Corona, wir können es nicht mehr hören. Dennoch, das Team von Wiesbaden International ist für Euch da. In dieser besonderen Zeit ist es nach wie vor erreichbar. Ein kurzer Rückblick.

Im ersten virtuellen Jahresmeeting von Wiesbaden international haben sich die Teilnehmer aus praktischer und wissenschaftlicher Perspektive unter Begegnungsformate, Nachhaltigkeit und Digitalisierung ausgetauscht. Dabei wurde deutlich: Wiesbaden lebt Weltoffenheit mit Blick auf junge Leute.

„Wir müssen die Jugendlichen dort abholen, wo die Pandemie sie zurückgelassen hat, – schulisch aber auch im Leben.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Im Mittelpunkt der eingebundenen Podiumsdiskussion standen die Auswirkungen der Pandemie. Festzuhalten ist, dass seit dem vergangenen Herbst auch Fachkräfte Neuland betreten. Nachdem die internationale Arbeit bis zum Sommer komplett zum Erliegen gekommen war, tasten sie sich virtuell kreativ an hybride Begegnungsformate heran.  Iman von den Reisepeers berichtet, dass der Austausch über Social Media und digitale Formate sie in Zeiten des Lockdowns zusammen gehalten hat. Die Reisepeers sind eine Gruppe von Jugendlichen, die bereits an Reisen teilgenommen haben und ihre Erfahrungen an andere junge Menschen weitergeben.

„Es gab Highlights, aber auch Sachen, die schief gelaufen sind, zum Beispiel mangelhafte Internetverbindungen für virtuelle Begegnungen.“Nazife Ilhan vom Träger Weltblick

Claudius Siebel von Jugend für Europa erzählt, dass es trotz vieler Ausfälle nicht weniger Anträge gegeben habe. Das Interesse an Begegnungen ist gleichbleibend gut. Trotzdem hat die Pandemie große Auswirkungen auf die Jugendarbeit gehabt. Besonders betroffen sind osteuropäischen Ländern ohne Rettungsschirm. Daher sind die Mittel für europäische Erasmus-Programme für die nächste Programmgeneration aber stark aufgestockt worden.

„Das „Informelle“ fehlt in virtuellen Begegnungen leider gänzlich. Die digitalen Begegnungen sind davon abhängig, wer Zugang zu entsprechenden Geräten oder auch Internetzugang hat. Wo das funktioniert, existierten interessante Softwaretools.“ Nazife Ilhan vom Träger Weltblick

Daniel Poli vom IJAB-Institut berichtet von über 100 internationalen Workcamps, die virtuell stattfanden. Die Lerneffekte bei virtuellen Begegnungen seien natürlich andere, dies werde wissenschaftlich evaluiert, denn diese Erkenntnisse wolle man für die Zukunft verwerten. Denn nicht in allen Ländern und nicht für alle Altersgruppen gebe es bislang Impfstoffe und deswegen werden die Bedingungen für Auslandsreisen auch mittelfristig anders bleiben. Hybride Austauschformate werden deswegen weiter im Fokus bleiben.

„Wegen des enormen Interesses haben zuletzt vermehrt Teamerqualifikationen mit dem Schwerpunkt virtuelle Methoden der Jugendarbeit angeboten.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Jugendliche hätten sich sehr solidarisch verhalten, sagte Sozialdezernent Christoph Manjura, obwohl sie eine große Last in der Pandemie tragen müssen.“ Die Jugendarbeit habe in der Stadt immer unter den entsprechenden Bedingungen stattgefunden und versucht, keine Pausen zu machen. Das sei aber nicht immer einfach gewesen. Der Sozialdezernent blickt zurück: Im Herbst haben wir hybride Begegnungen mit insgesamt 115 Teilnehmer veranstaltet – unter anderem zum ersten Mal mit einem Jugendzentrum in Marokko. Die Reisepeers haben sich digital regelmäßig getroffen. Insgesamt wurden rund 120 Interessierte erreicht. Unter dem Titel Internationalisierung der Ausbildung wurde eine Broschüre herausgegeben. Die Börse Hessen total international 2020 hat ausschließlich virtuell stattgefunden.

„Die Jugendlichen bringen auch ein Stück von ihrer Kultur mit nach Wiesbaden und helfen damit unsere Stadt zu einem weltoffeneren Ort zu machen.“ – Uwe Waldaestel

In vier Workshops haben die Teilnehmer einzelne Aspekte vertieft: So ging es um Jugendmobilität in Zeiten von Corona und Klimakrise, um digitales Gelingen, um rassismuskritische Perspektiven in der Jugendarbeit und um erfolgreiche Erfahrungen aus Kelkheim, einer weiteren Modellkommune.  Dass sich das Mobilitätsverhalten nicht nur durch die Pandemie, sondern auch durch den Klimawandel verändern müsse, ist eine Erkenntnis, die es auch bei der Organisation von Jugendbegegnungen zu berücksichtigen gilt. Dass versteckter Rassismus oft eine Rolle spielt und man sich des Problems stärker bewusst werden müsse, besprach Tim-Tih Kost von Weltblick.

„Ich habe durch die Reise eine andere Perspektive erhalten. Man merkt, man muss wertschätzen, was man hat.“ – Antonio Aksöz

Für den inspirierenden und informativen Abend bedankte sich Conny Meyne bei den über 50 Anwesenden. Wann man wieder unbeschränkt real reisen könne, sei nicht vorauszusagen. Doch man habe gelernt, dass digitale Möglichkeiten auch Chancen eröffnen können.  Andere Formen des Reisens und der Begegnung werden weiterhin entwickelt und gestärkt. Im Herbst seien wieder reale Begegnungen geplant, die je nach Rahmenbedingungen auch in hybriden Formaten stattfinden können. Wir werden damit sehr kreativ umgehen und wir werden Wege finden.

Foto oben ©2017 Amt für Soziale Arbeit

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Mehr Informationen zur Internationalen Jugendarbeit in der Stadt finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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