So heiß war es hierzulande seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auch in Wiesbaden noch nie! Vom Spitzenwert war Wiesbaden mit amtlichen 38,9 zu 42,6 Grad aber weit entfernt.

Am Donnerstag wurde weit verbreitet in Deutschland meteorologische Geschichte geschrieben. An mehr als 20 Wetterstationen stieg das Thermometer auf über 40 Grad. Erst am Mittwoch, 24. Juli, stellte Geilenkirchen mit 40,5 Grad einen neuen Hitzerekord auf. Der Wert lag 0,2 Grad über dem alten Rekord aus dem Jahre 2015. Rekordverhältnisse gelten auch für Mainz und Wiesbaden. In den beiden Landeshauptstädten purzelten die Rekorde aus den Jahren 2003 und 2015: an den Wetterstationen in Mainz-Lerchenberg wurden amtlich 39,1 Grad gemessen. An der Wetterstation in Wiesbaden-Auringen 38,9 Grad.

„Am Donnerstag dann aber hat die Hitzewelle noch einmal zugelegt. In Lingen wurde eine neuer Allzeitrekord von 42,6 Grad aufgestellt. Selbst in den Hochlagen der Mittelgebirge wurde es bis zu 35 Grad heiß.“ – Matthias Habel, Meteorologe

Weit verbreitet gab es viele neue Rekorde. Nahezu flächendeckend war es in Westdeutschland so heiß wie noch nie. Am Donnerstag wurden zahlreiche alte und viele Jahre gültige Allzeitrekorde an den Wetterstationen aufgehoben. Noch allerdings sind alle Rekordwerte vorläufig und warten auf die offizielle Bestätigung durch den staatlichen Wetterdienst.

„Der Messwert aus Lingen könnte wegen ungünstiger Messbedingungen noch revidiert werden. Unabhängig davon aber ist der Tag aus meteorologischer Sicht als historisch zu bezeichnen.“ – Matthias Habel, Meteorologe

Zu den heißesten Orten mit mehr als 41 Grad gehören neben Spitzenreiter Lingen mit 42,6 Grad die Städte Tönisvorst und Duisburg mit 41,2 Grad sowie Köln-Stammheim mit 41,1 Grad. Zudem melden viele Orte an Rhein und Mosel sowie deren Nebenflüsse neue Rekordtemperaturen. In Bonn-Roleber war es mit 40,9 Grad der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kleve trägt sich mit 40,8 Grad in die Rekordlisten ein. In Weilerswist und Trier flimmerte die Luft bei 40,6 Grad, in Düsseldorf wurde es 40,4 Grad heiß. Auch unsere westlichen Nachbarländer melden neue Allzeit-Rekorde von teils deutlich über 40 Grad.

„Heiße Tage gab es natürlich auch in früheren Jahren. Dass die Hitze aber so brutal zuschlägt und dann gleich auch noch mehrere Tage andauert, das ist wirklich extrem.“ – Matthias Habel, Meteorologe

Die Rekordwetterlage ist sowohl von den erreichten Extremtemperaturen als auch von ihrer Dauer außergewöhnlich. Besonders seit Beginn der 2000er Jahre hätten die Extreme deutlich zugelegt. Sie kämen in immer kürzeren Zeitabständen und seien beständiger. Auch wenn weiterhin vom Wetter gesprochen würde, so seien die Extreme doch eine unweigerliche Folge des Klimawandels, so Habel weiter.

25 Wetterstationen messen 40 Grad und mehr. Frankfurt ist Hessesn Spitzenreiter.

25 Wetterstationen messen 40 Grad und mehr. Frankfurt ist Hessens Spitzenreiter.

Ausblick

Am Freitag wird es mit 35 bis örtlich 40 Grad nochmals brütend heiß. Nur entlang der Küsten ist es mit 28 bis 33 Grad etwas erträglicher. Dazu scheint meist von früh bis spät die Sonne. Nur westlich des Rheins sowie Richtung Alpen sind im Tagesverlauf in zunehmend schwüler Luft schon einzelne Hitzegewitter möglich. Dann aber ist der Hitze-Höhepunkt überschritten. Am Wochenende sickert überall etwas erträglichere Luft ein, im Westen und Süden werden schon am Samstag keine 30 Grad mehr erreicht. Dafür können sich dort unwetterartige Gewitter entladen. Im Osten geht die Hitze erst am Sonntag, auch dort kracht es voraussichtlich verbreitet. Nach einem noch wechselhaften Wochenstart beruhigt sich das Wetter bei deutlich angenehmeren, aber immer noch hochsommerlich warmen 25 bis 30 Grad.

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Die offiziellen und bestätigten bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als Thema des Tages unter www.dwd.de.

 

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