Die Informationstechnologie ist so schnelllebig geworden, das externe Dienstleister mit den Abstimmungsprozessen den tatsächlichen Anforderungen der Stadt nicht mehr genügen.

Neun Monate wurden im Hintergrund die Verhandlungen vorbereitet, die am vergangenem Dienstag in der Magistratssitzung beschlossen wurden. Der IT Dienstleister Wiwertis soll wieder 100 Prozent städtisch sein. Nach dem sich der Magistrat über die Modalitäten einig ist, muss die Stadtverordnetenversammlung diese bestätigen. Mit dem Rückkauf von rund 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Wivertis soll in Zukunft ein zu hundert Prozent städtischer IT-Dienstleister entstehen.

„Die im Juli des vergangenen Jahres begonnenen Verhandlungen über den Verkauf der Atos-Anteile verliefen konstruktiv, und die vorliegenden Ergebnisse wurden einvernehmlich erzielt. Damit sind wir einen wesentlichen Schritt in Richtung Neuausrichtung der städtischen IT weiter.“ – Sven Gerich, Oberbürgermeister

Nach Rückkauf der Anteile von der Atos AG habe es Wiesbaden endlich wieder in der Hand, frei und losgelöst von fremden Interessen über die städtische IT zu bestimmen, so Gerich weiter. Gleichzeitig lösen wir einen weiteren Teil des Versprechens ein, die städtischen Beteiligungen wieder näher an die Stadt zu binden. Zur Vorbereitung und Realisierung dieser Veränderungen wurden auf Seiten der Stadt vier Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den Themen Personalausstattung, Service, Verträge und Lieferstruktur, Supportfunktionen sowie Finanzen und Übergangsvertrag beschäftigen.

„Als Zeitpunkt der Eigentumsübergabe hat die Verhandlungskommission nach Abwägung der noch zu leistenden Umstellungsarbeiten den 1. Juli 2020 festgelegt. Bis dahin wird Wivertis in die Lage versetzt, alle Geschäftsprozesse auch in alleiniger städtischer Regie zu beherrschen.“ – Axel Imholz, Stadtkämmerer

Der direkte Zugriff auf die städtische IT sei für die Landeshauptstadt Wiesbaden auch deshalb von entscheidender Bedeutung, da die Stadt im Zuge des demographischen Wandels nicht mehr alle aus Altersgründen ausscheidenden Mitarbeiter durch neue Fachkräfte ersetzen könne. Wir müssen die zunehmende Personalknappheit auf dem Arbeitsmarkt durch eine weitere Digitalisierung unserer Prozesse kompensieren, damit sich die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Kernaufgabe, also dem persönlichen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern, widmen können, so Imholz.

Wir sind sehr zufrieden damit, dass die Verhandlungskommission, schneller als zum Zeitpunkt der Beschlussfassung im Juni 2018 erwartet, eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte der Übernahme herbeiführen konnte.“ – Sven Gerich, Oberbürgermeister

Die Stadt hat im IT-Bereich einen deutlichen Nachholbedarf; wenn die digitale Aufstellung wieder in den Händen der Landeshauptstadt liege, was noch ungefähr eineinhalb Jahre in Anspruch nehme könne Wiesbaden durchstarten“, so Wiesbadens Oberbürgermeister und Stadtkämmerer abschließend.

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