Die Gibber Kerbegesellschaft feiert mit zwei Runden, fünf Zugnummern und viel Engagement.
Punkt 15.11 Uhr setzte sich der Kinderfastnachtszug in Bewegung. In der Oberen Bleichwiesenstraße sammelten sich kleine Prinzessinnen, Piraten, Superhelden und Clowns. Eltern rückten Mützen zurecht, Großeltern zücken Handys, ein Traktor brummte los. Dann zog der traditionelle Kinderfastnachtszug der Gibber Kerbegesellschaft durch Biebrich – laut, bunt und mit spürbarer Vorfreude.
Zwei Runden für volle Taschen
Die Route führte über die Weihergasse in die Gaugasse und wieder zurück. Wer am Rand stand, streckte Tüten in die Höhe. Bonbons flogen, Gummibärchen landen in Kapuzen, Schokolade verschwindet in Jackentaschen. In zwischendurch gibt es immer wieder Kreppel der Bäckerei Köstner. Nach der ersten Runde scharrten viele Kinder schon ungeduldig mit den Füßen. Der Zug drehte erneut auf. Eine zweite Chance, die Taschen zu füllen, die Rufe lauter werden zu lassen, die Musik noch einmal zu hören. Das es inzwischen zu Regnen begonnen hatte, egal.
Nach der zweiten Schleife löste sich der Zug in Richtung Festplatz auf. Dort wartete die Afterparty. Die Gibber Kerbegesellschaft öffnete ihr überdachtes Außengelände, schenkte Getränke aus, bot Essen an und lud zum Weiterfeiern ein. „Frei für alle“ gilt für die Stimmung – zahlen mussten die Gäste natürlich trotzdem.
Fünf Zugnummern – und ein Traktor
In diesem Jahr rollten und liefen fünf Zugnummern durch die Straßen Jahr. Ein Wagen, ein Traktor, mehrere Fußgruppen. „Gefühlt zwei weniger als letztes Jahr“, hieß es am Rande. Tatsächlich fehlte ein Zusammenschluss mehrerer Biebricher Kindergärten. Die Eltern fanden in diesem Jahr keine Zeit. Zudem strich die Gesellschaft aus Sicherheitsgründen ein weiteres Fahrzeug.

„Wer einen Wagen einbindet, braucht Ordner. Wer Ordner einsetzt, braucht Personal. Und Personal fehlt“, erklärte Sven Burneleit, 2. Vorsitzender der Gibber Kerbegesellschaft.. Die Ehrenamtlichen reagierten pragmatisch. Sie kürzten, statt zu überfordern. Sie organisierten, statt zu klagen. Man habe den Zug insgesamt ein bisschen verkürzt. Letztes Jahr ging es noch drei Runden um den Block. Dieses Mal beließ man es bei zwei – auch, um Behörden zu entlasten, die unentgeltlich unterstützen.
Tradition, die älter ist als viele Teilnehmer
„Den gibt es ewig“, sagt ein Teilnehmer am Rand. Er trägt eine Jacke mit der Zahl 51. Ob er selbst 51 ist oder nur das Kleidungsstück – egal. Entscheidend bleibt: Der Kinderfastnachtszug gehört seit Jahrzehnten zu Biebrich. Generationen wachsen mit ihm auf. Wer als Kind am Straßenrand stand, läuft später selbst mit. Wer Bonbons fing, wirft sie irgendwann zurück in die Menge.
Der Zug wirkt kleiner als große Fastnachtsumzüge, doch er schafft Nähe. Die Strecke dauert pro Runde rund zehn Minuten. Die Gruppen bleiben greifbar. Man erkennt Gesichter, ruft Namen, winkt Bekannten. Genau das unterscheidet diesen Kinderfastnachtszug von großen Events. Hier feierte ein Stadtteil sich selbst.
Foto ©2026 Volker Watschounek
Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Biebrich lesen Sie hier.
Die Internetseite der Gibber Kerbegesellschaft finden Sie unter gibber-kerb.info.



Kinderabenteuerland „kiddido“ lädt zum Hüpfburgen-Spaß
Vollsperrung der Höchster Straße
Eiserne Hochzeit: Ein Leben, das im Takt bleibt
Flohmarkt in Wiesbaden – suchen und finden
Vollsperrung der Teplitzstraße
Neue Wege des Lernens an der Grundschule Schelmengraben 
