Die Bühne ist leer. Im Burggarten sind zwitschernde Vögel zu hören.  In Wirklichkeit sind es vier Saxophonisten, die unvermittelt anfangen zu spielen.

Verteilt auf dem Areal der Sonnenberger Burg in Wiesbaden stehen Magdalena Lapj-Jagow, Dominic Childs, Enrico Taubmann und Frank Riedel und imitieren mit ihren Instrumenten mehr oder weniger die Vögel, die sich durch das Spiel des Forseti Saxophonquartetts scheinbar „provoziert“ fühlen. „Gleich den Vögeln“ heißt sinnfällig auch das Werk von Johannes Wallmann, geboren 1952, dessen improvisatorischer Charakter einen schönen Einstieg in den Konzertabend der Mozart Gesellschaft Wiesbaden darstellt.

Vivaldis Finessen im Burggarten

Gleich danach wird es klassisch. Mit Max Regers „Blättern und Blüten“, Antonio Vivaldis Concerto in g-Moll und den Ungarischen Tänzen von Ferenc Farkas machen die vier Saxophonisten klar, wo die Reise an diesem Abend hingeht. Unprätentiös und mit frappierender Präzision spielen die sie  zusammen. Alle technischen Finessen, wie bei Vivaldis Konzert, welches normalerweise für Streicher ist, werden ohne sichtbare Anstrengungen gemeistert. Dies merkt auch das Publikum und goutiert den Vortrag schon im ersten Teil mit begeistertem Applaus und Bravorufen.

„Max Reger“ alias „Rex Mager“

Mit launigen Moderationen informieren die Musiker aus Polen, Deutschland und England das Publikum über Komponisten und Werke. So erfahren die Besucher, dass Max Reger Briefe manches Mal mit „Rex Mager“ unterschrieben hat, um auf seine monetär prekäre Situation hinzuweisen.

„Aases Tod“ und „Anitras Tanz“

Nach der Pause geht es mit einem „Best of“-Titel der Klassik weiter. Edvard Griegs Musik zu Hendrik Ibsens Schauspiel „Peer Gynt“ ist sicher eines der bekanntesten klassischen Werke aller Zeiten. Aus allen Werken zur Schauspielmusik hat Grieg zwei viersätzige Suiten zusammengestellt, die ihre Bekanntheit zum Teil auch den zahlreichen Werbespots verdanken. Die Suite Nr. 1 mit den Sätzen „Morgenstimmung“, „Aases Tod“, „Anitras Tanz“ und dem klassischen Chart-Hit „In der Halle des Bergkönigs“ erklangen in dynamisch ausgefeilten Versionen, die allesamt vom Quartett selbst für die ungewöhnliche Besetzung mit vier Saxophonen bearbeitet wurden.

Zwei Zugaben

Mit Originalliteratur für Saxophonquartett von Eugène Bozza, dessen Anante et dScherzo zu hören war, und Gavin Whitlocks Celtic Suite, die perfekt irische Stimmung nach Wiesbaden zauberte, beendeten das junge Forseti Saxophonquartett das Programm – das heisst, sie wollten. Denn das Publikum erklatschte sich mit Dvoráks Slawischem Tanz Nr. 8 und Brahms Ungarischem Tanz Nr. 1 noch zwei Zugaben und entschwand beseelt in die laue Sommernacht (KWJ).

Ausblick Mexican Brass

Das nächste Konzert der Wiesbadener Mozart Gesellschaft findet am 20. August in der Wiesbadener Casino Gesellschaft statt. Mexican Brass, das erfolgreichste Brass Qunitett Lateinamerikas wird am dritten Sonntag im August mit lockerem Humor und dem unnachahmlichen latein-amerikanischen Charme den Herzog-Friedrich-August-Saal in einen sala de consciertos verwandeln.

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