares nach.

„Die beiden treibenden Kräfte des Expressionismus Jawlensky und Werefkin erstmals im direkten Gegenüber vereint präsentieren zu können, war ein lang gehegter Wunsch des Museums Wiesbaden.“ – Dr. Roman Zieglgänsberger, Kurator der Ausstellung

Alexej von Jawlensky (1864–1941) und Marianne von Werefkin (1860–1938) sind in den Kanon der Kunstgeschichte als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde eingegangen. Mit der von ihnen 1909 initiierten Gründung der Neuen Künstlervereinigung München, aus der zwei Jahre darauf der Blaue Reiter hervorgegangen ist, haben sie nicht nur als Vordenkerin (Werefkin) und malerischer Impulsgeber (Jawlensky) dieser Vereinigungen die Moderne vorangetrieben, sondern auch jeder für sich und zusammen als Paar einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kunst am Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet. Bemerkenswert ist aus diesem Grund, dass ihre Bedeutung bislang lediglich innerhalb dieser Vereinigungen beleuchtet oder in Einzelausstellungen gewürdigt wurde, sie aber als private wie künstlerische Partner, die sie fast dreißig Jahre (1892—1921) gewesen sind, noch nicht gemeinsam und explizit vorgestellt wurden.

 „Endlich kann man sehen, was die beiden Künstler vereinte, was sie voneinander trennte und vor allem, was sie 29 Jahre lang trotz kompliziertester familiärer Verhältnisse zusammenhalten ließ – ihr unbedingter Wille am Beginn des 20. Jahrhunderts die Kunst zu erneuern.“ – Dr. Roman Zieglgänsberger, Kurator der Ausstellung

Das in enger Kooperation mit dem Lenbachhaus München konzipierte Ausstellungsprojekt Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin leistet einen grundlegenden Beitrag zur Forschung über die beiden Künstlerpositionen und vereint zentrale Werke Jawlenskys und Werefkins auf rund 900 qm Ausstellungsfläche.

„Ich freue mich sehr, dass wir diese Ausstellung gemeinsam mit dem Lenbachhaus realisieren, denn damit spielen beide Institutionen herausragende Schwerpunkte ihrer Sammlungen aus.“ – Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden

Die Schau verfolgt die einzelnen künstlerischen Werdegänge beider Persönlichkeiten, setzt sie zueinander in Beziehung und bringt ihre ständig in Veränderung begriffenen privaten Verhältnisse miteinander in Verbindung. Dabei thematisiert die Ausstellung auch über den kunsthistorischen Blick hinaus stets biografische Aspekte, wodurch ihren Werken eine weitere inhaltliche Ebene hinzugefügt wird. Dies zeichnet sich insbesondere in der Präsentation der rund 187 Gemälde, Zeichnungen und Skizzenbücher ab. Jawlenskys und Werefkins Arbeiten werden durchgehend im unmittelbaren Wechsel gezeigt; ihr visueller Dialog verdeutlicht die gemeinsame aber auch die individuelle künstlerische Entwicklung. Die Zusammenschau der bislang getrennt gesehenen Werke gewährt teils überraschende Einblicke in alle Schaffensphasen des Künstlerpaars, welche die Besucherinnen und Besucher über 15 Ausstellungsräume nachvollziehen können.

„Die eigenen Sammlungen als Ansatzpunkte für Sonderausstellungen zu nehmen, ist wichtig, um unseren Besuchern immer größere Zusammenhänge zu erschließen. Zugleich beweist diese Ausstellung, dass Forschung eine der Kernaufgaben des Museums ist.“ – Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden

Der Ausstellungsrundgang erörtert chronologisch die Lebenswege der beiden Künstler, beginnend mit den Anfängen in Russland 1892–1886, gefolgt von einem langjährigen Aufenthalt in München 1896–1914 – mit produktiven gemeinsamen Arbeitsphasen u.a. in Murnau 1908–1910 – bis hin zum Exil in der Schweiz 1914–1921 und der Trennung des Paares mit Jawlenskys Umzug nach Wiesbaden im Juni 1921 und Werefkins letzten Lebensabschnitt in Ascona. Ebenfalls präsentiert die Schau Werke, die auf gemeinsamen Reisen beispielsweise in Oberstdorf oder Prerow entstanden sind oder aus ihrem künstlerischen Umfeld vor allem im Bereich des Schauspiels inspiriert wurden.
Eine eigens für die Ausstellung produzierte Dokumentation, die an originalen Schauplätzen aus dem Leben des Künstlerpaars gedreht wurde (Regie: Ralph Goertz – IKS Medienarchiv Düsseldorf), wird in einem im Rundgang integrierten Filmraum gezeigt. Der Gelbe Salon lädt alle Gäste dazu ein, ihren Lebensmenschen in Schrift und Bild Raum zu geben und mit anderen Gästen zu teilen. Ein umfangreiches Begleitprogramm umrahmt die Schau.

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung Lebensmenschen ist der gleichnamige Katalog beim Prestel Verlag in München (ISBN 978-3-7913-6976-1, für 36,00 Euro an der Museumskasse in dt./en.) und für Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren das Begleitbuch Alexej und Marianne (ISBN 978-3-89258-130-7, für 9 Euro) erschienen. Außetrdem steht ein kostenloser Audioguide (dt./en.) in der neuen Museumsapp zum Download zur Verfügung. Bild Museum Wiesbaden / Bern Fickert

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Die offizielle Internetseite vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

 

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