Es geht um die Stellung der Kunst, die sich immer mehr einen Platz erkämpfen muss und sich zwischen Political Correctness und Freiheit im medialen Zeitalter zurechtfinden muss.

Wie eine Pilotin einer großen Maschine hat sich die österreichische Autorin Eva Menasse nach eigener Aussage dabei gefühlt, als Kuratorin für die 21. Wiesbadener Literaturtage ein Veranstaltungskonzept zu erarbeiten. Für die renommierte Schriftstellerin und das Organisationsteam des Literaturhauses war es bis zum fertigen Programm ein sicherer aufregender Flug, dessen Ergebnis sich vom 15. bis zum 21. September über Wiesbaden ausbreitet.

Literaturtage, kurz gefasst

Literatur, Kino und Musikim Zeichen von Österreich
Wann: 15. Juni bis 21. September 2019
Wo: Verschiedene Spielorte
– Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus, Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Deutsche Film- und Medienbewertung, Schloß Biebrich ,  Rheingaustraße 140, 65203 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
– Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)

Die Programmbroschüre von Eva Menasse liest sich wie eine Art Freundschaftsbuch. Mit Veranstaltungen zu dem Dokumentarfilmemacher Michael Glawogger, dem Komponisten Georg Kreisler oder dem Schriftsteller Heimito von Doderer fällt nicht nur der Bezug zu ihrem Heimatland sofort ins Auge. Die Broschüre bildet auch Eva Menasses Vorlieben und Interessensgebiete in den Sparten der Künste ab. Zu den Highlights gehören so bekannte und hochkarätige Künstler wie Sven Regener oder Senta Berger.

„Ich wollte radikal nach dem Lustprinzip vorgehen, habe aber schnell gemerkt, dass man sich mit dem Kuratieren auch immer selbst porträtiert.“ – Eva Menasse

Seit 1986 bieten die Wiesbadener Literaturtage eine Plattform für den spartenübergreifenden Dialog und machen die hessische Landeshauptstadt zum Mittel- und Austauschpunkt für Persönlichkeiten und Interessierte aller Kunstsparten. Das Festival wird vom Kulturamt Wiesbaden ausgerichtet.

„Die Veranstaltungen hängen untergründig zusammen. Ich vermute, ein Knoten ist ein gewisses Forschen nach dem Verhältnis von Freiheit und struktureller Ordnung in den Künsten.“ – Eva Menasse

Zum Auftakt des Festivals liest Eva Menasse am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr im Museum Wiesbaden aus zwei autobiographischen Texten über Musik, Komponisten und die Kunst des Scheiterns. Dazu präsentieren die junge Mezzosopranistin Silke Gäng und Mitglieder des Sinfonieorchesters Basel Musikstücke von Händel, Haydn oder Gluck, die in ihrem Schreiben Erwähnung finden.

„Ich freue mich, dass wir mit Eva Menasse eine wortstarke Gastgeberin gewinnen konnten. Ihr kreatives Wirken in den verschiedenen Künsten passt zur Ausrichtung der Wiesbadener Literaturtage und spiegelt sich  in ihrem Programm wider.“ – Kulturdezernent Axel Imholz

Der zweite Festivaltag bringt dem Publikum den österreichischen Filmemacher und Schriftsteller Michael Glawogger näher, ihren künstlerischen Sparring-Partner, wie Menasse ihn nennt. Der enge Freund und renommierte Autor Sven Regener führt dabei in dessen Leben und Werk ein. Im Anschluss werden die Filme Workingman’s Death und Untitled in der Caligari Filmbühne gezeigt.

Literaturschaffende Frauen

Mit der Lesung von Zora del Buono und Iris Wolff am Dienstag, 17. September, im Literaturhaus Villa Clementine, sowie der Diskussionsrunde über schreibende Frauen am Donnerstag, 19. September, im Frauenmuseum, stehen in va Menasses Programm gleich zwei Tage ganz im Zeichen der Sichtbarmachung von Autorinnen und literaturschaffenden Frauen. Dass der Kuratorin gerade die in ihren Worten engagierte Zeitgenossenschaft besonders wichtig ist, zeigt sich auch am Mittwoch, 18. September, wenn hochrangige Diskutanten im Museum Wiesbaden über die Frage Wie frei ist sie noch, die Kunst? sprechen.

Sandra und Georg Kreisler

Der Freitag, 20. September, hält ein weiteres musikalisches Highlight bereit. Auf der Studiobühne des Hessischen Staatstheaters wird Sandra Kreisler weitgehend unbekannte und teilweise unveröffentlichte Chansons ihres Vaters Georg Kreisler – einem der bekanntesten Chansonkomponisten und Dichter Österreichs – neu interpretieren und so mit einer ganz eigenen Note versehen.

Senta Berger in Wiesbaden

Zum Abschluss der Literaturtage in Wiesbaden ist die Grande Dame der Film- und Fernsehlandschaft, Senta Berger, in der Caligari FilmBühne zu Gast. Sie liest Auszüge aus dem Werk Heimito von Doderers, dem ausgesprochenen Lieblingsschriftsteller von Eva Menasse. Im Anschluss an die Lesung wird der Film „Das Diarium des Dr. Döblinger“ aus dem Jahr 1986 gezeigt, der sich lose an dem österreichischen Autor und seinem Leben orientiert.

Karten

Karten können bei der Tourist Information, bei der Ticketbox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof oder online (Print@Home) erworben werden. Karten für den Abend im Studio des Staatstheaters erhalten Sie auch an der Kasse im Theater oder online unter www.staatstheater-wiesbaden.de. Karten für den Abend in der Caligari Film-Bühne gibt es nur an der Kinokasse im Caligari – täglich 17 bis 20.30 Uhr, reservierung-caligariwiesbadende und in der Tourist Information (plus VVK-Gebühr).

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Das ausführliche Programm zu den 21. Wiesbadener Literaturtagen können Sie sich auf der Internetseite der Stadt unter www.wiesbaden.de herunterladen

 

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