Auch wenn für alle Menschen in Deutschland die Krankenversicherungspflicht gilt, kommt es immer wieder vor, das einzelne Personen nicht versichert sind. Hier hilft in Wiesbaden die Clearingstelle weiter.

Ob Saisonarbeiter, Freiberufler oder Obdachlose, die Gruppe der betroffenen Personen ist sehr vielfältig. Darunter befinden sich Menschen in unsicheren Lebenslagen, aber auch Menschen die mit dem Rücken zur Wand stehen und plötzlich in Armut geraten. Manchmal ist es auch Achtlosigkeit. Ein vergessener Brief oder eine falsche Postadresse, die dazu führen, sie ohne Krankenversicherungsschutz und ohne Papiere dastehen. Ist es einmal soweit gekommen, hilft die Krankenversicherungs-Clearingstelle Menschen weiter – unabhängig davon, ob es sich um deutsche Staatsbürger oder um Ausländer aus der Europäischen Union oder Drittstaaten handelt. Mit einer Humanitäre Sprechstunde stellt sie die medizinische Grundversorgung für Menschen in unsicheren Lebenslagen und ohne Krankenversicherung sicher.

„Ich freue mich, dass durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung mit der Krankenversicherungsclearingstelle in Wiesbaden eine weitere qualifizierte Hilfe für Menschen in Not angeboten wird.“ – Sozial- und Integrationsdezernent Christoph Manjura

Die ambulante Grundversorgung ist in der Regel allerdings nur ein erster Schritt vor weiteren notwendigen Behandlungen, für die dann eine Krankenversicherung erforderlich ist. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es immer wieder die Möglichkeit geben kann, einen Krankenversicherungsschutz neu zu begründen oder einen ehemaligen Krankenversicherungsschutz aufleben lassen zu können. Um eine entsprechende Prüfung vornehmen zu können, hat die Stadtverordnetenversammlung im letzten Jahr erstmals Mittel zur Einrichtung einer Krankenversicherungsclearingstelle (KVC) zur Verfügung gestellt. Inzwischen hat diese in Trägerschaft des Diakonischen Werks ihre Arbeit aufgenommen. Die Krankenversicherungsclearingstelle ist Teil des Verbundes der Humanitären Sprechstunde und richtet sich an Menschen, die keinen, einen ungeklärten oder nur unzureichenden Zugang zum Gesundheitssystem haben. Neben der Prüfung, ob eine Möglichkeit zur Krankenversicherung besteht, unterstützt sie auch bei der Vermittlung an Ärzte.

„Die Weiterentwicklung der Krankenversicherungsclearingstelle ist gleichzeitig auch ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber der so wertvollen Arbeit der ehrenamtlich Tätigen in der ‚Humanitären Sprechstunde‘.“ – Sozial- und Integrationsdezernent Christoph Manjura

Immer wieder berichten die ehrenamtlich Tätigen der Humanitären Sprechstunde, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung für Klienten ohne Krankenversicherungsschutz deutlich erschwert ist und die Möglichkeit einer Notfallhilfe in Krankenhäusern an den bürokratischen Hürden oder der zu hohen finanziellen Belastung scheitert. Vor diesen Hürden müssen in Zukunft Wiesbadener ohne oder mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz nicht mehr alleine stehen.

Die Clearingstelle kann für Menschen lebensverändernd und lebensverlängernd wirken.“ – Sozial- und Integrationsdezernent Christoph Manjura

Die Beratung erfolgt in den Räumen des Diakonischen Werks in der Rheinstraße 65 durch Sozialarbeiterin Jenny Macher montags bis donnerstags von 8:30 bis 12:00 und von 13:00 bis 16:30 Uhr sowie freitags von 8:30 bis 12:00 Uhr. Die Terminvereinbarungen können telefonisch unter (0611) 3609127 oder 0160 7130349 sowie per E-Mail an KVC.wiesbaden@dwwi.de erfolgen. Die Beratung findet in deutscher oder englischer Sprache statt. Für alle weiteren Sprachen werden Dolmetscher hinzugezogen.

Hintergrund

Seit zehn Jahren fördert das Amt für Zuwanderung und Integration in Kooperation mit pro familia e.V. und dem Diakonischen Werk dieHumanitäre Sprechstunde. Zum Projektverbund gehören außerdem der Sozialdienst katholischer Frauen, Hebammen, Frauenärztinnen, Kinderärzte sowie Wiesbadener Geburtskliniken.

Foto ©2021 Humanitäre Sprechstunde kalhh auf Pixabay

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Die offizielle Internetseite zu Humanitären Sprechstunde finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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