Bundesregierung und Landesregierung stehen sich in Nichts nach. Beide peitschten in den vergangenen Tagen riesige Corona-Maßnahmenpakete durch um die Wirtschaft zu entlasten. Auch Wiesbaden ist hier nicht untätig.

Allen Gewerbesteuerpflichtigen, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Probleme geraten, ermöglicht Wiesbaden die Stundung der Gewerbesteuerzahlungen. Dass Wiesbaden finanziell gut dasteht, liegt ganz wesentlich an den guten Gewerbesteuerzahlungen der letzten Jahre. In der aktuell schwierigen Situation für viele unserer Betriebe und Unternehmen in der Stadt, wollen wir nun unseren Beitrag leisten, betonen Stadtkämmerer Axel Imholz und Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz. Auf Antrag kann den Gewerbesteuerpflichtigen die Zahlung für bis zu sechs Monate gestundet werden. Nachzahlungszinsen werden für diesen Zeitraum nicht erhoben, unterstreicht Imholz. Die Prüfung der Anträge werde so unbürokratisch wie nur möglich erfolgen, um den Unternehmen schnell Planungssicherheit zu geben.

„Wir sehen uns als Partner der Wirtschaft in Wiesbaden und wollen dieser in der aktuell sehr kritischen Phase Entlastung verschaffen. Nur gemeinsam werden wir die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen bewältigen können.“ – Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz

Um die Stundung der Gewerbesteuer zu beantragen, genügt ein formloses Schreiben an das Finanzamt Wiesbaden, in dem die Gründe für die Maßnahme erklärt werden. Bei Unklarheiten oder Nachfragen nimmt das Finanzamt telefonisch Kontakt mit Ihnen auf. Wenige Tage später, ist der Entscheid dann im Briefkasten. Neben der Gewerbesteuer können auch geringere Vorauszahlungen bzw. das Aussetzen der Vorauszahlung beantragt werden.

Wiesbaden könnte mitsamt seiner städtischen Gesellschaften als Vorbild vorangehen, dem hoffentlich weitere Vermieter folgen.“ – Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler

Für die städtischen Liegenschaften prüft Wiesbadens Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler aktuell, inwiefern ein Stundungsverfahren für Mieter der Stadt beziehungsweise für Mieter der städtischen Gesellschaften umzusetzen sind. So soll den Unternehmen bei zu befürchtenden Liquiditätsengpässen kurzfristig geholfen werden. Neben Gewerbemietern soll dies auch privaten Kulturinstitutionen in den Gebäuden der Stadt ermöglicht werden. Denkbar ist ein Prozedere, bei dem mittels unkomplizierter Antragstellung eine Stundung der Mietzahlungen für einen begrenzten Zeitraum, zum Beispiel von zunächst drei Monaten, gewährt wird“, lautet der aktuelle Vorschlag, den die Dezernenten Franz und Kessler gemeinsam auf den Weg bringen möchten.

Soforthilfen vom Land Hessen

Förderkredite sind stets mit einer Hausbank zu vereinbaren – das heißt: Sie benötigen eine Bank Ihres Vertrauens, welche für Sie den Antrag bei der WIBank stellt. Anträge, die direkt bei der WIBank eingereicht werden, dürfen nicht angenommen werden. Welche Möglichkeiten sich bieten, lesen sie nachfolgend.

  1. Kapital für Kleinunternehmen (KfK)
    Kleine Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitenden und 5 Mio. Euro Jahresumsatz können Darlehen zwischen 25000 und 150000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50% aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig. Nähere Informationen dazu unter:
    www.wibank.de/kfk
  2. Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW)
    KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Mio. Euro Umsatz können aus diesem Förderprogramm über ihre Hausbank Betriebsmittelkredite bis 1 Mio. Euro erhalten. Weitere Informationen sind hier erhältlich:
    www.wibank.de/guw 
  3. Bürgschaften
    bis 2,5 Mio. Euro mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent. Diese bietet die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen an. Dazu zählen auch Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 312.500 Euro Kredit mit 80 % Bürgschaftsquote besichert, die bei Erfüllung aller Kriterien besonders schnell erteilt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: https://bb-h.de/corona/. Nutzen Sie außerdem das Finanzierungsportal https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de/ oder die Hotline 0611 1507-77.
  4. Landesbürgschaften
    Das Land Hessen übernimmt in besonderen Fällen Landesbürgschaften i. d. R. über 2,5 Mio. Euro. In Kooperation mit der Hausbank kann dadurch sowohl die Finanzierung von Investitionen als auch die finanzielle Überbrückung von Liquiditätsengpässen abgesichert werden. Weitere Informationen dazu unter:
    www.wibank.de/landesbuergschaften 

Auch die Bundesregierung tritt entschlossen und mit aller Kraft den wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus entgegen. Der Bundesminister der Finanzen, Olaf Scholz (SPD), und der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier (CDU), haben sich daher auf ein starkes Maßnahmenbündel verständigt, das Arbeitsplätze schützen und Unternehmen unterstützen wird. Das Papier zum Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen im Original finden Sie unter www.bmwi.de(Bild: Gewerbesteuer – ©2020 Wir sind Klein / Pixabay )

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Die offizielle Internetseite der Stadt mit Informationen zur Wirtschaftshilfe finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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