In der von Regisseur Sebastiano Toma kreierten Show beim European Youth Circus Festival hat der Artistennachwuchs den europäischen Gedanken gelebt und gezeigt – grenzübergreifend.

Vergangenen Donnerstag und Freitag haben junge Artisten in vier Wettbewerbsshows der Jury und dem Publikum ihre Fähigkeiten gezeigt. Nach deren Votum durch ein Punktesystem wurden schließlich die Preisträger ermittelt, die am Samstagabend und am Sonntagnachmittag in den Gala-Shows auftreten durften. Das Festival hat trotz des pandemiebedingen Ausfalls in 2020 nichts an Ansehen und Qualität eingebüßt, sagte Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden.

„Auch die internationale Jury hat mir in Gesprächen bestätigt, dass das Niveau der artistischen Beiträge sich weltweit hinter keinem Festival verstecken muss.“ – Kulturdezernent Axel Imholz

Die Experten aus der Jury waren Agnes Brun (Professorin an der Artistenschule Fratellini in Paris), Aurelia Cats (Artistin und Managerin der Agentur ArtVision Productions), Francesco Mocellin (Präsident der Gesellschaft der italienischen Zirkusfreunde), Johnny Klinke (Direktor des Tigerpalast-Varietés Frankfurt) und Kristian Kristof (Artist und Direktor der Zirkusproduktion „Recirquel“. Als ehemalige Artisten des European Youth Circus waren Anastasya Voladas-Massot (Artistin und Direktorin des Circus Imagine, Lyon) und der Goldpreisträger aus dem Jahr 2018, Zdenek Polach (mittlerweile nicht nur als Artist, sondern auch im Logistikbereich bei Flic Flac tätig) zu Gast. Durch das Programm führte Moderator Axel Schiel, dessen Ankündigungen der Artisten durch Videoprojektionen der Artisten begleitet wurden.

„Wir haben eine grandiose Woche mit den jungen Artistinnen und Artisten erleben dürfen. Nach den Wettbewerbsshows haben wir schon gesehen, dass sich Europa keine Gedanken um den Artistennachwuchs machen muss.“ –  Festivalleiterin Franziska Domes

Die Preisträger: In der Altersklasse bis 17 Jahre wurden die drei Festivalpreise in Gold, Silber und Bronze an sehr unterschiedliche Genres vergeben: Der zwölfjährige Gabriel Dell‘Acqua begeisterte Jury und Publikum mit einer traditionellen, aber einzigartigen Handstanddarbietung. Neben dem Festivalpreis in Silber erhielt Sára Nagyhegyi (17) für ihre lyrische Geschichte am Luftring mit vielfältiger Trickfolge und außergewöhnlichem Schwierigkeitsgrad noch die Sonderpreise des Neuen Theater Höchst und des Circus Imagine, die beide mit einem Engagement verbunden sind. Bronze wurde an Anna Levina aus der Ukraine vergeben. Die zwölfjährige bot eine Equilibristikdarbietung, die durch humoristische Elemente und ihrer schauspielerischen Fähigkeiten gleichermaßen komisch und innovativ war.

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In der älteren Altersgruppe (18 bis 25 Jahren) gab es ein Novum beim European Youth Circus in Wiesbaden: Mit exakt der gleichen Punktzahl gab es jeweils zwei Mal den Festivalpreis in Gold und in Silber.

Die beiden Goldpreise gingen in die Ukraine: Sowohl Mariia Shevchenko (20) mit ihrer Luftakrobatik als auch Angelina und Aleksandra mit ihrer Kontorsion durften minutenlangen Applaus des Publikums genießen. Etwas Lokalkolorit gab es bei den Festivalpreisen in Silber: Der gebürtige Hesse Johann Prinz errang mit seiner Darbietung an den Strapaten die gleiche Punktzahl wie die Belgierin Alexandra Malter (25) mit ihren Hula-Hoop-Reifen. Bronze erhielt die Französin Fleuriane Cornet mit ihren akrobatischen Kunststücken auf dem Fahrrad; darüber hinaus erhielt sie den Ehrenpreis des Verbandes deutscher Varieté-Theater, der mit 1.000 Euro dotiert ist.

„Bei unserem Festival haben wir hochklassige Künstlerinnen und Künstler bewundern dürfen, die künftig professionell in Zirkussen und auf Varietébühnen arbeiten werden.“ –  Festivalleiterin Franziska Domes.

Den Preis des Tigerpalastes durfte aus den Händen des Jury-Sprechers Johnny Klinke der 17-jährige Österreicher Stefan Dvorak entgegennehmen. Dieser verspricht ihm ein mehrmonatiges Engagement im Frankfurter Varieté-Theater.

Weitere Sonderpreise gingen an den Diabolojongleur Ezra Veldmann aus den Niederlanden (Preis der Circus-, Varieté- und Artistenfreunde Schweiz), den Drahtseilartisten Gerardo Segura Macias aus Spanien (Preis der Gesellschaft der Circusfreunde Deutschlands), den Ukrainer Jeka Dehtiarov mit seinem Cyr Wheel (Preis der Wiesbadener Kirchen) sowie an Daniela Levina (Preis der Circusproduktion Recirquel, Ungarn).

Den Preis der Herzen, der durch Stimmkarten des Wiesbadener Publikums ermittelt wurde, ging ebenfalls an die Goldpreisträgerin Mariia Shevchenko und wurde in der Gala von Kulturdezernent Axel Imholz überreicht.

„Der European Youth Circus ist nicht nur ein Meilenstein für die Artistinnen und Artisten in ihrer Karriere, er ist auch ein kulturelles Highlight der Landeshauptstadt Wiesbaden, dass europaweit strahlt.“ – Kulturdezernent Axel Imholz

Auch der European Youth Circus erhielt einen Preis: Alle zwei Jahre vergibt die Gesellschaft der Circusfreunde Deutschland den „Zukunftspreis“, der Verdienste um die Nachwuchsförderung von Artisten auszeichnet. Diesen Preis durfte stellvertretend der Kulturamtsleiter Jörg-Uwe Funk in der Gala am Samstag, 15. Oktober, vom Präsidenten der Gesellschaft Stefan Nolte entgegennehmen.

Impressionen vom Finale

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Foto oben ©2022 Volker Watschounek 

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Weitere Informationen über den European Youth Circus gibt es unter www.wiesbaden.de.

 

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