Illegale Automaten, hohe Umsätze, klare Reaktion: Wiesbaden verschärft den Kampf gegen unerlaubtes Glücksspiel in Gaststätten und Kiosken.
Wiesbaden schaut genauer hin. Und greift durch. In einer Stadt, die für Kultur, Kurbetrieb und gepflegte Geselligkeit mit Spiel im Casino steht, wächst im Verborgenen ein Geschäft, das mit Glück wenig zu tun hat: illegales Glücksspiel. Die Landeshauptstadt zieht nun Bilanz – und zeigt, wie entschlossen sie reagiert.
Versteckte Maschinen, hohe Summen
Rund 40 illegale Glücksspielgeräte hat die Stadtpolizei in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht aus dem Verkehr gezogen. Gefunden wurden sie dort, wo Alltag stattfindet: in Gaststätten, Kiosken, Hinterräumen. Orte, an denen das Klacken der Tasten leise bleibt – und die Umsätze laut sprechen.
Nach der Beschlagnahmung öffnete die Betriebswerkstatt des Hochbauamts die Geräte. Was sie freilegte, überraschte selbst erfahrene Kontrolleure. 7.456 Euro Bargeld lagen direkt in den Automaten. Die ausgelesene Software und die internen Buchhaltungsdaten erzählten eine noch deutlichere Geschichte: In einzelnen Fällen flossen über Monate hinweg Umsätze von mehreren zehntausend Euro.
Steuerrecht trifft Strafrecht
Das Kassen- und Steueramt verbuchte zunächst das gefundene Bargeld. Nun stimmt es sich mit der Steuerfahndung ab. Denn neben dem Tatbestand des illegalen Glücksspiels steht auch der Verdacht der Steuerhinterziehung im Raum. Einnahmen, die sich konkreten Betreibern zuordnen lassen, müssen nachversteuert werden. Die Geräte selbst haben keine Zukunft mehr: Sie werden vernichtet.
Konsequenz statt Wegsehen
„Wir werden auch weiterhin konsequent gegen illegales Glücksspiel im Stadtgebiet vorgehen“, betont Stadtkämmerer Dr. Hendrik Schmehl und dankt Stadtpolizei, Gewerbeaufsicht und Betriebshof. Wiesbaden zeigt damit Haltung – leise, sachlich, aber bestimmt.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert
Kontrolliertes Spiel unter Augen des Gastwirts.
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