Die durchgängige Busspur auf dem 1. Ring, die Umweltspur, macht den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in der Innenstadt bereits jetzt schon attraktiver.

Für Autofahrer wird Wiesbadens Innenstadt immer unfreundlicher. Wer vom Bahnhof zur Ringkirche unterwegs ist, hat die Qual der Wahl: über die Rheinstraße, weils vielleicht schneller geht. Oder über die Ringstraße. Ganz gleich für welche Route sie sich entscheiden: Es ist eine Nervenprobe. Bus und Taxifahrer fahren dafür entspannter. Das zeigen auch die ersten Auswertungen zu Wiesbadens Umwelspuren. Busse sind schneller und pünktlicher an ihrem Ziel.

„Was am heimischen Rechner gilt, gilt auch für DIGI-V. Erst, wenn die Hardware komplett ist, wird die Software installiert.“ –  Andreas Kowol, Verkehrsdezernent

Die positiven Effekte der Umweltspur machen sich zum Fahrplanwechsel 2020/21 auch bei den Kunden bemerkbar. Mit dem Fahrplanwechsel reduziert sich die Fahrzeit für die Linien 1, 8 und 49 zwischen den Haltestellen Scheffelstraße und Hauptbahnhof in beiden Fahrtrichtungen von drei auf zwei Minuten. Grund für die Verbesserung ist, dass die Busse nicht weiter mit den PKW im Stau stehen müssen. Davon profitieren jeden Werktag rund 20000 Fahrgäste, insbesondere Berufspendler, die am Hauptbahnhof Anschlusszüge und -busse erreichen müssen.

„Der Eindruck war schon länger da und ich freue mich, dass die Zahlen ihn jetzt bestätigen. Durch die Umweltspuren haben wir auf dem Ring jetzt schnellere Busse und mehr Radfahrende.“ – Andreas Kowol, Verkehrsdezernent

Als weiterer positiver Effekt der Umweltspuren hat die Stadt die Verdoppelung des Radverkehrs festgestellt. So ist der Radverkehr in Fahrtrichtung Hauptbahnhof im morgendlichen Berufsverkehr ab Gutenbergplatz nach den Sommerferien von 2,6 Prozent im Jahr 2018 auf 4,9 Prozent im Jahr 2020 gestiegen. Das heißt, dass täglich mehr als 500 Radfahrende diesen Abschnitt benutzen. Erhoben wurden die Werte von Heinz + Feier GmbH im Auftrag des Tiefbau- und Vermessungsamts durch Zählungen an vier Straßenquerschnitten, an je einem Tag während und nach den Sommerferien in den Jahren 2018 und 2020. Über alle vier Messstellen hinweg hat sich der Radverkehrsanteil demnach durchschnittlich verdoppelt.

„Die Umweltspur auf dem Ring, die für die Vermeidung eines Dieselfahrverbots eine ganz zentrale war, beginnt also vor Fertigstellung schon zu wirken.“ –  Andreas Kowol, Verkehrsdezernent

Die Messungen ergaben auch, dass das Autoverkehrsaufkommen in diesem Zeitraum um 20 Prozent reduziert werden konnte. Dies ist ein höherer Rückgang als die zehn Prozent, die Hessen Mobil kürzlich Corona bedingt auf den Autobahnen des Rhein-Main-Gebiets erhoben hat (FAZ Rhein-Main, 05.11.2020).

All diejenigen, die derzeit durch die Baumaßnahme beeinträchtigt werden, bittet Wiesbadens Verkehrsdezernent noch um etwas Geduld. Mit Freischaltung der Digitalen Ampelschaltung werden sich weitere positive Effekte einstellen, denn – entgegen der landläufigen Meinung sei die digitale Verkehrssteuerung DIGI-V noch nicht scharf geschaltet. Nichtsdestotrotz erwartet Kowol erste Entlastungseffekte für den Innenstadtverkehr schon bald durch die geplante verstärkte Pförtnerung des Durchgangsverkehrs an den Stadtgrenzen, etwa durch die neue Ampelanlage an der Berliner Straße, aber auch aus Richtung Taunus kommend.

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Weitere Informationen zu Wiesbadens Umweltspuren finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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