Wechselbad der Gefühle: Die Rhine River Rhinos Wiesbaden haben am Samstagabend bei den Roller Bulls Ostbelgien in einem Basketballkrimi ihren zweiten Saisonsieg eingefahren.

Rhinos-Trainer Sven Eckhardt brachte die Auswärtsreise der Kurstädter gen Ostbelgien nach vierzig gespielten Minuten auf den Punkt: „Das Spiel war für alle Beteiligten sicherlich eine Achterbahn der Gefühle und hatte so ziemlich alles an Dramatik zu bieten, was man sich so vorstellen kann.“  Eckhardts Worte spielen insbesondere auf die einzelnen Sequenzen der Partie an, die auch Teil eines Hercule-Poirot-Thrillers hätten sein können: diverse Führungswechsel, Läufe beider Teams, Disqualifikation eines Rhinos-Spielers, vier unsportliche Fouls auf Seiten des Gastgebers, eine ausbaufähige Freiwurfquote der Dickhäuter (5 von 24), ein emotionaler Hexenkessel in St. Vith und das alles Entscheidende: ein Auswärtssieg einer sich nie aufgebenden Wiesbadener Mannschaft, bei der sich alle Akteure in die Scorerliste eintrugen.

„Am Ende haben wir uns diesen super wichtigen Sieg mit Kampfgeist, einer entsprechenden Einstellung sowie Herzblut erarbeitet.“ – Sven Eckhardt, Trainer der Rhinos

Die Anfangsphase des Kellerduells gehörte den Gästen. Schnell lagen Hopp & Co. mit 4:0 bzw. 8:2 in Front, ehe die Hausherren – dank eines 7:0-Run – das erste Mal in Führung gingen (8:9). Die Rhinos zeigten sich indes unbeeindruckt. So war es Kapitän Amacher, der sechs der acht Rhinos-Punkte in den folgenden knapp drei Minuten zum 16:9-Viertelendstand erzielte. Die Verteidigung der Dickhäuter stand – kamen die Bulls doch zu keinem weiteren Korberfolg in den ersten zehn Minuten.

„Das Spiel war in den ersten 20 Minuten so, wie wir es uns vorgestellt haben. Es hätte aber deutlicher sein können.“ – Kapitän Maurice Amacher, Rhine River Ruinos

Während das Match im zweiten Viertel ausgeglichen verlief (9:9), erlebten die Zuschauer in St. Vith ein emotionales Feuerwerk. Ein 25:4-Lauf der Hausherren zwischen der 25. und 37. Minute verwandelte die Heimspielstätte der Bulls in ein Tollhaus. Eine emotionale Atmosphäre, die durch die Disqualifizierung Mark Beisserts in der 28. Minute zusätzlich angefacht wurde. Der Sportrollstuhl des Centers, der in der Vergangenheit schon öfters vermessen wurde, war laut Berechnung der Unparteiischen 2 cm zu hoch. Die erlaubte Höhe von 58 cm wurde – nachgemessen per Maßband und nicht mit per Zollstock – um besagte 20 mm überschritten. Das Momentum in einer robusten Partie (30 Fouls, davon 22 für die Bulls und 8 für die Rhinos) kippte zu Gunsten der Belgier, die knapp vier Minuten vor Ende des Spiels auf 49:38 davonzogen.

“Auch wenn ich mit der Phase von Minuten 25. bis 37., dem 25:4-Lauf der Roller Bulls, unserer Trefferquote und besonders unserer Freiwurfquote (4 aus 25) nicht zufrieden sein kann, bin ich unglaublich stolz auf die Leistung der Mannschaft und auf diesen Sieg, den wir uns extrem hart erarbeitet haben.“ – Sven Eckhardt, Trainer der Rhinos

Was danach folgte, war eine wahre Energieleistung der Rhinos, die eine schier unglaubliche Moral bewiesen. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, gab das Kollektiv vom Rhein Vollgas. Das von Trainer Eckhardt gewählte Mittel, die Hausherren mit einer Pressverteidigung zu attackieren, zeigt Wirkung. Kein einziger Korb sollte dem Tabellenvorletzten mehr gelingen, der seinerseits acht Amacher- und vier Hopp-Punkte in den letzten Minuten des Thrillers kassierte. Der Rest ist Geschichte: Schlusspfiff, grenzenloser Jubel, Freude und Erleichterung.

Spiel-Statistik

Viertelergebnisse:  16:9 | 9:9 | 9:18 | 16:13
Scorer:  Amacher (19), Güntner (10), Hopp (9), Malsy (5), Beissert (3), Mohnen (2), Schorp (2), Mayer (1).

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