Rund um den 21. März kehrt der Frühling zurück. Das Licht verändert sich, die Stadt atmet auf.
Der Winter verschwindet nicht. Er gibt nach. Zuerst zögerlich, dann mit einem Mal. Ein paar Grad mehr, ein anderes Licht, ein längerer Schatten am späten Nachmittag. Und irgendwo zwischen diesen kleinen Verschiebungen liegt der Frühlingsanfang.
Für viele ist es der 21. März. Ein Datum, das sich gut anfühlt. Rund, merkbar, beinahe selbstverständlich. Man geht hinaus, sieht die ersten offenen Blüten, hört wieder Vögel – und denkt: Jetzt ist er da.
Der genaue Moment
Ganz präzise beginnt der Frühling jedoch früher. Der astronomische Frühlingsanfang ist in diesem Jahr auf den 20. März um 15:54 Uhr MEZ gefallen. In diesem Moment stand die Sonne senkrecht über dem Äquator. Tag und Nacht hielten kurz die Balance.
Es ist ein unspektakulärer Augenblick. Kein Geräusch, kein sichtbarer Bruch. Und doch verschiebt sich etwas Grundlegendes: Von jetzt an gewinnen Licht und Sonne an Strahlkraft. Dass viele dennoch den 21. März als Beginn empfinden, hat Tradition. Über lange Zeit lag die Tagundnachtgleiche tatsächlich genau dort. Der Kalender hat sich weiterbewegt. Das Gefühl ist geblieben.
Die Stadt merkt es zuerst an den Rändern
So zeigt sich der Frühling auch in Wiesbaden selten auf einen Schlag. Er schleicht sich ein. Im Kurpark blitzen bereits seit mehreren Tagen die Schneeglöckchen zwischen den letzten braunen Blättern hervor. Am Neroberg hält die Sonne einen Moment länger durch. Cafés rücken Stühle nach draußen, erst vorsichtig, jetzt selbstverständlich. Die Stadt wird heller, ohne dass jemand ein Signal gibt.

Die nüchterne Ordnung des Wetters
Meteorologen beginnen den Frühling längst vorher. Für sie startet er jedes Jahr am 1. März. Drei Monate, klar sortiert, sauber auswertbar. Das hat System – aber wenig Poesie. Die Natur wiederum hält sich an nichts davon. Sie reagiert.
Blüht die Hasel, öffnet sich der Vorfrühling. Schneeglöckchen folgen, dann Forsythien. Alles geschieht nicht gleichzeitig, sondern in Wellen. Der Frühlingsanfang wandert durch die Landschaft.
Was bleibt
Vielleicht liegt die Wahrheit genau dazwischen. Nicht im Datum, nicht in der Uhrzeit, nicht in der Statistik. Sondern in diesem kaum messbaren Moment, in dem man abends länger draußen bleibt, ohne darüber nachzudenken. Der Frühlingsanfang ist dann kein Ereignis mehr.
Er ist ein Gefühl, das sich durchsetzt.
Foto – Blüten am Warmen Damm ©2026 Volker Watschounek
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